Reifenberg
Waffendiebstahl: Dann bricht auch noch der Tresorschlüssel ab
Wie die Leitende Oberstaatsanwältin der Staatsanwaltschaft Zweibrücken, Iris Weingardt, auf Anfrage mitteilt, wurde die Straftat bereits Mitte 2019 begangen. Nach den bisherigen Ermittlungen entdeckte der Heranwachsende am 3. Juni 2019 im Schützenhaus einen dort vergessenen Schlüsselbund, an dem sich auch der Schlüssel für den Waffentresor befand. Mit dem Schlüssel öffneten die beiden Angeschuldigten den Tresor neben dem Schießstand und entwendeten daraus fünf Pistolen. Eine dritte Person war zu diesem Zeitpunkt mit im Raum. Als die beiden die Waffen zurücklegen wollten, ließ sich nach Angaben der Staatsanwaltschaft der Tresor nicht mehr verschließen. Zu allem Unglück brach bei dieser Aktion auch noch der Tresorschlüssel ab.
Später wollten die beiden Spuren beseitigen
Die Angeschuldigten und der Zeuge verließen zunächst das Schützenhaus, jedoch kamen die beiden nach einiger Zeit wieder zurück, um ihre Spuren zu beseitigen, wie Weingardt weiter mitteilt. Sie hatten sich entschlossen, die fünf Pistolen mitzunehmen, die sie zuvor aus dem Tresor genommen und in Händen gehalten hatten. Sie wollten auf diese Weise verhindern, dass mögliche Spuren an den Waffen gefunden werden. Nach den bisherigen Ermittlungen fuhren sie mit einem Pkw zu einer bisher nicht identifizierten Person, an die der erwachsene Angeschuldigte die Waffen übergab, während der Heranwachsende im Auto wartete.
Sie wollten es wie einen Einbruch aussehen lassen
Am Abend des 3. Juni fuhren die zwei dann nochmals zum Schützenhaus. Um das Ganze wie einen Einbruch ins Schützenhaus aussehen zu lassen, beschädigten sie ein Fliegengitter an einem Fenster und öffneten es. Zudem entwendeten sie unter anderem Bargeld und weitere Gegenstände. Diese Gegenstände warfen sie anschließend in ein Waldstück.
Nach Weingardts Angaben war der Heranwachsende geständig, während der Erwachsene bestreitet, die Tat begangen zu haben. Beide sind nicht im Besitz einer waffenrechtlichen Erlaubnis. Ihnen werden Vergehen gegen das Waffengesetz, Diebstahl mit Waffen und Sachbeschädigung vorgeworfen.
Das Amtsgericht Zweibrücken wird den Fall am Dienstag, 15. Dezember, ab 8.30 Uhr vor dem Jugendschöffengericht verhandeln.