Kreis Südwestpfalz Wo’s Essen herkommt

„Wohlfühlen im Grünen – Genuss erleben“ lautet 2018 das Motto der Landfrauen im Kreisverband Südwestpfalz. Im Mittelpunkt stehen regionale Produkte. Der Kreisverband stellte am Montag in Niederhausen das neue Programm vor.
Neben den traditionellen Veranstaltungen liege der Schwerpunkt diesmal auf der Lebensmittelerzeugung. Nach all den Lebensmittelskandalen stellten sich immer mehr Verbraucher die Frage, wie unser Essen erzeugt wird, erklärte die Kreisvorsitzende Beate Schnur und ergänzte: „Wir wollen einen Blick in die Betriebe und hinter die Kulissen werfen, damit wir unsere heimischen Erzeugnisse wieder mehr wertschätzen.“ Die Ernährungsgewohnheiten hätten vielerlei Auswirkungen, beispielsweise auch auf die Müllmenge. Geplant sind im Februar eine Betriebsbesichtigung auf dem Ringweiler Hof bei Hornbach unter dem Thema „Vom Ferkel zum Mastschwein“, dann im Mai eine Führung auf dem Biobetrieb Wahlbacherhof bei Contwig, wo man das Konzept der Solidarischen Landwirtschaft kennenlernt. Im Juni erfahren die Landfrauen auf dem Freudenbergerhof in Zweibrücken alles rund um die heimischen Beeren, und im September steht die Verarbeitung von regionalem Getreide in der Getreidemühle Isemann in Rieschweiler auf dem Programm. Zum Abschluss gibt es in Hettenhausen ein Seminar „Von mehlig bis festkochend – die richtige Kartoffel für das jeweilige Rezept“. Außerdem wollen die Landfrauen bei ihrer Erlebnisfahrt in der Region kulinarische Erzeugnisse der Pfalz kennenlernen, und zur Lehrfahrt an den Bodensee im September gehören die Besichtigungen eines Obsthofs und einer Brauerei. Daneben stellt Ruth Davin vom Dienstleistungszentrum ländlicher Raum (DLR) Westpfalz Ernährungsformen wie Paleo, vegane Ernährung und Clean-Eating vor. Die bewährten Angebote wie Koch- und Bastelkurse, die Wellnesstage und die Musicalfahrt werden beibehalten. Neu im Team der Kursleiter ist die 37-jährige Julia Schwarz aus Kröppen, die ein Atelier für Kunsthandwerk betreibt und nun auch bei den Landfrauen Kreativkurse anbietet. „Wir haben viele Termine und viel Inhalt. Ich denke, wir haben wieder ein vielfältiges Angebot, und es ist für jeden etwas dabei“, betonte Schnur und wies noch einmal auf den Landfrauentag am 21. Oktober in Hornbach hin. Der Kreisverband wird 40 Jahre alt, und das Jubiläum werde man in Hornbach feiern. Die für 2018 geplante Fahrt nach Madeira habe für Verärgerung gesorgt, berichtete Schnur. „Der Ansturm auf die Fahrt hat unsere Vorstellungskraft bei Weitem übertroffen“, sagte die Vorsitzende und bat um Verständnis. „Der Andrang war nicht vorhersehbar und eine weitere Fahrt aus Kostengründen nicht möglich“, erklärte sie. „Das tut uns leid.“ Der Kreisverband sei aber auch kein Reisebüro. „Wir machen das für die Ortsvereine, und wir bitten um Verständnis, wenn wir bei manchen Dingen auch an unsere Grenzen stoßen“, so Schnur. Für 2019 ist nun eine weitere Fahrt nach Madeira geplant, einen Termin gibt es noch nicht. „Wir Landfrauen sind eine Erfolgsmarke“, sagte Brigitte Christoffel, Vizepräsidentin des Landfrauenverbands Pfalz. Mit 5000 Veranstaltungen mit 96 000 Teilnehmern im Jahr 2015 in Rheinland-Pfalz „sind wir der größte Anbieter von Fortbildung“. Die Landfrauen wirkten positiv auf die Entwicklung im ländlichen Raum. „Jeder, der dabei ist, tut etwas, um die Gesellschaft im ländlichen Raum zu stärken“, so Christoffel. Sie kündigte an, dass Harald Schneider, Autor der Palzki-Krimis, einen Landfrauenkrimi schreibt. Wer will, kann darin erscheinen, in den Kreisverbänden wird ausgelost, wer es ins Buch schafft. Im September 2018 werde das Buch auf der Burg Thallichtenberg bei Kusel vorgestellt.