Schmitshausen / Biedershausen RHEINPFALZ Plus Artikel Warum die Bauern Treibstoff sparen, weil wir keinen goldenen Oktober haben

Für die Aussaat des Wintergetreides bei Schmitshausen haben Hubert Wilhelm (im Vordergrund) und Frank Landoll einen passenden He
Für die Aussaat des Wintergetreides bei Schmitshausen haben Hubert Wilhelm (im Vordergrund) und Frank Landoll einen passenden Herbsttag erwischt.

Die Bauern der Sickinger Höhe haben die letzten Tage mit einigen wärmenden Sonnenstunden genutzt, um das Wintergetreide auszusäen. Dass wir keinen goldenen Oktober haben, macht ihnen nichts aus. Im Gegenteil.

Mit den Bodenbedingungen zur Herbstaussaat des Wintergetreides waren die Bauern zufrieden. „Die Feldflur ist nicht rutschig und schmierig, sodass die Feldbestellung bei diesen Bedingungen ohne störenden Regen Freude macht,“ sagt Landwirt Hubert Wilhelm aus Schmitshausen. Er ist an diesem Sonnentag nicht allein auf der Kalkhöhe unterwegs, wo das Getreide seit Jahrhunderten gut gedeiht. Nicht umsonst hat man die Sickinger Höhe einst als Kornkammer der Pfalz bezeichnet.

Auch Frank Landoll aus Biedershausen ist mit seinem Traktor auf dem tiefer liegenden Feld bei der Arbeit, weil es ein richtig passender Tag für die Feldbearbeitung ist. Nur 150 Meter weiter in Richtung Gemarkungsgrenze Reifenberg und Winterbach sind Roberto und Klaus Lenhard aus Schmitshausen gleich mit zwei Traktoren aktiv. Ein Traktor pflügt das Feld noch fertig, der zweite Bulldog eggt die Ackerkrume schon ab und sät sie in einem Arbeitsgang gleich noch ein. Überall besteht bei den Bauern schon der Zwang, Arbeitszeit einzusparen. Die Landmaschinentechnik hat darauf schon ihre Antworten gefunden.

Die Bauern hatten ihre Felder mit Gülle gedüngt und danach umgepflügt, sodass das Getreide ideale Wachstumsbedingungen vorfindet. Auch Klaus Schwuchow aus Winterbach hat seinen abgeernteten Maisacker an der Hanglage zur Battweiler Höhe schon mit Getreide eingesät. Neben Weizen säen die Bauern noch Wintergerste und Triticale. Die Saatkörner hätten jetzt genügend Zeit, um noch vor dem ersten stärkeren Frost gut sichtbar auszutreiben, glaubt Wilhelm.

Zufriedenheit bei der Aussaat

Wilhelm hätte nichts dagegen, wenn es noch einige schöne Sonnentage im Oktober gäbe und auch noch im November. Eigentlich sei ein schöner Altweibersommer mit goldenen Oktobertagen angekündigt gewesen, aber davon sei bisher noch kaum etwas zu spüren gewesen. Trotzdem ist der Landwirt kein bisschen unzufrieden, da endlich die Felder nicht so ausgetrocknet sind, dass der Pflug und die Ackergeräte kaum in den Boden eindringen können, wie es in den so trockenen Jahren davor der Fall war. Dadurch sparen die Landwirte einiges an Treibstoff, der zurzeit so teuer ist, dass den Bauern jede Möglichkeit der Einsparung willkommen ist.

Wie auf dem Foto zu sehen ist, stehen unterhalb der Dorflage von Schmitshausen auch noch mehrere Felder mit Mais. Dieser Mais wird nicht komplett in die Maissilos für die Viehfütterung gefahren. Einige der jetzt auf den Gemarkungen noch stehenden riesigen Areale werden für die Biogasanlagen abgeerntet. Viele Bauern decken ihren Futterbedarf für die Winterzeit noch durch einen weiteren Grünschnitt ein, da die Wiesen durch die ausreichende Feuchtigkeit und Wärme noch einmal kräftig ausgeschlagen haben. Futtermenge und Qualität finden die Landwirte richtig gut. Es fehlt zwar ein wenig die Sonne, aber das Futter wandert entweder ins Grassilo oder wird in Silagefolienwickel verpackt, wo es auch haltbar für die Fütterung gelagert werden kann. Es ist jetzt längst keine Witterung mehr für Raufutter, denn da braucht es Sonne, damit es am Tag noch Temperaturen von über 26 Grad gibt, meint Klaus Schwuchow aus Winterbach. Jetzt, zur Mitte des Monats Oktober, sei die Luft bis weit in den Vormittag feucht, und in der Nacht werde alles nass und neblig.

Ertrag und Qualität stimmen

Anfang September gab es noch kurzzeitig eine Wetterlage, wo Heu und Grummet noch dürr wurden, so Schwuchow. Da konnte man noch den typischen Heuduft riechen, wenn man in der Feldflur unterwegs war. Diese gesunde Duftnote sei ein untrügliches Zeichen, dass das gedorrte Futter auch Qualität hat, sodass es das Vieh gerne frisst, meinte der Landwirt. Er hat jetzt vorm Wochenende seine Wiesen gemäht, weil das Futter unbedingt noch geerntet werden musste und nicht über Winter stehen bleiben konnte. Der Ertrag sei jetzt besser gewesen als beim ersten Schnitt im Frühjahr. Mit der bereits abgeschlossenen Maisernte war der Bauer aus Niederhausen wie viele seiner Berufskollegen außergewöhnlich zufrieden.

Für die Getreideernte fehlte es an einer richtigen Sommerphase, da es zu häufig geregnet hatte, sodass dies ein Problem für die Qualität und den Ertrag war. Es war gerade so eine durchschnittliche Ernte. Trotzdem sind die Bauern froh über weitere Niederschläge, denn der September war mit einer Niederschlagsmenge von über 30 Litern Regen doch schon spürbar trocken. Die Felder könnten bis Weihnachten noch Regen vertragen, der langsam bis in tiefere Regionen einzieht, findet Wilhelm. Die Natur habe die über die letzten vier Jahre ausgetrockneten Speicher noch nicht wieder ausreichend mit einer notwendigen Reserve aufgefüllt.

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