Kreis Südwestpfalz Waldritter verjüngen Pfälzerwald-Verein

Eine bunte Truppe sind die Waldritter, die sich im Hollertal austoben.
Eine bunte Truppe sind die Waldritter, die sich im Hollertal austoben.

Seit 113 Jahren besteht der 113 Mitglieder zählende Pfälzerwald-Verein (PWV) Waldfischbach-Burgalben. Damit die Mitgliederzahl weiter steigt und der Altersschnitt sinkt, sprich, die Zukunft des Vereins gesichert wird, geht man neue Wege. Der PWV und der Verein „Die Waldritter“ arbeiten nun eng zusammen.

Mit Dieter Simon und Maximilian Stark wurden zwei junge Waldritter zu PWV-Vorsitzenden gewählt. „Eine gute Sache, für die ich ein Jahr lang gearbeitet habe“, so Walter Eckert, der bisherige Vorsitzende des PWV. „Es gibt sehr viele Gemeinsamkeiten; wir können gut voneinander profitieren“, sagen Simon und Stark zu diesem Novum in der PWV- und Waldritter-Geschichte. Bei der Jahreshauptversammlung im Vorjahr hatte Eckert, der den PWV-Vorsitz 2013 übernommen hatte, seinen baldigen Rücktritt angekündigt. Jetzt sei er unter anderem als Opa gefordert. Mit ihm kündigten weitere Vorstandsmitglieder ihren Rückzug vom Amt an. Es drohte schon die Vereinsauflösung. „Waldfischbach-Burgalben ohne PWV, das wollte und konnte ich mir nicht vorstellen“, so Eckert. Sein Versprechen, die Mitgliederzahl zu steigern, „habe ich erfüllt“, zog er zufrieden Bilanz. 76 Mitglieder waren es 2013, jetzt sind es 113. Die Zahl der Wanderer und Nordic Walker steigt stetig. Ein Problem bleibe das hohe Durchschnittsalter. Als es 106 Mitglieder waren, habe Adi Steinmetz es ausgerechnet: 69,98 Jahre. Dass in diesem Alter niemand ein Vorstandsamt übernehmen wollte, verwundere nicht. Doch den Verein sterben zu lassen, war keine Option. Die Waldritter habe man kennen- und schätzen gelernt, als diese 2017 die frühere PWV-Hütte im Hollertal kauften. „Uns verbindet so viel. Die Liebe zur Natur, die Freude daran, in der Natur unterwegs zu sein“, sagt Simon. Es wurde überlegt, welche Konstruktion sich finden könnte, um gemeinsam den Bedürfnissen der Waldritter und des PWV gerecht zu werden. „Aber alles, was wir uns überlegt haben, zum Beispiel, dass wir die Jugendorganisation des PWV werden, ist an Vereinsstatuten gescheitert.“ Schließlich fand man die Lösung: „Wir werden Vorsitzende des PWV“, so Simon. Neben ihm und Stark, der Vize- Vorsitzender und Kassenwart ist, war auch die Waldritterin Hanna Pirrong bereit, im Vorstand mitzumischen. „Und meinen Vater habe ich überredet, Wegewart zu werden“, sagt Dieter Simon zum neuen Amt für Dieter Simon senior. Für die Nordic-Walking-Abteilung bleibt Christa Krob zuständig, Pressewartin ist weiter Uta Fasco. Bewährtes soll bleiben – neben den Monatswanderungen gemeinsame Ausflüge und Nordic-Walking-Treffen. Aber neue Zielgruppen sollen angesprochen werden. Man überlege, was ein Waldritter jenseits der 27 Jahre machen kann. „Wir möchten Ideen umsetzen wie eine gemeinsame Hundewanderung. Dabei wollen wir mit dem Verein Vier Pfoten kooperieren“, so Simon. Es soll Angebote geben für Familien und junge Erwachsene, sagt Simon, der aktuell noch bei Regenburg lebt, bald aber nach Stambach ziehen wird. Wie es einst beim PWV Brauch war, wird zum Beispiel das Erbsensuppen-Essen am 1. Mai an der Hütte im Hollertal wiederbelebt.

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