Mittwochsinterview RHEINPFALZ Plus Artikel Wertvoller Kirchenraum soll erhalten bleiben

Die St. Ludwig-Kirche in Ludwigswinkel ist ein runder Betonbau, der 1970 eingeweiht wurde.
Die St. Ludwig-Kirche in Ludwigswinkel ist ein runder Betonbau, der 1970 eingeweiht wurde.

Seit zwei Jahren bespielt der Freundeskreis St. Ludwig die katholische Kirche in Ludwigswinkel, die lange geschlossen war. Steffen Korf erzählt, wie es weitergeht.

Herr Korf, was treibt die Mitglieder des Freundeskreises an und wie viele sind es?
Der Freundeskreis ist ein Zusammenschluss von im Moment bis zu 30 Menschen, die aus den verschiedensten Beweggründen interessiert daran sind, die Kirche zu erhalten und vor allen Dingen offenzuhalten. Die Kirche war über sieben Jahre verschlossen. Nur durch das Engagement des Freundeskreises in Zusammenarbeit mit der Kirche ist es möglich, dass der Raum wieder täglich offen ist. Wir wollen zeigen, dass dieser Kirchenraum sehr wertvoll ist, dass er erhaltenswert ist, sowohl für Gottesdienste und christliche Veranstaltungen sowie als Platz für Menschen, die sich dort treffen.

Wie wird die Kirche jetzt genutzt?
Im Jahr 2023 hatten wir 13-mal Kunst und Kultur und zwölfmal Kirche und Glauben. Das heißt, wir hatten auf der einen Seite die christlichen Veranstaltungen wie Gottesdienste und Konfirmationen und auf der anderen Seite kulturelle Veranstaltungen. Das dürfte 2022 ähnlich gewesen sein. Durch die Einträge in das Anliegenbuch, durch die Anzahl der Kerzen, die angezündet werden, durch die Resonanz der Pilger sieht man, wie die Kirche bei uns genutzt wird. Die Kirche liegt am Jakobsweg, die Leute holen sich dort ihren Stempel ab. Dadurch, dass die Kirche täglich von Mitgliedern des Freundeskreises auf- und wieder zugeschlossen wird, ist eine Nutzung erst wieder möglich geworden.

Wie wird dieses Angebot angenommen?
Die meisten Veranstaltungen sind sehr gut besucht. Die Kirche verfügt über 165 Sitzplätze und es gab ganz wenige Veranstaltungen die nicht minimum über 100 Personen lagen. Es gab sehr viele ausverkaufte Veranstaltungen.

Wie fällt der Gottesdienstbesuch aus?
Die Besucherzahlen messen wir nicht. Aber es gab auch da Veranstaltungen, wo noch Stühle hingestellt werden mussten. Grundsätzlich sind Gottesdienste oder Veranstaltungen wie Taizé-Gebete sehr gut besucht.

Haben Sie das Gefühl, dass mit der Öffnung der Kirche auf private Initiative hin im Dorf ein Bedarf gedeckt wird?
Unser Beweggrund, den Freundeskreis zu gründen, war es, dass die Kirche wieder öffnet. Als sie wieder offen war, gab es die Situation, dass die katholische Kirche in Fischbach renoviert worden ist. Da sind dann einige Aktivitäten in den Kirchenraum St. Ludwig gewandert. Auch die protestantische Kirchengemeinde hat St. Ludwig genutzt. Es ging im ersten Ansatz nur darum, die Kirche einfach zu öffnen für die Menschen, die den Kirchenraum nutzen wollen zum Gebet, zum Besuch von Gottesdiensten. Die Geschichte Kunst und Kultur unterstützt dann, dass dies überhaupt möglich ist.

