Kreis Südwestpfalz RHEINPFALZ Plus Artikel Waldfischbach-Burgalben: Wanderer entdecken Luchs Juri im Wassergraben

In diesem mit Wasser gefüllten Graben an der Brücke über den Schwarzbach bei der Wappenschmiede zwischen Waldfischbach-Burgalben
In diesem mit Wasser gefüllten Graben an der Brücke über den Schwarzbach bei der Wappenschmiede zwischen Waldfischbach-Burgalben und dem Clausensee wurde der tote Luchs Juri entdeckt.

Die Fellzeichnung sei unverkennbar gewesen. „Es war gleich klar, dass es sich bei dem toten Tier um einen Luchs handelt“, sagt Udo Rapp aus Waldfischbach-Burgalben. Gemeinsam mit seiner Frau und drei amerikanischen Bekannten war er am Samstag wandern. Die Gruppe entdeckte den toten Luchs Juri in einem mit Wasser gefüllten Graben in der Nähe der Wappenschmiede, unweit des Radwegs durch das Schwarzbachtal.

Über den Mühlberg war die fünfköpfige Gruppe hinunter ins Schwarzbachtal gelaufen. „Das Merkwürdige war, dass ich kurz zuvor noch etwas über Luchse und Wölfe im Pfälzerwald erzählt hatte“, berichtet Udo Rapp. Ein Amerikaner habe als Erster den toten Luchs im Graben gesehen, als die Gruppe auf dem Weg Richtung Schwarzbach-Brücke an der Wappenschmiede war. „Ich habe 1970 in Spanien mal einen lebenden Luchs gesehen. Das war beeindruckend, die Silhouette mit den Pinselohren“, erzählt Rapp, der bekennt, dass er das Wiederansiedlungsprojekt nicht unkritisch sieht.

Die markanten Pinselohren habe man bei dem toten Luchs, der im Wasser lag, nicht gesehen, aber Zweifel, um was für ein Tier es sich handelt, „die waren von Anfang ausgeschlossen“, sagt er. Er habe sich dann gefragt, was zu tun sei. „Ich wollte den Luchs nicht einfach liegen lassen“, sagt Rapp, der das Ordnungsamt der Verbandsgemeinde Waldfischbach-Burgalben leitet.

Experte erkennt Juri

Rapp rief den Förster an. „Ich kenne Christoph Wagner ja, also habe ich ihn kontaktiert“, berichtet er. Der Förster war unterwegs, aber im Gespräch wurde beiden schnell klar, dass am besten der Jagdpächter und die Stiftung Natur und Umwelt, die das Wiederansiedlungsprojekt des Luchses betreut, informiert werden sollten.

„Als ich per Handy wieder Empfang hatte, habe ich von unterwegs schon eine Mail an das Luchsprojekt geschrieben“, sagt Rapp. Quasi zeitgleich informierte Wagner einen guten Bekannten, der in das Luchsprojekt involviert ist. Auch der Jagdpächter des Gebietes „Am Dietersberg“, in dem der Luchs unweit der Wappenschmiede gefunden wurde, wurde benachrichtigt. „Ich war dann später selbst vor Ort“, berichtet Wagner, dem bisher kein lebender Luchs im Pfälzerwald begegnet ist. „Es wäre natürlich schöner gewesen, einen lebenden Luchs zu sehen, als einen toten“, ergänzt er. Auch der Mitarbeiter des Luchs-Projektes war vor Ort.

In Berlin obduziert

Der tote Luchs wurde geborgen. Einen Transponder trug er nicht mehr. Dass es sich um Juri handelt, war für den Luchs-Experten sofort klar. In Absprache mit dem Jagdpächter wurde das Tier ans Leibniz-Institut für Zoo- und Wildtierforschung nach Berlin geschickt und obduziert. Das Institut untersucht in Deutschland pathologisch Wolf und Luchs, teilt das Luchs-Projekt der Stiftung mit.

Zwischenzeitlich wurde die Todesursache ermittelt. Juri starb eines natürlichen Todes. Eine Entzündung in der rechten Vorderpfote hatte eine schwere bakterielle Infektion zur Folge, die zum Tod des Tieres führte, informierte die Stiftung über das Ergebnis der Untersuchung in Berlin. Juri war 2018 als Zweijähriger aus der Schweiz in den Pfälzerwald umgesiedelt worden.

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