Hauenstein
Zeltplatz-Wiese soll für Schmetterling nur noch einmal im Jahr gemäht werden
In einem Teilbereich des Zeltplatzes am Dorfrand sei der geschützte Schmetterling gefunden worden, berichtete Bürgermeister Zimmermann. Das hat die Naturschutzbehörde der Kreisverwaltung erfahren und ihn informiert, dass nur noch einmal im Jahr gemäht werden darf, damit die Pflanze, die von den Raupen des Falters geschätzt wird, schön wuchern kann.
Das sei allerdings keine behördliche Anordnung gewesen, präzisiert Thorsten Höh, Pressesprecher der Kreisverwaltung, auf Nachfrage. Die Gemeinde sei ebenso wie die Verbandsgemeinde Hauenstein auf ein derzeit laufendes Artenschutzprojekt hingewiesen worden, in dessen Rahmen dem „Dunklen Wiesenknopf-Ameisenbläuling“, der auch auf den lateinischen Namen Phenagaris nausithous hört, eine besondere Beachtung zuteil wird.
Nahrung für den Schmetterling erhalten
Dass der kleine unscheinbare Falter im Pfälzerwald zu finden ist, sei bereits bekannt gewesen, erläutert Höh weiter. Experten hätten sich an die Kreisverwaltung gewandt und „potentielle Maßnahmenstandorte“ sowie neue Vorkommen gemeldet. Darunter auch den Zeltplatz der Gemeinde Hauenstein. Die Fläche ist eine magere Feuchtwiese und solche Wiesen liebt der Große Wiesenknopf. Das ist die Pflanze, die wiederum von den Raupen des Dunklen Wiesenknopf-Ameisenbläuling geliebt wird.
Würde die Gemeinde, wie auf einem Zeltplatz üblich, regelmäßig und intensiv mähen, wäre es um den Großen Wiesenknopf und damit auch die Raupen des Falters geschehen. Stattdessen sollte nur noch einmal vor dem 10. Juni und dann noch mal nach dem 15. September gemäht werden, erläutert Höh die Vorstellungen der Naturschutzbehörde seines Hauses. Dadurch könnten die vorhandenen Populationen geschützt und verschollene Vorkommen wieder etabliert werden. Wobei Höh betont, dass es kein absolutes Muss sei, den Dunklen Wiesenknopf-Ameisenbläuling auf diese Art wieder hochzupäppeln. Das soll vielmehr mit der Gemeinde erst besprochen werden. Es betreffe auch nicht den ganzen Zeltplatz, sondern nur eine Wiese mit 1400 Quadratmeter Fläche, von der nur ein Teil relevant sei, da dort die Futterpflanze für die Raupe zu finden sei.
Bürgermeister schwebt Umzug vor
Der Zeitraum, in dem nicht gemäht werden soll, beträfe dummerweise die Hauptsaison des Zeltplatzes, meint jedoch Bürgermeister Zimmermann, der dem Bläuling lieber ein benachbartes Grundstück empfehlen würde. Auf einer ungemähten Wiese lässt es sich schlecht zelten und vor allem wäre es Raupen und Pflanzen wohl auch nicht so zuträglich, wenn jemand sein Zelt über ihnen ausbreiten würde.
„Es wäre mir recht, wenn der Wiesenknopf-Ameisenbläuling 100 Meter weiter ziehen würde“, bringt es der Bürgermeister auf den Punkt und will dafür zwei Grundstücke in der Nachbarschaft ankaufen, wo der Große Wiesenknopf angepflanzt werden könnte und damit ein richtiges Paradies für den Falter entstehen würde. Das Ganze könnte mit einer Infotafel versehen werden, um gleich bei Gästen und Einheimischen für das Projekt und eventuelle Nachahmer zu werben, erläuterte Zimmermann weiter.
Bisher sei die von der Kreisverwaltung erwähnte Fläche noch nicht gemäht worden, versichert Zimmermann, der erst noch mal mit den Naturschützern in der Verwaltung reden will.