Schönau
Was passiert mit der Heilsbach?
Stiftungsvorsteher Erich Schlick steht seit 2019 an der Spitze des Stiftungsrates der Heilsbach und arbeitet seitdem mit dem leitenden Mitarbeiter Christian Federlein und dem gesamten Team daran, die Einrichtung zukunftsfähig zu machen. Ursprünglich hatte die Einrichtung vom Bistum eine vorläufige Zusage für Zuschüsse bis 2024. Bis dahin sollte das Haus auf eigenen Beinen stehen. Im Frühjahr 2020 habe man den Businessplan beim Bistum vorgelegt und sei in Gespräche eingestiegen, sagt Schlick. „Dann kam Corona, und wir haben einen Corona-Businessplan erstellt.“
Mit dem zweiten Lockdown habe damals niemand gerechnet. Man habe aber nun erneut einen Businessplan eingereicht und sei mit der Bistumsleitung im Gespräch, ebenso wie mit verschiedenen Banken. „Es stehen einige Renovierungen an, vor allem im Bereich Brandschutz“, sagt Schlick. Bis März wolle man die Zahlen zusammen haben, und dann müsse man sehen, wie die Gespräche mit dem Bistum laufen.
Sieben Zimmer kamen im Sommer dazu
„Im Moment planen wir jedenfalls weiter und sind hoffnungsfroh, dass wir den guten Weg, den wir eingeschlagen haben, weiter verfolgen können“, meint Schlick. Im Sommer 2020 habe sich schon gezeigt, dass man mit einer verstärkten Ausrichtung des Hauses auf den Tourismus Erfolge erzielen konnte.
Zielgruppen sind hier vor allem Familien, Menschen mit Beeinträchtigung, aber auch Einzelreisende. „Da die ganzen Schulklassen, die normalerweise unsere Gäste sind, ja auch in diesem Jahr nicht kommen können, müssen wir uns andere Sachen einfallen lassen“, sagt Schlick.
Erst vergangenen Sommer wurde ein alter Teil des Hauses renoviert, und fünf barrierefreie und zwei rollstuhlgerechte Zimmer wurden erschlossen. Die Heilsbach gewann damit 190 Quadratmeter Fläche dazu. Insgesamt wurden 370.000 Euro investiert, die über einen Kredit beim Bistum und einen Zuschuss von 200.000 Euro des Bundesministeriums für Familien aus dem Programm „Zuhause im Alter“ finanziert werden.
Vieles selbst gemacht
„Wir hoffen, dass wir spätestens an Ostern wieder öffnen und die beliebte Seniorenfreizeit anbieten können“, wagt Schlick einen Ausblick. Neben einem neuen Internetauftritt und einem neuem Logo wirbt das Haus zunehmend auch auf den Social-Media-Kanälen, um sich neue Kundenkreise zu erschließen.
Die Geschichte der Heilsbach begann 1953 mit einem Zeltlager der Pfarrei St. Pirmin in Pirmasens unter Leitung von Prälat Johannes Urich, damals Kaplan. Mit den Jahren erwarb Urich immer mehr von dem weitläufigen Areal. 1957 wurde ein erstes kleines Haus mit Küche und Toiletten, Unterbringung für Personal und Kranke, mithilfe des Sozialministeriums in Mainz gebaut. Schwimmbad, Freizeithalle und Gästehäuser sollten folgen.
Heute bietet die Heilsbach Bildungs- und Freizeitstätte insgesamt 57 Zimmer mit 140 Betten. Das Haus ist barrierefrei und bietet für verschiedene Gruppen vom Chor bis zum Sportverein, das nötige Equipment. Das ganze Team von rund 15 Angestellten wurde eingebunden, um Ideen zu finden, mit denen man die Anlage mit wenig Mitteln attraktiver machen konnte. So wurden beispielsweise in Eigenleistung ein Kräutergarten angelegt, eine kleine Insel im hauseigenen See, ein Barfußpfad, mehrere Grillstellen eingerichtet und eine Betonwand mit Werken eines Street-Art-Künstlers gestaltet. Alles komme laut Schlick nun darauf an, wie hoch die Kosten für die nötigen Renovierungen sein werden. Man hoffe weiterhin auf die Unterstützung des Bistums, um die traditionsreiche Einrichtung am Rande des Bistums in eine gute Zukunft zu führe. „Konkrete Zahlen kann ich zum jetzigen Zeitpunkt allerdings noch keine nennen“, sagt Schlick.