Hauenstein Weil die Not vor Ort größer wird, startet die Aktion Afrika neue Spendenkampagne
Ein Aspekt: Die Nahrungsmittel, auf die die Menschen angewiesen sind, sind knapp und teuer geworden. Das eh geringe Einkommen, über das die Menschen verfügen, blieb aber gleich. Die Folge: „Viele unserer Kinder gehen ohne Frühstück und Mittagessen zur Schule, manche haben tagelang viel zu wenig zum Essen – mit allen Folgen für ihre Gesundheit“, schrieb Schwester Genovefa aus Voi (Kenia). Und Pater Shirima, dessen Einrichtung „AJAM“ sich im Distrikt Kajiado südlich von Nairobi um stark betroffene Maasai-Dörfer kümmert, schrieb: „Insgesamt leiden in diesen Dörfern rund 580 Kinder und 500 schwangere und stillende Mütter an akuter Unterernährung. Sie benötigen Unterstützung.“
Diese Unterstützung konnte der Hauensteiner Verein in den zurückliegenden Monaten mit seiner Spendenaktion „Mais fer Afrika“ leisten. Die Hilfe kam an, wie Pater Shirimas Zeilen belegen: „Wir konnten mit eurer Spende mehr als 110 bedürftige Haushalte mit insgesamt 1320 Personen mit Lebensmitteln wie Mais, Bohnen, Reis und Speiseöl versorgen.“ Ähnliche Berichte und Fotos von der Verteilung der Lebensmittel liegen der Aktion Afrika auch von Schwester Genovefa aus Voi, von Schwester Salome aus Kitale und von Pater Tarimo aus Tengeru in Tansania vor.
Probleme bei Medikamentenversorgung
„Wir wollen diese Menschen in ihrer Not auch weiterhin nicht alleine lassen“, stellen die Verantwortlichen in Hauenstein fest. Deshalb wurde zum Tag des Heiligen Martin unter dem Motto „Teilen wie Martin“ die Aktion „Mais fer Afrika“ neu gestartet, wobei Mais, der zum Maisbrei „Ugali“ verarbeitet, eine Hauptspeise in Ostafrika ist und der hier allgemein für Lebensmittel steht.
Dabei ist die akute Lebensmittelnot nur eine der vielen Herausforderungen, mit denen die Partner des Vereins zu kämpfen haben. Schwester Genovefa berichtet immer wieder von Problemen bei der Versorgung mit Medikamenten für die Patienten des Hospitals „St. Joseph Shelter of Hope“, weil staatliche Mittel nur tröpfchenweise fließen. Hier ist der Hauensteiner Verein in den vergangenen Monaten mit 5000 Euro eingesprungen, um die ärgsten Engpässe zu beseitigen.
„Auch die Verbesserung der Bildungschancen liegt uns am Herzen“, konstatieren die Hauensteiner weiter, denn Bildung sei „der Schlüssel zum Ausweg aus dem Elend“: So bringt der Verein beträchtliche Mittel für Stipendien auf, um Kindern und Jugendlichen eine (Schul-) Ausbildung zu ermöglichen. Das ist nicht nur das zentrale Anliegen des Projektes Moi, das unter dem Dach der „Aktion Afrika“ in Uganda wirkt. Auch im Projekt Tengeru von Pater Tarimo und im Projekt „Simply a smile“ von Schwester Salome ermöglichen die Hauensteiner mehreren jungen Menschen den Schulbesuch und helfen bei der Finanzierung der anfallenden Kosten – für Schulgeld und – Uniform sowie Lernmaterialien beispielsweise.
Hilfe für Brunnenbau erbeten
Schwester Salome hat auch für den Bau der „St. Mary’s School“ um unsere Hilfe gebeten. Sie setzt mit ihren Mitarbeiterinnen aus der „St. Dominic’s Foundation“ zudem auch auf die außerschulische Bildung – vor allem für Mädchen und junge Frauen. In Workshops werden Themen aus dem großen Bereich der Gesundheit und der Hygiene angesprochen. Hier geht es sowohl um ganz praktische Dinge wie die Monatshygiene als auch um das große Thema „Bewusstseinsbildung“.
Ihr hat sich auch Pater Shirima verschrieben. Ihn treibt der Klimawandel besonders um, der Ostafrika mit seit Jahren ausbleibenden großen Regenzeiten besonders hart trifft. Er berichtet, dass seine Sozialarbeiter in den Dörfern den Menschen „Beratung und Anleitung bei der Umsetzung klimabezogener Maßnahmen“ bieten und Aktionspläne entwickeln, um „die Auswirkungen von Dürre und Hitze abmildern zu können“. Und er plant in der Gemeinde Emboliey die Bohrung eines Brunnens: „Wir appellieren an alle, die uns helfen können, dieses Projekt zu verwirklichen“, schreibt er in seinem wie immer ausführlich bebilderten Bericht aus dem Kajiado südlich von Nairobi und bringt es so auf den Punkt: „Eine Tasse Wasser, um Leben zu retten.“
„Gerne würden wir auch bei diesen aufwendigeren, aber nachhaltigen Schul- und Wasserprojekten helfen“, sagt Alfred Busch, der Vorsitzende des Vereins. Aber hier wie bei der Nahrungsmittelhilfe sei man auf Spenden angewiesen. „Wir sind uns bewusst, dass unsere Hilfe nicht die Welt verändern kann und nur ein ganz kleiner Tropfen auf einem ganz großen heißen Stein ist“, heißt es aus dem Verein. Aber: „Wir sehen, dass die Hilfe ankommt.“ Die große Not bestehe nach wie vor. „Deswegen bitten wir um Unterstützung und sind dankbar für jede noch so kleine Spende.“
Spendenkonto
„Aktion Afrika“, VR-Bank Südliche Weinstraße-Wasgau, IBAN DE86 5489 1300 0071 8473 06, Kennwort „Mais fer Afrika“