Kolumne RHEINPFALZ Plus Artikel Wenn die Wirklichkeit die Pläne über den Haufen wirft

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Aufgespießt: In Leimen wird es in diesem Jahr keine Baustelle in der Fritz-Claus-Straße geben. Die Baufirma hat zu viele Baustellen. Eine andere Baustelle personeller Art entstand in Hinterweidenthal, dort fehlte Personal, um den Erlebnispark bis zur Winterpause geöffnet zu halten.

Erst im nächsten Jahr

So mancher Leimener hat am Donnerstagmorgen beim Lesen der RHEINPFALZ bestimmt geschluckt, als er erfuhr, dass der Ausbau der Fritz-Claus-Straße nun doch nicht in diesem Jahr beginnt. Der Plan war, dass die Versorgungsleitungen noch in diesem Jahr erneuert werden und die Straße für den Winter befahrbar gemacht wird. Durch die Verschiebung gibt es definitiv keine Winterbaustelle und keine Erschwernis für die Anwohner. Eigentlich eine gute Nachricht. Wäre da nicht die Sache mit den wiederkehrenden Beiträgen. Der Gemeinderat hatte deren Höhe erst im Spätsommer festgelegt, quasi auf den letzten Drücker. Das sorgte dafür, dass den Leimenern im Oktober die Beitragsbescheide ins Haus flatterten, denen zu entnehmen war, dass der gesamte Jahresbeitrag in zwei Raten im November und Dezember zu zahlen ist. In der Regel werden Beiträge in vier Raten quartalsweise eingefordert. Das hat einige Leimener erzürnt. Ortschef Alexander Frey hatte zuvor erklärt, dass es wegen zugesagter Fördermittel einen gewissen Zeitdruck bei der Baumaßnahme gibt, und diese unbedingt in diesem Jahr begonnen werden müsse. Die Bagger hätten Mitte Oktober rollen sollen. Das werden sie in diesem Jahr aber nicht mehr tun, weil die beauftragte Firma noch an anderen Baustellen zu tun hat. Dadurch würde es einfach zu spät, um in Leimen vor dem Winter so weit zu kommen, dass man die Straße wieder provisorisch herrichten kann. Zahlen müssen die Leimener trotzdem schon. Das ist bitter.

Hoffentlich im nächsten Jahr

Bitter war es auch für die Kinder, die die spätsommerlichen Temperaturen der letzten Herbstferientage nutzen wollten, um noch einmal Spaß im Erlebnispark Hinterweidenthal zu haben. Doch statt rasanter Talfahrten auf der Teufelsrutsche oder einem Minigolf-Turnier im Familienkreis gab’s lange Gesichter. Der Park war geschlossen, die Saison früher als vorgesehen vorbei. Weil kein Personal da war, um die Aufsicht zu gewährleisten, hat die Gemeinde die Reißleine gezogen und den Park dicht gemacht (und darüber via Internet informiert). Verständlich. Und bedauerlich, denn die Verantwortlichen hatten das Problem rechtzeitig gesehen und wollten handeln. Doch auf die Stellenausschreibung hat sich niemand gemeldet. Damit ist Hinterweidenthal kein Einzelfall. Es fällt den Kommunen immer schwerer, Personal im Bereich der geringfügigen Beschäftigung zu finden. Seit der Einführung des Mindestlohns und dessen jüngster Erhöhung gibt es andere Jobs, die genauso dotiert sind, die dann aber bevorzugt werden. Hilst hatte händeringend und lange nach einem Gemeindearbeiter gesucht (und ihn gefunden). Dort sprangen in der Vakanz der Ortsbürgermeister und Ratsmitglieder ein und übernahmen Aufgaben des Gemeindearbeiters. Nicht alles lässt sich über das Ehrenamt regeln, auch hier erlahmt das Engagement. Manche Gemeinde wird Schwierigkeiten haben, Gewohntes aufrecht zu erhalten. Da ist Hilfe von höheren Stellen gefragt.

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