Kreis Südwestpfalz „Wenn man will, gibt es immer einen Weg“

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Der „Aktionstag Autofreies Lautertal“ fällt 2017 aus. Diese Entscheidung des Kreises Kaiserslautern, die mit Straßenbauarbeiten in Otterbach und Hirschhorn begründet wird, stößt bei Vereinen auf Kritik.

Betroffen sind etliche Vereine in den Dörfern entlang der B 270. Üblicherweise verläuft die autofreie Strecke einen Augusttag lang von Kaiserslautern bis Lauterecken im Kreis Kusel. In jedem Ort gibt es Verpflegungsstellen und Unterhaltungsangebote, die die örtlichen Vereine organisieren. Dabei sei „richtig Geld umgesetzt“ worden, sagen viele Vereinsvertreter. Die Erlöse kamen sozialen Zwecken und der Jugendarbeit zugute. „Wenn der Aktionstag tatsächlich ausfällt, können wir nicht ganz so viel spenden wie in diesem Jahr“, sagt Frank Wenz vom Heimat- und Kulturverein Hirschhorn. Die Kampagne biete den Klubs eine Einnahmequelle mit wenig Aufwand und vielen Besuchern. Der Heimat- und Kulturverein bietet an diesem Tag in Hirschhorn Bratkartoffeln, Waffeln und Schweizer Wurstsalat an. Im Schnitt 120 Portionen Wurstsalat und rund 500 Waffeln gingen dabei über die Theke. „Anfang August ist meist gutes Wetter und entsprechend die Resonanz“, sagt Wenz. Der gesamte Erlös sei bisher gespendet worden, um etwa den Kinderspielplatz einzurichten, den Dorfplatz zu erneuern oder eine Halle auszustatten. „Bedarf gibt es in Hirschhorn jedes Jahr“, ergänzt der Vorsitzende, der auch 2017 mit seiner Mannschaft wieder gern hinterm Verkaufstresen stehen würde. Wenz liegt viel daran, mit den vom Heimat- und Kulturverein erwirtschafteten Geldern den Ort aufzuhübschen. „Warum sollen wir nicht anstelle des Aktionstags ein Weinfest auf die Beine stellen?“ Für Dieter Gehrke, den Vorsitzenden des Turn- und Sportvereins Olsbrücken, ist die Entscheidung für einen Verzicht auf den Aktionstag nicht überraschend gekommen. Er hält sie für einen Vorwand, die Veranstaltung ganz einzustellen. „Wenn man Tourismus in der Region will, muss es auch diesen Tag geben“, betont er: „Es gibt immer einen Weg, auch wenn mal eine Straße gesperrt ist.“ Olsbrücken trifft die Absage hart. Mit dem Schulhof steht hier der größte Platz zur Verfügung, der außerdem genau in der Mitte zwischen Kaiserslautern und Lauterecken liegt. „1200 Essen wurden an diesem Tag im Schnitt umgesetzt. Dafür waren 70 Personen im Schichtdienst im Einsatz“, so Gehrke. „Der Erlös ist fest eingeplant, hauptsächlich für die Jugend.“ Nicht nur seinem Verein werde das Geld fehlen, sondern auch dem Handel und dem Handwerk, vor allem Metzgern, Bäckern und Getränkehändlern. „Sulzbachtal ist schwer getroffen“, klagt Ortsbürgermeister Ero Zinßmeister. Aus dem Reinerlös von etwa 1500 Euro würden Nikolausgeschenke für die Kinder imDorf sowie die Seniorenfeier bezahlt. Der Restbetrag komme den vier Vereinen zugute. „Die Entscheidung ist grottenfalsch“, sagt Zinßmeister. Sein Vorschlag einer verkürzten Strecke ab Sulzbachtal sei jedoch nicht aufgegriffen worden. Wie Uwe Weilemann vom Sportverein Katzweiler sagt, hat dieser mit Gyros-Verkauf Geld für Fußballtrikots, Trainingskleidung und Taschen eingenommen: „Ich finde die Absage des Aktionstags nicht gut.“ |llw

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