Contwig RHEINPFALZ Plus Artikel Wird am Offweilerhof eine Solaranlage gebaut?

Ein Arbeiter installiert eine Photovoltaikanlage.
Ein Arbeiter installiert eine Photovoltaikanlage.

Beim Offweilerhof – er liegt auf Contwiger Gemarkung, jedoch südlich der Autobahn – könnte bald ein Solarpark gebaut werden. Einem entsprechenden Grundsatzbeschluss stimmte der Gemeinderat in seiner Sitzung am 17. Februar einstimmig zu.

Die Anlage, so sagte der Ingenieur Stephan Heun, könnte etwa 14 Hektar groß werden. Insgesamt ist die Fläche rund 20 Hektar groß. Weil laut Heun jedoch gewisse Abstände zur Autobahn und zum Wald eingehalten werden müssen, könnten nur zwei Drittel des Gebiets mit Solarpaneelen bebaut werden. Die Fläche beim Offweilerhof ist laut dem Erneuerbaren-Energien-Gesetz (EEG) eine sogenannte „landwirtschaftlich benachteiligte Fläche“.

Ursprünglich waren im EEG nach Angaben des Ingenieurs für Solarparks nur Gebiete entlang Autobahnen und Schnellstraßen vorgesehen. Weil jedoch nicht alle dieser Flächen bebaut sind, wurden auch landwirtschaftlich benachteiligte Flächen mit aufgenommen. Eine landwirtschaftlich benachteiligte Fläche werde durch Faktoren wie Bodenwerte und Strukturschwäche der Region definiert. Initiator des Solarparks ist der private Eigentümer der Fläche. Der Contwiger Gemeinderat spielt in der Angelegenheit nur insofern mit, als dass er den Bebauungsplan für das Sonnenkraftwerk aufstellen muss.

Technik in den Kinderschuhen

Der Bau eines Solarparks ist nach Heuns Worten eine „relativ einfache Sache“. Konkret werde das Gelände umzäunt – der Zaun ist zum Boden hin offen, damit Tiere ihn passieren können –, anschließend werden die Pfeiler, auf denen die Anlage steht, in den Boden gerammt und die Paneelen darauf festgeschraubt. Die Stromkabel sollen im Boden verlegt werden, offen herumliegende Leitungen werde es nicht geben. Auch der Wechselrichter der Anlage werde auf Pfosten errichtet. Ein kleines Haus mit Betonfundamenten – solche hatte man laut Heun bei anderen Projekten früher gebaut – werde es nicht geben.

Die Anlage werde mindestens 20 Jahre in Betrieb bleiben, maximal könne der Vertrag auf 30 Jahre abgeschlossen werden. Nach dieser Laufzeit wird überprüft, ob der Sonnenstrom weiter benötigt wird. Dann könnten neue Nutzungsverträge abgeschlossen oder aber die Anlage zurückgebaut werden. Auch für den Fall einer Insolvenz ist im Vertrag der Rückbau vorgesehen. Allerdings könnten die Solarpaneelen nicht als einzelne Fläche zusammenhängen, sondern müssten in kleineren Stücken auf dem einstigen Acker aufgeteilt werden. „Das ist aber auch nichts Schlimmes“, bemerkte Heun, der der Meinung ist, dass das Bild einer einzelnen, zusammenhängenden Photovoltaikanlage überholt sei.

Contwig könnte profitieren

Aus der SPD-Fraktion kam die Frage auf, ob denn nicht eine sogenannte Agro-Photovoltaikanlage gebaut werden könnte. Bei solchen werden die Solarpaneelen höher angebracht; auf dem Feld darunter könne weiter Landwirtschaft betrieben werden. Heun sagt, dass diese Option ebenfalls zur Diskussion stand. „Aber das steckt noch in den Kinderschuhen. Agro-Photovoltaik ist noch nicht in der Serienproduktion angekommen.“ Zudem brauche es für diese Art von Anlagen eine ebene Fläche; beim Offweilerhof sei die nicht gegeben.

Die Gemeinde könnte von einer Solarstrom-Anlage finanziell profitieren. Einerseits wegen der Gewerbesteuer: Laut Heun gehen davon 70 Prozent an die Gemeinde, auf deren Gemarkung die Anlage steht, die restlichen 30 Prozent an das Finanzamt der Stadt, in der die Betreiberfirma ihren Hauptsitz hat. Im Fall der Contwiger Anlage wäre das Aachen. Wie viel Geld aus der Gewerbesteuer für Contwig herausspringen könnte, darauf wollte Heun jedoch nicht eingehen. „Das sind nicht planbare Posten“, so der Ingenieur. Allerdings sei im EEG vorgesehen, dass die Gemeinden mit 0,2 Cent pro Kilowattstunde erzeugtem Strom entlohnt werden. Das wären für Contwig zwischen 2500 und 3000 Euro pro Hektar im Jahr. Heun kann jedoch nicht versprechen, dass dieses Geld voll und ganz bei der Gemeinde ankommt. Das würden die jeweiligen Verbandsgemeinden, die Heun bereits besuchte, individuell klären.

Windräder gibt’s bereits

Volker May und Manfred Nafziger (beide SPD) verwiesen auf die Windräder in der Verbandsgemeinde: Laut den beiden Ratsmitgliedern wird das Geld für diese Anlagen auch nicht auf alle Dörfer in der Verbandsgemeinde aufgeteilt. Bürgermeisterin Nadine Brinette: „Ich gehe davon aus, dass wenn wir das machen, das Geld auch hier bleibt.“

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