Kreis Südwestpfalz „Wir hatten nur mit 50 Besuchern gerechnet“
Das erste Patronatsfest feierte am Samstag die katholische Kirchengemeinde Riedelberg direkt gegenüber der eingerüsteten Kirche. Es gab Gulaschsuppe, Würstchen und heißem Glühwein. Die große Resonanz hat die Organisatoren überrascht. Die Einnahmen des Festes kommen dem neu gegründeten Kirchenbauverein Riedelberg zu Gute. Unser Mitarbeiter Mario Moschel hat sich mit dem stellvertretenden Vorsitzenden des Kirchenbauvereins, Christian Schwarz, über Gulaschsuppe, zaunlose und heilige Hofbesitzer sowie evangelische Mitglieder im katholischen Verein unterhalten.
... … Maria unbefleckte Empfängnis. Sicher? Ja, katholische Kirche Maria unbefleckte Empfängnis. Heute Abend ist das erste Patronatsfest in Riedelberg? Da erste, das so gefeiert wird. Patronatsfeste haben wir jedes Jahr, schon eine Weile, aber das war immer nur im Gottesdienst. Da wir aber jetzt in der Großpfarrei Contwig eine eigene Gemeinde sind, haben wir beschlossen: Wir machen ein eigenes Patronatsfest nach dem Gottesdienst nur für unsere Gemeinde. Wir haben ungefähr 270 Gemeindeglieder in Riedelberg, der Ort ist überwiegend katholisch. Haben die Helfer auch 270 Gulaschsuppen vorbereitet? Nein. Wir haben eigentlich nur mit 50 oder 60 Besuchern gerechnet, gekommen sind aber weitaus mehr. Es dürften etwa 90 Leute sein. Wir haben nicht groß Werbung gemacht, es stand nur im Kirchenblatt und im Amtsblatt. Und der Chor zieht noch etliche Besucher an. Das Zelt steht direkt gegenüber der Kirche im Hof des Heiligen Legleitner? Ja, im Hof des Heiligen Legleitner und der Familie Japtok. Wir haben sogar einen Eisenzaun zwischen den beiden Höfen abmontiert, damit das Zelt gerade stehen kann. Das klingt nach viel Arbeit. Der Zaun war schnell weg, wir wissen nur nicht, wie wir ihn wieder dranbekommen sollen. Der Eigentümer war beruflich im Ausland (lacht), hat aber das Okay gegeben! Das ist Jürgen Japtok, der ist gleichzeitig Vorsitzender des Kirchenbauvereins. Er kam gestern aus Australien, hat 48 Stunden lang nicht geschlafen, und jetzt feiern wir in seinem Hof das Patronatsfest. Patronatsfest heißt was genau? Wir hatten Gottesdienst und die Schutz- und Namenspatronin Maria unbefleckte Empfängnis gefeiert. Diesen Namen hat damals der Weihbischof unserer Kirche vergeben. Was hat es mit dem Kirchenbauverein auf sich? Den haben wir im September gegründet mit dem vorrangigen Ziel, dass das bei Festen erwirtschaftetes Geld in der Gemeinde bleibt. In den Großpfarreien kommt das Geld gerne in einen großen Topf. Durch den Kirchenbauverein können wir das Geld in Riedelberg lassen und frei über die Verwendung bestimmen. Der Verein hat als Satzungszweck den Erhalt der Kirche Riedelberg und die Renovierung zu unterstützen. Das Dach muss renoviert werden, da sind wir gerade dran. Das kostet um die 180 000 Euro. In den kommenden Jahren stehen weitere Investitionen an. Dafür ist der Verein da. Was nicht heißt, dass wir uns nicht in der Großpfarrei engagieren. Zur Zeit sind nur die 20 oder 25 Gründungsmitglieder im Verein, aber allein durch unser Fest werden wohl noch einige Riedelberger eintreten. Das Patronatsfest hat der Verein organisiert? Der Kirchenbauverein ist der Ausrichter des Festes, organisiert wird das Fest vom Gemeindeausschuss und allen aktiven Gemeindemitgliedern. In den Verein dürfen selbstverständlich auch Auswärtige eintreten, es sind sogar Evangelische drin. Man merkt, dass es den Leuten wichtig ist, dass wir hier im Dorf noch ein Gotteshaus haben, egal welcher Konfession sie angehören. Feiern können die Riedelberger, das ist ja bekannt. Wie wird der Hof nach dem Fest aussehen? Egal. Dann bin ich weg! (lacht). Nein, Quatsch, Wir treffen uns morgen zum Abbauen und dann versuchen wir auch, den Zaun wieder dranzubekommen. Um 14 Uhr wird man nichts mehr sehen. Beim Aufbau waren wir 18, beim Abbau werden es vermutlich genauso viele. Ohne die, die gekocht haben und im Hintergrund helfen. Bleibt das Patronatsfest eine einmalige Sache? Nein. Es war ein Versuch, und es ist toll geworden. Pfarrer Johannes Müller aus Contwig war vorhin auch noch da. Der Gottesdienst war gut besucht, und wir hatten sogar einen Rekord im Gottesdienst. Wir hatten 16 Messdiener. Das zeigt die Unterstützung auch der Jungen. Was kostet die Gulaschsuppe heute Abend? Nichts. Alles, was wir anbieten, wurde dem Verein gespendet. Es gibt keinen Preis, nur vorne im Zelt steht eine Kasse in Form der Kirche mit großem Schlitz, in den man seine Spende werfen darf.