Reifenberg / Contwig / Zweibrücken RHEINPFALZ Plus Artikel Wegen Corona ist jetzt jedes Wochenende Erstkommunion

Normalerweise ist die Erstkommunion im Frühjahr ein ganz besonderer Gottesdienst – wie hier in Martinshöhe im Jahr 2014, als 450
Normalerweise ist die Erstkommunion im Frühjahr ein ganz besonderer Gottesdienst – wie hier in Martinshöhe im Jahr 2014, als 450 Besucher in der Kirche waren. »Wir wollen die Gottesdienste trotz Corona so feierlich wie möglich gestalten«, sagt Pastoralreferent Steffen Dully. Dass die kleinen Feiern aber nicht mit den üblichen Erstkommunionen zu vergleichen sind, steht laut seinem Kollegen Paul Bayer außer Frage.

Eigentlich sollten die Erstkommunionen und die Konfirmationen im Zweibrücker Land im Frühsommer gefeiert werden. Aufgrund der Corona-Pandemie wurde daraus vorerst nichts, zwischendurch waren sogar alle Gottesdienste untersagt. Jetzt, da die Regeln gelockert sind, sollen die Feiern nachgeholt werden – wenn auch unter besonderen Bedingungen.

Alle Kinder an einem Sonntag zur Erstkommunion schicken, das geht in diesem besonderen Jahr nicht. Das sagt auch Steffen Dully aus Reifenberg, Pastoralreferent der Pfarrei Martinshöhe, die von Bechhofen über Martinshöhe bis nach Reifenberg reicht. „Von der Pfarrei her haben wir den Eltern drei Möglichkeiten gegeben, unter denen sie auswählen konnten“, erzählt Dully im Gespräch mit der RHEINPFALZ. So können die Kinder entweder erst im kommenden Jahr zur Erstkommunion gehen oder jetzt in kleinen Gruppen im regulären Samstags-Gottesdienst oder aber an fünf Sonntagsmessen im September und Oktober.

Wie viele Kinder pro Gottesdienst zur Kommunion gehen können, hängt laut Dully dabei von der Anzahl der Sitzplätze in der jeweiligen Kirche ab. So gebe es in Martinshöhe und Wallhalben etwa 50 Plätze in der Kirche, darauf könnten sich zwei bis drei Familien verteilen. „Wir wollen die Gottesdienste trotz Corona so feierlich wie möglich gestalten. Es gibt dann etwa einen großen Einzug, da spielt auch die Orgel, und ich spiele auf meiner Gitarre“, sagt der Pastoralreferent. Einen Kirchenchor oder eine kleine Band dürfe es nach den Corona-Regeln nicht geben. Die Hostie wird mit desinfizierten Händen oder aber mit einer Art kleinen Zange vom Pfarrer an die Kinder gegeben. Zudem ist eine Maske Pflicht.

In der Pfarreiengemeinschaft Contwig wird ähnlich vorgegangen wie in Martinshöhe. „Wir machen kleine Kommunions-Feiern“, sagt Pastoralreferent Paul Bayer. Dass die lange nicht mit den üblichen Erstkommunionen zu vergleichen sind, steht laut Bayer außer Frage. „Irgendwo ist das extrem schade“, so der Pastoralreferent aus Contwig. Zwei Erstkommunionsfeiern habe es in der Pfarreiengemeinschaft in diesem Jahr schon gegeben, drei sollen noch folgen.

Wie der Kommunionsunterricht für den anstehenden Jahrgang abgehalten werden könnte, das ist laut Bayer noch offen. „Wir müssen abwarten, wie sich die Regeln bis dahin entwickeln. Derzeit weiß dazu niemand etwas“, sagt Bayer. Zudem steht die Contwiger Pfarrei vor einem weiteren Problem: Sie muss sowohl die Regeln für Rheinland-Pfalz als auch die des Saarlandes erfüllen, da sich der Kirchenbezirk auch beide Bundesländer erstreckt. Denn zu der Großpfarrei zwischen Oberauerbach und Riedelberg gehören auch Altheim und Pinningen. „Letztlich heißt Kommunion Gemeinschaft. Und diese Gemeinschaft haben wir aktuell nicht. Dabei lebt die Kirche eigentlich davon, dass man sich trifft“, fügt Bayer als Denkanstoß hinzu.

Auch die evangelischen Kirchen stehen vor einer Corona-Herausforderung, hier wegen den Konfirmations-Feiern. „Die kleineren Gemeinden verschieben ihre Konfirmation auf kommendes Jahr. Die meisten feiern sie aber im Herbst“, sagt der Zweibrücker Dekan Peter Butz. Der Plan ist, mehrere Konfirmationsgottesdienste - bei den kleinen Gemeinden zwei, bei den großen vier - zu feiern, etwa einen morgens und den anderen am Nachmittag. „Gerade in den großen Gemeinden in Zweibrücken war das aber auch schon vor Corona so“, fügt Butz hinzu.

Wichtig ist für den Dekan, dass die Konfirmation für die Jugendlichen kein endloser Schlauch wird. „Da muss ein Abschluss passieren“, sagt Butz. Sehr schade sei indes, dass bei den Gottesdiensten keine Musikensembles spielen können. Beim Konfirmationsunterricht für die kommenden Jahrgänge will sich Butz an den Corona-Regeln für die Schulen orientieren. „In der Stadt gibt es beispielsweise die Wahl zwischen einem wöchentlichen Unterricht oder einem Blockunterricht“, fügt der Dekan hinzu.

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