Kreis Südwestpfalz Vierter Kindergarten ja, Neubau nicht unbedingt

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Contwig soll einen neuen Kindergarten bekommen. Darauf einigte sich der Gemeinderat am Mittwoch einstimmig. Allerdings wollte sich der Rat Optionen offen halten und stimmte deshalb nicht ausdrücklich einem Neubau zu. Das wurmte Bürgermeister Karlheinz Bärmann (CDU) sichtlich. Er ist überzeugt, dass es eine Alternativen gibt. Genervt forderte er die Fraktionen nach der Abstimmung auf, binnen 14 Tagen eine Lösung zu präsentieren.

Eingangs hatte Bärmann ausführlich erläutert, weshalb die Gemeinde unbedingt einen neuen Kindergarten braucht. Wie mehrfach berichtet, werden dem Ort in den nächsten Jahren 59 Plätze fehlen – 47 Plätze für die Drei- bis Sechsjährigen und zwölf für die bis zu Zweijährigen. „Und da sind die Neubaugebiete noch nicht berücksichtigt“, erklärte Bärmann. Bereits jetzt fehlten der Gemeinde 30 Plätze. „Da müssen wir Abhilfe schaffen“, sagte Bürgermeister Bärmann. Zumal die Gemeinde gesetzlich verpflichtet ist, genügend Kindergartenplätze anzubieten. Ein Kindergarten für 60 Kinder und drei Gruppen ist laut Bärmann vergleichbar mit dem kürzlich gebauten im Ortsteil Stambach. Deshalb geht der Bürgermeister davon aus, dass ein Neubau in etwa das Gleiche kosten wird. Das seien rund 1,8 Millionen Euro. Der Kreis würde wahrscheinlich 350 000 Euro zuschießen, das Land 67 000 Euro je Gruppe, also rund 200 000 Euro. Dazu komme noch eine Pauschale vom Land über 290 000 Euro, die sich nach der Anzahl der Kinder richtet. Die Gemeinde müsste demnach knapp eine Million selbst zahlen. „Der Kindergarten in Stambach hat sich bewährt“, schloss Bärmann und machte so klar, weshalb er einen Neubau bevorzugt. In Contwig gibt es bereits einen protestantischen und einen katholischen Kindergarten, in Stambach einen, der der Gemeinde gehört. Trotzdem soll der neue Kindergarten in Contwig gebaut werden. „Ein Anbau an den Stambacher wäre möglich, aber schwierig. Aufgrund der Breite der Erschließungsstraße können wir den Anliegern aber nicht zumuten, dort weitere 60 Kinder unterzubringen“, erläuterte Bärmann. Und da die Neubaugebiete im Westen Contwigs entstehen, müssten viele Kinder quer durch den Ort nach Stambach gefahren werden. Das sei ebenfalls nicht sinnvoll. „Ein Anbau in Stambach ist nicht praktikabel und der Umbau einer Immobilie ein Fass ohne Boden“, plädierte auch Thorsten Sefrin, Fraktionsvorsitzender der CDU, für einen Neubau. Auch die SPD war für den Kindergarten, wollte in dem Beschluss aber nicht von einem Neubau reden, „denn sonst verbauen wir uns andere Möglichkeiten. Wir sollten uns alle Optionen offen halten“, sagte Volker May, Fraktionsvorsitzender der SPD. May will so verhindern, dass die Gemeinde wegen des Beschlusses auf einen Neubau festgelegt ist – auch dann, wenn sich eine günstigere Alternative anbieten sollte. „Ich bin alles durchgegangen. Die einzige Option ist ein Neubau“, entgegnete Bärmann. Auch das von der SPD genannte Schwesternhaus sei keine Alternative. Helmut Weis, Vorsitzender der UWG-Fraktion, stimmte Bärmann zu: „Bei einem Umbau geht zu viel Geld verloren.“ Walter Carius (CDU) schlug letztendlich vor, im Beschluss Neubau durch Errichten eines Kindergartens zu ersetzen. Damit halte sich die Gemeinde alle Möglichkeiten offen. Dem stimmte der Rat einstimmig zu. Bärmann stellte danach klar, dass er keine Verhandlungen führen werde, und forderte die Fraktionen auf, spätestens in 14 Tagen eine Lösung zu präsentieren, wie es in der Sache weitergehen soll. Ratssplitter

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