Merzalben
Was sich die Bürger für den künftigen Dorfladen wünschen
Initiator der Idee, in Merzalben einen Dorfladen einzurichten, ist Sebastian Schadewell. Er möchte zugleich als Investor fungieren. Für Schadewell war die Umfrageaktion ein voller Erfolg: In der 1246 Einwohner zählenden Gemeinde gibt es 530 Haushalte – 128 Fragebogen wurden zurückgegeben, das entspricht einem Anteil von fast 25 Prozent. Besonders stark vertreten war die Gruppe der über 60-Jährigen, auf die 40,6 Prozent der Rückmeldungen entfielen.
Nahezu alle Teilnehmer (99,2 Prozent) sprachen sich für einen Dorfladen aus. Mit ähnlich großer Mehrheit (94,3 Prozent) fiel das Votum zugunsten eines bargeldlosen Verkaufs aus. Etwa halbe, halbe fiel das Resultat auf die Frage aus, ob Personal vor Ort eingesetzt werden soll. 70 Prozent wünschten sich ein Mittagstisch-/Café-Angebot. Für einen barrierefreien Zugang waren 90 Prozent.
Frische Backwaren ganz oben auf der Wunschliste
Für Schadewell gilt es nun, die nächsten Schritte einzuleiten. Das gilt allen voran für die Standort-Frage. So muss geprüft werden, ob ein von ihm ausgewähltes Grundstück am Ortsausgang Richtung Münchweiler für eine Nutzung beziehungsweise Bebauung geeignet ist. Ein bereits bestehendes Gebäude konnte dafür bislang nicht gefunden werden, weshalb der Ideengeber zwei Container als Laden aufstellen, eine E-Ladestation errichten und Parkplätze anlegen will – Letzteres halten 70 Prozent der Befragten für wichtig. Eher gleichgültig (67,8 Prozent) war es den Bürgern, ob der Laden in einem festen Gebäude oder in Containern eingerichtet wird beziehungsweise wo in der Gemeinde sich die künftige Einkaufsmöglichkeit befindet (47,8 Prozent).
Durchschnittlich geben die Teilnehmer pro Monat und Haushalt 355 Euro für Einkäufe aus. Drei von vier Befragten würden rund 20 Prozent dieses Betrags – also etwa 70 Euro monatlich – für Dorfladen-Produkte ausgeben. Ein Viertel würde noch mehr investieren. Bei der Frage nach den Angeboten standen bei 74,4 Prozent frische Backwaren ganz oben auf der Wunschliste. Die weitere Reihenfolge: Käse und Molkereiprodukte 72,5 Prozent, Trockenwaren 59 Prozent, Obst und Gemüse 55,5 Prozent, Wurst und Fleisch 54,3 Prozent, Regionaleinkauf 48,5 Prozent (egal: 45,1 Prozent), Getränke 32,8 Prozent (egal: 52 Prozent), alkoholische Getränke 54 Prozent egal (nein: 38,9 Prozent), Drogerieartikel 51,2 Prozent (ja: 38,8 Prozent), medizinische Produkte 65,6 Prozent nein.
Verhandlungen mit Grundstücksbesitzerin laufen
Folgende weitere Waren beziehungsweise Dienstleistungen wurden unter anderem als wünschenswert genannt: Getränkelieferung, ein Kaffeeautomat, Briefmarken, Post, Zeitungen und Tiernahrung. Bei der Frage nach dem Namen wurde „Merzalber Dorfladen“ eindeutig favorisiert. Weitere Vorschläge waren : „’s Lädche“, „Merzalwer Burglädche“ und „Gräfenstein Markt“.
„Leider sind bisher alle Gespräche oder Anfragen an Gebäudeinhaber negativ verlaufen, sodass wir aktuell keine Bestandsimmobilie in Aussicht haben“, bedauerte Schadewell beim Pressegespräch. Aktuell stehe er in Verhandlungen mit der Grundstückseigentümerin, der die genannte unbebaute Fläche an der Hauptstraße gehört. Erst wenn geklärt sei, ob dort die Möglichkeit für die Container-Lösung besteht, könne er die sich anschließenden Fragen der Förderung und Finanzierung angehen und klären. Fest stehe hingegen, dass eine angedachte Nutzung des Kerweplatzes oder des Parks als Standort für den Laden ausscheide, weil diese Bereiche als Grünflächen ausgewiesen sind.