Contwig RHEINPFALZ Plus Artikel Wegen Corona: An der IGS klingelt der Gong jetzt auch zur Mitte jeder Schulstunde

Es gibt auch etwas, was an der Coronakrise positiv ist, findet Thomas Höchst: Die Digitalisierung kommt voran. Das Foto ist vom
Es gibt auch etwas, was an der Coronakrise positiv ist, findet Thomas Höchst: Die Digitalisierung kommt voran. Das Foto ist vom Januar 2017, als Höchst der RHEINPFALZ vorstellte, wie die Schule Computer und Internet im Schulalltag einsetzt.

Es ist ein unaufdringlicher, dumpfer Ton, der um 10.45 Uhr durch die Flure und Räume der Integrierten Gesamtschule (IGS) in Contwig dringt. 10.45 Uhr? Eigentlich ist der Unterricht zu dieser Uhrzeit in vollem Gange. Doch in Corona-Zeiten ist im Schulalltag einiges nicht mehr so, wie es Schüler und Lehrer gewohnt sind. Und dieser kurze Ton ist eine der Neuheiten an der IGS.

Der Gong soll die Lehrer daran erinnern, dass es Zeit ist, die Fenster und Türen aufzureißen und fünf Minuten durchzulüften. Dementsprechend heißt das Signal auch Lüftungsgong. „Es kann einfach passieren, dass man das Lüften während der Stunde vergisst“, erklärt Schulleiter Thomas Höchst. „Deswegen haben wir diesen neuen Gong eingeführt, der immer 20 Minuten nach Beginn der Schulstunde erklingt.“ Denn Lüften ist in Corona-Zeiten vorgeschrieben. Das geht wie so vieles aus Verordnungen hervor, die beim Pressegespräch in einem dicken Stapel vor dem Schulleiter liegen.

Rund eine Schulstunde Zeit hat sich Höchst genommen, um die vielen Änderungen zu erläutern, die den Schulalltag seit einiger Zeit prägen. Dazu gehört das Hygienekonzept, ohne das es heutzutage nicht mehr geht. Beispielsweise die Desinfektionsmittel, die vor jedem Saal auf einem Tisch bereitstehen. „Wenn die Schüler an den Saal geführt werden, muss sich jeder die Hände desinfizieren. Das ist in zwei Minuten erledigt.“

Denn das gehört auch zum neuen Alltag: Die Schüler werden von ihren Lehrern zum Saal „geführt“. „Jede Klassenstufe hat einen eigenen Bereich auf dem Schulhof. Wenn die Pause vorbei ist, stellen sie sich geordnet auf und werden vom Lehrer abgeholt.“ Das funktioniere einwandfrei, versichert Höchst.

Insgesamt sei die Akzeptanz für die Regeln hoch. Doch eine Einschränkung macht Höchst bei diesem Thema. „Wenn es zu einer Maskenpflicht im Unterricht kommt, dann könnte es Probleme geben. Schließlich würden die Kinder die Masken dann mehrere Stunden am Stück tragen.“ Bisher stand es Schülern und Lehrern frei, den Mund-Nasen-Schutz anzulegen, ab Montag ist das verpflichtend. Ausgenommen sind Grundschulen.

Eine mögliche Maskenpflicht sorgt also für Sorgenfalten beim Schulleiter. Hinsichtlich eines möglichen Lockdowns, versucht man alles, um sie zu glätten. „Es ist unser Anspruch, dass kein Schüler oder Lehrer Probleme mit Videokonferenzen oder der Lernplattform Moodle hat, falls es noch einmal zu einer solchen Situation kommt.“ Deshalb habe man in der vergangenen Zeit alle Lehrer weitergebildet. Die Schüler sind nächste Woche mit der Fortbildung dran.

Es sind Dinge wie diese, die den Direktor zumindest etwas Positives aus der Situation ziehen lassen. „Bei der Digitalisierung haben wir einfach riesige Fortschritte gemacht. Hätte mir Anfang des Jahres jemand gesagt, dass jeder Lehrer mit einem Laptop ausgestattet werden soll, hätte ich das nicht geglaubt.“ Die Laptops sind zwar noch nicht in Contwig angekommen. Aber sie sind ein Versprechen, das Höchst, was die Digitalisierung angeht, zuversichtlich in die Zukunft schauen lässt.

Lieber in der Gegenwart hätte man an der IGS gerne den alljährlichen Infotag abgehalten. Aufgrund der Verschlechterung der Corona-Lage musste man ihn jedoch absagen. Stattdessen könne man sich beispielsweise über einen Newsletter auf der schuleigenen Homepage über die IGS informieren. „Wir haben zwar den 16. Januar als neuen Termin angepeilt, aber wir wissen natürlich nicht, wie die Situation dann aussieht“, so Höchst. Zumindest eines scheint mehr als wahrscheinlich: Der Lüftungsgong wird wohl auch im Januar noch ertönen.

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