Sickinger Höhe RHEINPFALZ Plus Artikel Zu viel Regen und zu wenig Sonne

Eine staubige Angelegenheit war die Getreideernte von Steffen Sewohl am Mühlweg oberhalb von Battweiler.
Eine staubige Angelegenheit war die Getreideernte von Steffen Sewohl am Mühlweg oberhalb von Battweiler.

Die Getreideernte bringt nicht das von den Landwirten erhoffte Ergebnis. Zu viel Regen und zu wenig Sonne haben deutlich geschadet. Eine Katastrophe sind die Ausbeute beim Raps und die mangelnde Qualität bei der Braugerste. Probleme gibt es auch beim Weizen.

Müllermeister Hans Isemann von der Rieschweilerer Mühle atmet trotzdem noch erleichtert auf. Landwirt Jörg Klein aus Winterbach sagt: „Schon im Juni hat sich abgezeichnet, dass die Getreideernte schwierig werden könnte, wenn wir keine stabilere Wetterlage mit weniger Regen und mehr Sonnenstunden bekommen.“ Auch Patrick Peifer aus Biedershausen hat bei der Noternte von Gerste auf der Niederhauser Gemarkung im Juli schon gewarnt, was auf die Landwirte zukommen wird durch die schon zahlreich zu erkennende Lagerfrucht. So bezeichnet man das vom Starkregen und Sturmwind niedergedrückte Getreide. Das regenreiche und unbeständige Wetter hat die Reifebedingungen noch verschlechtert.

Es gab deshalb in der Spätphase der Reife zu viel vom unerwünschten Grünaufwuchs im Getreide durch die hohe Feuchtigkeit und den dadurch verzögerten Erntebeginn. Einiges an Lagergetreide haben die Bauern einfach gemulcht, da es selbst nicht mehr für die Viehfütterung genutzt werden konnte. Manche Felder, wo nur noch wenig Getreide richtig auf dem Halm stand, gaben die Bauern mit großem Verlust an die Biogasanlagen ab, wo es noch verwertbar ist. Nur Stroh gibt es in ausreichender Menge, da das Getreide insgesamt einen starken Wuchs, aber keine prall gefüllten Ähren entwickelt hatte.

„In diesem Jahr müssen wir das angelieferte Getreide noch sorgfältiger prüfen“, sagt Müllermeister Hans Isemann. Dies gilt für den Feuchtigkeitsgehalt, das Eiweiß und die richtige Korngröße. Außerdem muss er Pilzkrankheiten ausschließen, die das Getreide verderblich machen. Wichtig bleibt auch die Sauberkeit. Die verstärkte Anlieferung von Getreide im August hat Isemann und seine beiden Söhne jedoch beruhigt, denn die Bauern auf der Sickinger Höhe und im Schwarzbachtal haben doch in einigen Gemarkungsteilen noch gutes Getreide geerntet.

So habe es zahlreiche passende Wagenladungen beim Roggen, Dinkel und Weizen gegeben. Braugerste wird bei der Isemannmühle nicht angeliefert. Auch zahlreiche Bauern lassen sich auf das Abenteuer mit der Braugerste nicht mehr ein, weil sie zu selten bei dem notwendigen Wetter heranreifen könne. Sie bauen die hierfür notwendige Gerste erst gar nicht mehr an, denn die Anforderungen der Mälzereien für das Getreide zur Bierherstellung seien kaum mehr erfüllbar. Außerdem entspreche der Verkaufspreis zumeist nicht den vorgegebenen Qualitätsanforderungen.

Ständige Regenschauer verzögern den Ernteablauf

Mitte August haben Roberto Lenhard aus Schmitshausen, Frank Landoll und Norbert Storck aus Biedershausen in den Abendstunden eines Sonntags noch Weizen auf der Gemarkung Schmitshausen geerntet. Sorgenvoll ging ihr Blick zum Himmel, denn aus Frankreich kündigte sich überm Reifenberger Kapellchen ein bedrohliches Gewitter an. Plötzlich kam noch starker Wind auf, sodass um 19 Uhr herum der erste kleine Regenschauer vom Himmel kam.

„Schlechter kann die Wetterentwicklung nicht laufen, wenn jetzt ein kräftiger Schauer niedergeht, dann ist für heute mit der Ernte Schluss. Der Mähdrescher kann dann wieder mindestens einen Tag untätig im Schuppen stehen, da es wieder viel Sonnenwärme braucht, damit die Ähren trocknen. Eigentlich hätten wir vor Mitternacht alles gut trocken abernten können“, sagt ein leicht missmutiger Storck. Doch wie ein Wunder dauerte der Regen, der so heftig begonnen hatte, nur knapp zehn Minuten.

Für die Bauern aus Biedershausen war der Raps noch wirklich zufriedenstellend. Bauer Lenhard hatte bereits eine Rückmeldung aus der Mühle bekommen, dass auch sein Raps noch besser ausgefallen war als vermutet. Abstriche musste er beim Weizen machen, und auch seine schönen Erbsen hatten unter dem Regenwetter zu leiden, denn der um zwei Wochen verzögerte Erntebeginn hat dem Ernteerfolg wesentlich geschadet.

Der Landwirt mit dem großen Milchviehbestand außerhalb der Dorflage von Schmitshausen hat viele Rundballen des Strohs noch bei seinem Bauernhof gelagert. Viele Landwirte sind der Meinung, dass sie von der üppigen Strohmenge auf jeden Fall eine Reserve einlagern wollen, denn niemand weiß, wie es im nächsten Jahr aussehen wird.

Mit der Ausbeute bei der Triticale und dem Weizen war Landwirt Andreas Veith aus Battweiler noch zufrieden. Eine Katastrophe sei der Raps gewesen, da die kleinen Körner keinen Ertrag ergeben haben. Ähnlich viel der Raps in seiner Qualität auch bei seinem Nachbarn Steffen Sewohl aus. Weizen hat er jedoch zur Rieschweiler Mühle gefahren, der war noch richtig passend. Nur bei der Korngröße blieb er hinter dem Vorjahresergebnis. Trotzdem war es noch ein ordentlicher Backweizen. Beide Bauern haben auch fleißig Rundballen gepresst, um die Lagerbestände kräftig aufzufüllen.

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