WALDFISCHBACH-BURGALBEN RHEINPFALZ Plus Artikel Warum Elektroautos eine Herausforderung für die Feuerwehr sind

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Aktuelle und gute Nachrichten gab es von der Feuerwehr Waldfischbach-Burgalben am Montag. Der Jugendliche, der in der Nacht zum Sonntag am Kohlhaufen abgestürzt und von einer Eisenstange durchbohrt worden war, habe nach Informationen von Wehrleuten, zwischenzeitlich die Intensivstation verlassen können. „Es war einer unserer schwierigsten Einsätze“, bilanzierte Wehrleiter Harald Bohl.

Kein alltäglicher Einsatz, keiner für den man trainieren könne. Sowohl für das Engagement wie auch für die gefundene Rettungslösung gab es im Feuerwehrausschuss noch mal Applaus für die Helfer. Verbunden mit der Erkenntnis: „Mittlerweile hat wohl auch der letzte große Skeptiker verstanden wie wichtig die Drehleiter ist“, sagte Eckhard Jochum früherer Wehrleiter in der Verbandsgemeinde. Ohne dieses technische Gerät, wäre die Bergung so nicht möglich gewesen, wäre viel wichtige Zeit verstrichen.

15 Mal brannten Wald und Felder

Die Anforderungen an die Feuerwehr wachsen. Ganz klar, bestätigte Bohl. Der Klimawandel habe Auswirkungen. Im abgelaufenen Jahr war die Wehr bei 15 sogenannten Vegetationsbränden, also Wald- oder Feldbränden, gefordert. Höchst unterschiedliche Auslöser gab es, immer gepaart mit Trockenheit. Mehrfach war gezündelt worden, mal löste ein heißer Auspuff einen Feldbrand aus.

Elektromobilität ist eine weitere neue Herausforderung für die Feuerwehr. Dass ein Elektroauto ganz anders brennt als ein Auto mit Verbrennermotor, erläuterte der stellvertretende Wehrleiter Dominik Klingel. Das hänge mit den verbauten Lithium-Ionen-Akkus zusammen, die Kettenreaktionen auslösen, weshalb solche Brände Tage dauern können. Beim Kreis sei daher geplant, eine Box anzuschaffen, in der die E-Autos kontrolliert gelöscht werden können. Kosten wird das wohl zwischen 70.000 und 100.000 Euro. Stationiert werden soll sie in der neuen Wechselladerhalle in Rodalben, weil es dort die entsprechenden Transportfahrzeuge gibt. Es gebe Erfahrungsberichte, dass bis zu 50.000 Liter Wasser benötigt würden, um eine brennendes Elektroauto zu löschen, sagte Bohl.

Kein normaler Übungsbetrieb möglich

Die Wehrleute hätten die ihnen gestellten Aufgaben, trotz durch Corona deutlich erschwerte Bedingungen, sehr, sehr gut gelöst, lobte Bohl. Er erinnerte daran, dass er Anfang März 2020 zum Wehrleiter gewählt wurde und Dominik Klingel sowie Christoph Leidecker zu seinen Stellvertretern. „Eine Woche später kam der Lockdown“, erinnerte Bohl. Es folgten 14 Monate, in denen selten ein normaler Übungsbetrieb möglich war. Über lange Zeiten sogar gar keiner. Phasenweise durfte mit erheblichen Einschränkungen trainiert werden. In diese Zeit fiel neben den Vegetationsbränden auch die große Herausforderung „Brand des ehemaligen Hotel Martin“, erinnerte der Wehrführer, an diesen Großeinsatz im vergangenen August.

Führungstrio hat Aufgaben verteilt

Das neue Führungstrio hat zwischenzeitlich seine Kompetenzen verteilt Technik, Beschaffung, alles was in den Bereich Information und Kommunikation fällt, sind Bohls Aufgabenbereich. Klingel verantwortet die Alarm- und Einsatzplanung, inklusive der First Responder. Diese medizinischen Helfer der Feuerwehr in den Holzlandgemeinden durften in den vergangenen Corona-Monaten auch nicht ausrücken. „Es war auch nicht möglich die Interessenten, die es für diese Aufgabe gibt, während der Corona-Pandemie auszubilden“, sagte Klingel. Ausbildung ist der Verantwortungsbereich von Christoph Leidecker. Inklusive der Jugendfeuerwehren kümmert er sich darum und ist froh, dass der Feuerwehrnachwuchs wieder richtig trainieren kann und darf.

Wegen Corona seien im vergangenen Jahr bei den Wehren verschiedene Anschaffungen nicht getätigt worden. Das wird nachgeholt. Unter anderem wird eine neue mobile Tragkraftspritze benötigt. Die bisherigen mobilen Ersatzgeräte stammen aus dem Jahre 1993 und sind sehr reparaturanfällig. Es wird investiert in die Ausrüstung der einzelnen Wehrleute. Um ihre Gesundheit nicht mehr als erforderlich zu gefährden, sollen zum Beispiel die Atemschutzgeräteträger mit Ersatzkleidung ausgestattet werden. Gerade beim Großbrand Hotel Martin, wo neben dem Problem mit dem Rauch auch noch das Asbestproblem dazugekommen sei, habe sich gezeigt, dass das dringend erforderlich ist. Es sollen Vorkehrungen getroffen werden, damit schon am Einsatzort die Möglichkeit besteht Kleidung zu wechseln. Dazu kommen Investitionen im Bereich Notstromversorgung in den Feuerwehrgerätehäusern in Hermersberg, Schmalenberg und Heltersberg.

Das seien alles Vorgriffe auf den Bedarfsplan der Feuerwehr, der fortgeschrieben wird und kommende Woche zunächst im Feuerwehrausschuss diskutiert wird. Abschließend absegnen muss ihn der Verbandsgemeinderat. Dabei geht es um die Fahrzeugbeschaffungen in den kommenden Jahren, die notwendigen Investitionen in die Feuerwehrgerätehäuser und um ein Hygienekonzept. Wenn der neue Bedarfsplan stehe, dann werde entsprechend diesem auch an die Stichworte gegangen, die für die Alarmierung hinterlegt sind, kündigte Dominik Klingel an. Das werde passgenau zum Bedarf für jede einzelne Wehr geregelt.

Was den zwingend erforderlichen Neubau eines Feuerwehrgerätehauses in Waldfischbach-Burgalben anbelangt – in den Bruchwiesen werden Standorte geprüft – teilte Verbandsbürgermeister Lothar Weber mit, dass zwei Angebote für Machbarkeitsstudien vorgelegen hätten, von denen eines zwischenzeitlich wieder zurückgezogen worden sei. Das vorliegende Angebot sehe fachlich gut aus, „aber nur mit einem Angebot kann ich nicht in die Vergabe gehen“, sagte Weber. Aktuell wird versucht, weitere Angebote, die auch vergleichbar sind, zu bekommen.

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