Contwig / Zweibrücken
Warum sich die Bankangestellte geirrt hat, als sie kein Münzgeld annehmen wollte
„Wofür hab ich denn eine Bank?“, fragt Hochreither verärgert im RHEINPFALZ-Telefoninterview. Er wollte vor 170 Euro Münzgeld in der Zweibrücker VR-Bank einzahlen. Dazu gibt man das Münzgeld am Schalter abgegeben, die Angestellten füllen es in eine Tüte, und das Geld wird auf dem Konto gutgeschrieben.
Die Dame am Schalter, so Hochreither, habe diese Aktion allerdings abgelehnt. Ihre Begründung: der Corona-Lockdown und die Reduzierung der Kontakte. „Aber da hatte ich ja schon einen Kontakt mit ihr“, fügt Hochreither hinzu. Der Contwiger zog mit seinem Münzgeld wieder von dannen.
Jetzt stellt er sich aber die Frage, was Menschen machen, die von der Münzgeldzahlung abhängig sind, etwa, um anstehende Rechnung zu bezahlen. „Jetzt stellen Sie sich vor, Sie sind eine Straßenmusikant und leben vom Geld im Geigenkasten“, so Hochreither.
VR-Bank-Pressesprecherin Jutta Diehl bittet in diesem Fall um Entschuldigung. Sie erklärt, dass die Münzeinzahlung trotz des Corona-Lockdowns bei der VR-Bank möglich sei: „Die Kollegin hat das Hygienekonzept etwas überinterpretiert.“
Ganz so abwegig ist es aber nicht, dass Banken wegen der Corona-Pandemie derzeit kein Münzgeld annehmen. Denn anders als bei der VR-Bank sieht das bei der Sparkasse Südwestpfalz aus. Dort kann man das Münzgeld auch an Automaten einzahlen. Und dort ist, wie Pressesprecherin Iris Steuer erläutert, der Münzeinzahl-Automat während des harten Lockdowns abgeschaltet. „Wir wollen in Zweibrücken und Pirmasens die Kontakte und Besuche auf das absolut Notwendigste reduzieren“, sagt Steuer. Die Münzeinzahl-Automaten außer Gefecht zu setzten, habe den Besucherstrom bereits enorm reduziert. Laut Steuer sollen die Kunden ihr Münzgeld vorerst daheim aufbewahren und zu einem späteren Zeitpunkt abgeben – oder im Supermarkt ausgeben.
Der Automat soll laut Steuer wieder angestellt werden, wenn alle Geschäfte wieder öffnen dürfen. „Es ist eben eine nicht notwendige Serviceleistung“, findet die Sparkassen-Sprecherin.