Kreis Südwestpfalz Vom Kindergarten übers Rathaus zur Tagespflege
Im Oktober startet der mobile Pflegestützpunkt von Susanne Heinz und Marilyn Stephan in Maßweiler seinen Dienst im früheren Rathaus, das früher einmal der erste Kindergarten der Gemeinde war. Zunächst mit einem Beratungsangebot. Schrittweise soll das Angebot ausgeweitet werden, bis hin zur Tagespflege.
Für die Tagespflege braucht es die Zulassung seitens der Krankenkassen, die diese Leistungen finanzieren. Derzeit laufen Verhandlungen, erläutert Susanne Heinz, die gemeinsam mit Marilyn Stephan den Pflegedienst betreibt. Ein etwas aufwendigeres Zulassungsverfahren gilt es zu durchlaufen. 2008 übernahmen Heinz und Stephan einen Pflegedienst in Rodalben. Sie haben 26 Mitarbeiter, die mit den blauen Autos mit einem Schmetterling drauf vor allem in den Verbandsgemeinden Waldfischbach-Burgalben, Rodalben, Thaleischweiler-Wallhalben, Pirmasens-Land und in angrenzenden Orten unterwegs sind. Zu den Leistungen des Pflegedienstes gehören Hilfe bei der Körperpflege, Hilfe beim Waschen, Bügeln, Einkaufen und anderen Hausarbeiten und Dinge wie Verbände wechseln, Injektionen verabreichen, Blutdruck und Blutzuckerspiegel messen. Das Unternehmen bildet auch Altenpfleger aus. Angehörige von Menschen, die pflegebedürftig sind, bekommen Hilfestellung. In Maßweiler soll der Betrieb mit einem Beratungsangebot starten – deutlich später als geplant. Der Umbau des ehemaligen Rathauses in den mobilen Pflegestützpunkt, hat sich – wie mehrfach berichtet – immer wieder verschoben. Jetzt sind die Bauarbeiten abgeschlossen. „Wir wurden in dieser Zeit von Bürgermeister Herbert Semmet immer auf dem Laufenden gehalten, wussten immer, was Sache ist“, sagt Susanne Heinz, die in Maßweiler lebt. Natürlich sei die Verzögerung nicht optimal gewesen, aber es sei immer nachvollziehbar gewesen, warum es baubedingt zu den Verzögerungen kam. Wäre es zwischendurch zum Baustopp gekommen, hätte sie das Ganze noch einmal in Frage gestellt, sagt sie. Auf zehn Jahre ist das Mietverhältnis angelegt. Es sei schon geraume Zeit nach einer Möglichkeit gesucht worden, in diesem Bereich des Landkreises ein entsprechendes Pflegeangebot vor Ort anbieten zu können. Da sie in Maßweiler wohnt, „war es ein Wunsch von mir, das nach Möglichkeit hier realisieren zu können“, sagt Heinz. Ganz wichtig sei ihr, dass mit dem Pflegeangebot etwas für die Wohnqualität in Maßweiler getan wird. „Wir wollten und wollen nichts Schlechtes für Maßweiler, sondern im Gegenteil etwas Gutes für die Gemeinde“, unterstreicht sie. Viele in der Gemeinde sähen das genauso. Der Standort sei gut, die Arztpraxis im vorderen Teil des Gebäudes sei ein Vorteil. Der Bedarf an Tagespflegeangeboten steige ständig. Teilstationäre Tagespflege bedeutet, dass die zu pflegenden Menschen zeitweise in der Pflegeeinrichtung betreut werden. Das kann täglich sein, aber auch nur an einzelnen Tagen. So können sich pflegende Angehörige auch mal einen Tag frei nehmen. Und die zu Pflegenden könnten so länger in ihrer gewohnten Umgebung bleiben. Von 8 bis 17 Uhr soll die Tagespflege geöffnet sein. Ob das so bleibt, werde sich am Bedarf orientieren. Fünf Mitarbeiter sollen sich laut Planungen um die Tagesgäste in der Pflegeeinrichtung kümmern. Diese werden vom ambulanten Service des Unternehmens zu Hause abgeholt und wieder nach Hause gebracht. Menschen aus allen Orten, die der Pflegedienst anfährt, könnten dieses Angebot in Anspruch nehmen. In vielen Gesprächen, die sie in den vergangenen Jahren und Monaten mit zu pflegenden Menschen und pflegenden Angehörigen geführt habe, habe sich herauskristallisiert, dass auf dieses Angebot gewartet werde, dass es gebraucht werde, sagt Heinz. |add