Contwig Warum der VT-Vorsitzende Walter Hüther „fassungslos, enttäuscht und betroffen“ ist
Es ging um 300 Euro Zuschuss für die 4500 Euro teure Sanierung der Turnhallenfassade. David Betz (SPD) hatte die Frage aufgeworfen, ob eine neue Außenfassade dem Sport oder der Jugend tatsächlich etwas bringe. Das macht Hüther sauer: „Wo denkt er, werden die 250 Kinder und 500 Erwachsene der VT denn ihren Sport treiben – auf der Wiese? Es ist eine Turnhalle, die saniert wird! Im Anbau befinden sich Geräteraum, Duschen, Umkleideräume und Toiletten, die für einen regulären Sportbetrieb notwendig sind. Auch die Renovierung einer Außenfassade mit Verputzen und Streichen, um Wassereintritte und das Bröckeln zu verhindern, gehört definitiv dazu.“
Es gehe ihm nicht um die 300 Euro, von denen die Sanierung nicht abhänge. „Es geht vielmehr um Stimmung, Sensibilität, Signale, Haltung und politische Glaubwürdigkeit“, schreibt Hüther, der auch Beisitzer im Vorstand der Contwiger CDU ist.
Er erinnert daran, dass David Betz als Bürgermeisterkandidat in seinem Wahlprogramm die Vereine und das Ehrenamt stärken wollte. „Und dann folgen den Worten solche Taten! Unfassbar. Die Sache klingt wie eine Kleinigkeit, aber ist eigentlich der SPD klar, was da gerade für eine Symbolik, ein Signal und eine Wirkung dahinterstecken?“
Alle Vereine kämpften derzeit gegen Existenzängste, Finanznöte, Mitgliederschwund und fehlende Neueintritte, hätten keine Einnahmen durch Veranstaltungen, und ein Ende sei noch nicht in Sicht. Und anstelle in dieser Situation jede Gelegenheit zu nutzen, die Vereine – wie versprochen – zu unterstützen, diskutiere man über unbekannte Richtlinien und Satzungen. Das sei bestimmt notwendig und nach Jahren auch erforderlich, schreibt Hüther, kritisiert aber, dass der VT-Antrag abgelehnt, zwei andere aber in der gleichen Sitzung gewährt wurden. Zudem habe der Vertreter der Verbandsgemeinde versichert, dass die Förderung zulässig sei.
Hüther erinnert auch daran, dass nicht nur die VT die Turn- und Festhalle nutzt: „Es war bisher nie ein Problem, der Gemeinde und den Parteien unsere Turnhalle völlig problemlos und unbürokratisch zur Verfügung zu stellen – sei es für Altennachmittage, Bürgerinformationsveranstaltungen, Sitzungen, Parteitage, Wahlveranstaltungen et cetera. Es war immer ein Geben und Nehmen! Trotzdem bleibt es zu 100 Prozent eine Turnhalle!“ Außerdem hätten stets einheimische Betriebe von Sanierungen der VT Contwig profitiert.
Auch wenn Walter Hüther vor allem die SPD kritisiert, die die Diskussion angestoßen hatte: Auch die FDP äußerte in deren Verlauf Bedenken, und ein Beschluss wurde mit der Mehrheit der CDU vertagt – bei 15 Ja- und drei Neinstimmen sowie einer Enthaltung.
David Betz sagte am Donnerstag in einem kurzen Gespräch mit der RHEINPFALZ, er stehe zu der Entscheidung. Er möchte sich am Freitag näher zu der Kritik äußern.