Hinterweidenthal Waldzustand: Der grüne Schein trügt

Der Wald leidet auch in Hinterweidenthal. Diese geschädigten Fichten stehen im Koblenzer Stadtwald.
Der Wald leidet auch in Hinterweidenthal. Diese geschädigten Fichten stehen im Koblenzer Stadtwald.

„Wir stehen vor einer schwierigen Zeit und müssen dem Klimawandel entgegensteuern“, sagte Revierförster Axel Werner in der Hinterweidenthaler Ratssitzung. Der Zustand des Waldes hat sich verschlechtert. Immerhin ist die Talfahrt der Holzpreise zu Ende.

Noch sehe der Wald nach dem lang anhaltendem Regen in den vergangenen Wochen schön grün aus, aber der Schein trüge. Sobald die trockene Periode beginne, setzten Schäden in den Baumkronen der Buchen ein. „Wir sollten uns strategisch ändern und die Zeichen der Zeit erkennen“, bemerkte der Förster. Auf speziell ausgewählten Flächen im Gemeindewald sollten klimaresistentere Baumarten gepflanzt werden. Auf Flächen, die nach einem Borkenkäferbefall gerodet wurden, sollten andere Baumarten Einzug halten. Welche Fläche geeignet sind, wird bei einer Waldbegehung erläutert. Esskastanien, Bergahorn und Spitzahorn sowie die Eiche seien klimaresistentere Baumarten. „Der Mischwald soll breiter aufgestellt werden“, fasste es der Revierförster zusammen.

Im Forstwirtschaftsplan für das Jahr 2021 hat Werner ein Defizit von 23.000 Euro eingerechnet. Er nannte es „ein erschreckendes Ergebnis“. Es gab aber auch Positives zu berichten: 2020 wurde im Hinterweidenthaler Wald ein Überschuss von rund 6000 Euro erzielt. Und der Käferholzpreis ist von 35 auf 90 Euro pro Festmeter gestiegen. „Wir können derzeit nur schwaches Stammholz von Kiefern und Buchen verkaufen“, so Werner. 2300 Festmeter Holzeinschlag sind in diesem Jahr geplant, davon sind mehr als 1800 Festmeter bereits eingeschlagen.

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