Bechhofen RHEINPFALZ Plus Artikel Warum wegen Corona ein Kirmeswagen auf dem Dorfplatz steht

Nicht nur die Bechhofer kaufen bei Sissi Feix Softeis. „Die Leute kommen aus Lambsborn, aus Martinshöhe, Rosenkopf und Käshofen“
Nicht nur die Bechhofer kaufen bei Sissi Feix Softeis. »Die Leute kommen aus Lambsborn, aus Martinshöhe, Rosenkopf und Käshofen«, erzählt sie. Manchmal fahren Autos vorbei, drehen um und kommen zurück.

Ein bunter Kirmeswagen, wie man ihn sonst von Rummelplätzen kennt, steht seit einigen Tagen auf dem Bechhofer Dorfplatz. Sissi Feix verkauft dort jeden Tag außer mittwochs Softeis und andere Leckereien. Wie und warum sie nach Bechhofen gekommen ist, warum sie auch bei schlechtem Wetter aufhat und was sie macht, wenn mal keiner kommt, das hat sie der RHEINPFALZ erzählt.

Frau Feix, was machen Sie denn mit einem Kirmeswagen am Bechhofer Dorfplatz?
Das ist durch Corona bedingt. Ich komme aus einer Schaustellerfamilie. Den Wagen haben wir seit fünf Jahren. Wir haben noch einen Crêpes- und einen Waffelstand. Wir kommen oft nach Zweibrücken. Aufs Stadtfest. Auf alles, was hier sonst noch an Veranstaltungen ist. Nach Landstuhl, Ramstein, überall hin. Wegen Corona haben wir ja jetzt gar keine Feste. Ich hatte sogar schon im letzten Jahr vor, mit dem Stand nach Bechhofen zu kommen. Weil ich in Bechhofen wohne. Wir sind vor 13 Jahren von Homburg hierhergezogen.

Warum hat das dann nicht geklappt?
Leider ist mein Mann krank geworden. Er war lange Zeit im Krankenhaus. Als ich meinen Wagen danach an den Dorfplatz hätte bringen können, war der Sommer vorbei. Ich habe den Bürgermeister gefragt, ob ich jetzt vielleicht an den Dorfplatz kommen darf. Denn da, wo wir wohnen, ist halt nicht so viel Laufkundschaft. Er und die Verbandsgemeinde haben direkt zugestimmt. Und nach den ersten Tagen muss ich sagen, dass unser Stand hier sehr gut angenommen wird. Uns wird wirklich sehr damit geholfen.

Sie öffnen sogar an Wochenenden und Feiertagen. Warum ausgerechnet nicht am Mittwoch?
Ich muss ja irgendwann Ware einkaufen gehen. Dafür lassen wir den Stand am Wochenende offen. Immer von 12 bis 19 Uhr. Wenn es im Sommer mal richtig warm wird, könnte es auch für eine Stunde länger sein.

Im Moment ist das Wetter ja nicht so toll für Eis.
Das hat eine Frau gestern zu mir auch gesagt. Ich habe Ihr dann geantwortet: „Der Nah und Gut macht ja auch nicht zu.“ Da hat sie gelacht.

Steht Ihre Familie mit anderen Kirmeswägen auch in anderen Dörfern?
Nein. Wir sind nur mit dem Softeis-Wagen hier in Bechhofen. Im November und Dezember waren wir damit noch in Ramstein. Dann kam der Lockdown und niemand mehr zum Einkaufen. Da dachte ich mir, wenn ich in Bechhofen am Dorfplatz stehe, dann habe ich keine Probleme mit einem Lockdown. Denn Supermärkte machen nicht zu. Da gehen immer Leute rein, sehen mich und kaufen sich dann ein Eis. Oder wenn hier jemand vorbeifährt.

Wie kamen Sie denn überhaupt auf die Idee, auf Märkten Softeis zu verkaufen?
Die Idee schwirrte mir schon vor 15 Jahren im Kopf rum. Ich habe immer zu meinem Mann gesagt, ich hätte gerne einen Softeis-Stand. Irgendwann bin ich krank geworden. Danach konnte ich nicht mehr in den Crêpes-Stand gehen. Ich habe Probleme mit der Luft. Im Crêpes-Stand ist es mir zu heiß. Ich war damals deshalb ein Jahr zu Hause. Da ist mir die Decke auf den Kopf gefallen. Und dann habe ich meinen Softeis-Stand bekommen. Mein Mann hat den komplett selbst gebaut, samt Elektronik. Nur bemalt hat ihn jemand anders. Hier kann ich das Eis vor dem eigentlichen Wagen verkaufen. Da habe ich frische Luft, und ich bin draußen.

Was machen Sie in der Wartezeit, wenn kein Kunde kommt?
Autos zählen. Schauen, ob jemand kommt. Oder mich, wie jetzt, mit Leuten unterhalten. Die Bechhofer, die sind sehr, sehr freundlich. Man hat immer Gesprächsstoff. Am meisten wird natürlich über Corona gesprochen. Ich wechsele mich hier am Stand auch mit meiner Tochter ab.

Wie lange wollen Sie mit Ihrem Stand am Dorfplatz bleiben?
Ich denke schon, dass wir über die Sommermonate hierbleiben. Die großen Feste, wie das Zweibrücker Stadtfest, sind ja abgesagt. Vielleicht bis Ende September. Das kommt darauf an, wie das Wetter ist.

Und von wo kommt Ihre Kundschaft hier her?
Es hat sich schon rumgesprochen, dass wir hier sind. Die Leute kommen aus Lambsborn, aus Martinshöhe, Rosenkopf und Käshofen. Dass wir hier sind, spricht sich rum. Oder es gibt Leute, die mit dem Auto an unserem Stand vorbeifahren, umdrehen und zurückkommen.

Info

Der Eisstand von Sissi Feix öffnet täglich außer mittwochs von 12 bis 19 Uhr am Bechhofer Dorfplatz.

x