Hornbach
Wenn nächtliches Stromtanken zum Nulltarif misslingt
Der dreiste Versuch eines Mannes, nachts seinen Elektro-Porsche in Hornbach gratis zu betanken, ist mehrfach gescheitert. Ein Augenzeuge und gleichzeitig auch Betroffener hat der RHEINPFALZ über einen skurrilen Fall von Stromklau berichtet. Der Name des Augenzeugen ist der Redaktion bekannt, in der Zeitung lesen möchte er ihn nicht. Zugetragen habe sich der Fall kürzlich auf einem Privatanwesen in Nähe einer Ladestation für E-Fahrzeuge unweit der Hornbacher Grenzapotheke.
Der Augenzeuge vermutet: Da der legale Ladevorgang vermutlich nicht geklappt hatte, habe der Fahrer eines E-Porsches eine Kabelrolle und Verlängerungskabel benutzt und sei damit auf einen Balkon geklettert, der rund 50 Meter von der Ladestation entfernt ist, um dort eine Steckdose zu finden. Der Augenzeuge und seine Frau seien durch den Lärm des nächtlichen Besuchers aufgewacht, denn es war ihr Balkon. Sie hätten dann den Störenfried zur Rede gestellt, was er denn nachts um 3 Uhr auf ihrem Balkon machen würde. „Was soll ich schon machen? Ich muss hier laden“, habe der Steckdosenanzapfer lapidar geantwortet. Der Mann habe sich zudem auch noch uneinsichtig und ausfallend verhalten.
Stromdieb kehrt mit weiteren Kabeln zurück
Das Ehepaar habe ihn dann des Grundstücks verwiesen. Doch zu Ende ist die Geschichte hier noch nicht. „Wir haben bemerkt, dass der Porschefahrer unbeirrt nach weiteren Strom-Zapfstellen in direkter Nachbarschaft gesucht hatte. Da riefen wir die Polizei, die schon bald darauf vor Ort erschien“, berichtet der Mann. In der Zwischenzeit sei der Porschefahrer kurzzeitig verschwunden gewesen, aber zurückgekommen, als die Polizei bereits eingetroffen war. In den Händen habe der Stromdieb noch weitere Elektrokabel gehabt. Nach einer Belehrung durch die Polizei, dass sein Verhalten nicht rechtens sei, habe der Porschefahrer seine Kabelrolle und Verlängerungen eingepackt.
„Kaum war die Polizei wieder weg, hat er erneut sämtliche Kabel ausgepackt und sogar eine noch längere Leitung gelegt als nur wenige Minuten zuvor: über die Stadtmauer hinweg durch den Klostergarten zum Hotel“, berichtet der Augenzeuge weiter. Rund 100 Meter Kabel habe der Mann gelegt. Das Ehepaar rief dann erneut die Polizei. Als die dann zum zweiten Mal vor Ort erschien, habe der Porschefahrer behauptet, er sei ja noch beschäftigt mit Einpacken. Das hätten die Beamten nicht sonderlich witzig gefunden.
Verfahren wegen Hausfriedensbruch läuft
Die Polizei bestätigt gegenüber der RHEINPFALZ den Vorfall. Ein Verfahren wegen Hausfriedensbruch und Entziehung elektrischer Energie laufe. An besagtem Abend habe es laut dem Augenzeugen noch einen Atemalkoholtest gegeben, der allerdings negativ war. Die Schlüssel habe die Polizei trotzdem einbehalten.
Doch damit nicht genug: Am nächsten Morgen, so der Augenzeuge weiter, habe der Fahrer des E-Porsche in der Nachbarschaft geklingelt und gefragt, ob er seinen Wagen aufladen dürfe. Offenbar ohne Erfolg, denn: „Danach hat der Wagen zwei Tage auf dem Parkplatz gestanden.“ Und selbst als der Fahrer wieder im Besitz seiner Autoschlüssel war, währte die Freude nur kurz. Nachdem er losgefahren sei, so war zu hören, sei sein Auto nur wenige hundert Meter weiter auf der L700 stehengeblieben und er musste abgeschleppt werden, weil die Batterie leer war.