Waldfischbach-Burgalben
Warum der Rathaussturm schon am Sonntag stattfand
Die Narren des Karnevalvereins Waldfischbach (KVW) waren bereits am 9. November unterwegs und eroberten für Prinzessin Jessica II. den Amtssitz von Ortsbürgermeister Michael Oestreicher. Drei Tage vor dem offiziellen Start in die närrische Zeit – der dicht gedrängte Terminkalender etlicher Beteiligter hatte diesen frühzeitigen Termin ausgelöst – übernahm die Hoheit des KVW die Regentschaft im Ort und die Kasse der Gemeinde.
Nachdem im vergangenen Jahr in dieser nur Kieselsteine lagen, beinhaltete sie dieses Mal zumindest ein paar Cent. Allerdings war das nur schöner Schein. Wie leer die Kasse der Gemeinde ist, zeigte sich wenige Tage vor dem Rathaussturm, als der politische Rat den Doppelhaushalt 2025/26 verabschiedet hatte: Ein dickes Minus klafft im Etat.
Ortschef kapituliert
Kampflos wollte Ortsbürgermeister Michael Oestreicher die Schlüsselgewalt am Sonntag dennoch nicht abgeben. KVW-Präsident Kai Schiweck und Prinzessin Jessica II. schickten ihre jüngsten Truppen an die Rathaustür, ließen ihre übernahmewilligen Mitstreiter und Untertanen laut ratschen und böllern. „Hallo ihr Narren seid willkommen, auch in diesem Jahr habt ihr wieder mal gewonnen“, kapitulierte dann schließlich der Ortschef.
Er verzichtete angesichts der närrischen Übermacht – trotz leerer Kasse gab es für die Narren Sekt, um auf den erfolgreichen Rathaussturm anzustoßen – auf unnötigen Widerstand. Den großen Schlüssel für das Rathaus ließ er hinab und übergab damit der Prinzessin, der er zur Erinnerung an ihre Regentschaft ein Armband schenkte, die Macht – bis Aschermittwoch. Dann wolle er diese, gerne in Kombination mit einer gefüllten Gemeindekasse, wieder zurück, mahnte Oestreicher.
Mehr zur neuen Prinzessin in Waldfischbach-Burgalben lesen Sie hier.