Reifenberg
Warum das Baugebiet am Ortseingang gestorben ist und wo jetzt 15 Bauplätze entstehen sollen
15 Bauplätze sollten am Ortseingang parallel zur Kolbengartenstraße entstehen. Eigentlich sei alles klar gewesen, sagt Bürgermeister Pirmin Zimmer: Die Gemeinde habe von allen Grundstückseigentümern die mündliche Zusage gehabt, dass sie ihr Land verkaufen. Von einem sogar schriftlich. Und just dieser habe nun seine schriftliche Zusage wieder zurückgenommen und wolle sein Land doch nicht hergeben.
Die Gemeinde könnte zwar nun darauf pochen, dass die Gemeindeinteressen über den Privatinteressen stehen, aber ein solches Verfahren dauere drei bis fünf Jahre, und man müsse mit Klagen rechnen, erläutert Zimmer. Der Gemeinderat habe deshalb Mitte März im nicht-öffentlichen Teil der letzten Ratssitzung beschlossen, das Baugebiet in den Kolbengärten zu stoppen und das in den Hanfstücken zu erweitern. Dort können die Straßen In den Hanfstücken und Zum Eichelchen verlängert und mit einer Querstraße verbunden werden. Schon vor über 20 Jahren, als das Baugebiet entstand, war diese Möglichkeit in den Plänen eingezeichnet worden. Das Gebiet ist das jüngste Reifenberger Baugebiet und mittlerweile voll. Es liegt unterhalb des Sportplatzes, die neuen Grundstücke würden nordwestlich vom Sportplatz liegen.
Wie am Ortseingang geplant war, sollen auch dort 15 Bauplätze entstehen, zwischen 510 und 840 Quadratmeter groß. Die gesamte Fläche gehöre nur einem Eigentümer, mit dem man sich einig sei, sagte Zimmer gestern im Gespräch mit der RHEINPFALZ. Am Donnerstag soll der Gemeinderat beschließen, dass das Baugebiet dort entsteht, nächste Woche wolle die Gemeinde dann die Grundstücke kaufen. Über den weiteren Zeitplan lasse sich noch nichts sagen. Unter anderem muss der Bebauungsplan aufgestellt werden, die Flächen müssen in Baugrundstücke aufgeteilt werden, und es muss ein Erschließungsträger gefunden werden, der die Straßen und Gehwege baut und die Leitungen für Wasser und Kanal verlegt.
Der Gemeinderat hatte sich im Herbst 2019 für das Baugebiet am Ortseingang ausgesprochen. Schon damals sei die Erweiterung der Hanfstücke geprüft worden und als Alternative bis um Schluss im Rennen gewesen. Allerdings habe man sich für die Kolbengärten entschieden, weil dort die Erschließung günstiger gewesen wäre.
In Gutachten und für das Bebauungsplanverfahren für die Kolbengärten habe die Gemeinde bisher etwa 18.000 Euro investiert, die seien nun umsonst gewesen, bedauert der Bürgermeister. Außerdem verliere man Zeit.
Von den Interessenten für Bauplätze seien einige mittlerweile abgesprungen, weil sie woanders gebaut oder sich ein Haus gekauft hätten. Neun Interessenten hätten bereits angegeben, dass sie auch in den Hanfstücken bauen würden. Wer Interesse an einem Bauplatz hat, kann sich beim Bürgermeister melden. Es gibt eine Interessentenliste, bei der Familien mit Kindern und Leute mit einem Bezug zu Reifenberg den Vorzug bekommen.