Sie kommen aus dem kulturellen Bereich, spielen in der Band „Ceili“. Ist das nützlich, wenn man einen schönen, wenn auch abgelegenen Ort wie die St. Ludwig-Kirche kulturell bespielen will?
Die Kirche ist in einer Zwickmühle, sie muss ja sparen, Die muss sich überlegen, welche Kirche sie wie erhalten und vielleicht auch aufgeben will. Das wird auch für St. Ludwig im nächsten Jahr entschieden werden. Der Freundeskreis möchte dafür sorgen, dass es klar gemacht wird, dass solch ein Raum sehr wertvoll ist. In diesem Raum sind diese christlichen Werte zu erfahren, die für die Kirche sehr wichtig sind, dass sich dort Menschen in einem Sinn treffen, friedlich miteinander umgehen, ihren Glauben leben können oder eben das Zusammensein mit anderen Menschen in friedlicher Stimmung bei Konzerten, Lesungen und Veranstaltungen erleben. Das ist unschätzbar wertvoll. Der Freundeskreis fördert mit seinen Veranstaltungen den Erhalt der Kirche. Sie ist jetzt in einem belebteren Zustand als sie war. Er hat ja auch Benefizkonzerte veranstaltet und so für die Reparatur der Orgel gesorgt. Es gibt also in diesem Rahmen auch eine finanzielle Erleichterung für die katholische Kirche. Das ist vielleicht ein Argument, das im nächsten Jahr dafür sorgen könnte, dass St. Ludwig erhalten bleibt.

Die Wiederbelebung der Kirche ist eine Aktion, die zunächst auf drei Jahre angelegt ist.
Die Kirche ist in einer Zwickmühle, sie muss ja sparen, Die muss sich überlegen, welche Kirche sie wie erhalten und vielleicht auch aufgeben will. Das wird auch für St. Ludwig im nächsten Jahr entschieden werden. Der Freundeskreis möchte dafür sorgen, dass es klar gemacht wird, dass solch ein Raum sehr wertvoll ist. In diesem Raum sind diese christlichen Werte zu erfahren, die für die Kirche sehr wichtig sind, dass sich dort Menschen in einem Sinn treffen, friedlich miteinander umgehen, ihren Glauben leben können oder eben das Zusammensein mit anderen Menschen in friedlicher Stimmung bei Konzerten, Lesungen und Veranstaltungen erleben. Das ist unschätzbar wertvoll. Der Freundeskreis fördert mit seinen Veranstaltungen den Erhalt der Kirche. Sie ist jetzt in einem belebteren Zustand als sie war. Er hat ja auch Benefizkonzerte veranstaltet und so für die Reparatur der Orgel gesorgt. Es gibt also in diesem Rahmen auch eine finanzielle Erleichterung für die katholische Kirche. Das ist vielleicht ein Argument, das im nächsten Jahr dafür sorgen könnte, dass St. Ludwig erhalten bleibt.

Wie könnte es im nächsten Jahr weitergehen?
Diese Überlegungen sind schwer anzustellen. Wenn die Kirche sagt, sie gibt das Gebäude auf, wie sieht das dann aus? Was bedeutet das, wenn jemand sagt, wir möchten die Kirche als Ort für Kunst und Kultur erhalten? Was muss ein Verein dafür aufwenden, um die Kirche in den Besitz zu bringen und die notwendigen Reparaturen – zum Beispiel im Innenraum der Boden, außen Schäden am Beton – zu bezahlen? Das ist noch schwer zu greifen.

Info

Wer beim Freundeskreis mitmachen will, findet alle Infos im Internet unter ludwig-kirche-luwi.de
Die nächste Veranstaltung ist am Samstag, 13. April, ab 19 Uhr spielt die Band Tricoustix Lieblingsstücke unplugged.

Steffen Korf aus Petersbächel bespielt mit dem Freundeskreis die St. Ludwig-Kirche in Ludwigswinkel.
Steffen Korf aus Petersbächel bespielt mit dem Freundeskreis die St. Ludwig-Kirche in Ludwigswinkel.
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