Camping
Viele Plätze in der Südwestpfalz ausgebucht
Am Mittwoch vergangener Woche durften die Dauercamper zurückkehren, dann, pünktlich zum Start der Woche mit Feiertag, kehrten die sogenannten autarken Camper, die an Bord ihres Wohnmobils oder Wohnwagens eigene Sanitäreinrichtungen haben, auf die Campingplätze in der Region zurück. Camper ohne eigene sanitäre Einrichtungen müssen sich noch gedulden. „Wir bereiten uns auf die Öffnung für sie bis zum 10. Juni vor“, heißt es zum Beispiel am Campingplatz Clausensee, zwischen Waldfischbach-Burgalben und Leimen im Schwarzbachtal gelegen, oder am Campingplatz Neudahner Weiher in Dahn.
Große Nachfrage
„Wir sind ausgebucht“, sagt Barbara Fremgen, Betriebsleiterin beim Camping Clausensee. Man freue sich, dass es den Dauercampern, die zunächst tagsüber, dann auch gar nicht mehr an ihre Stellplätze kommen durften, nun wieder gestattet ist, ihre Freizeit im Grünen respektive am Wasser zu verbringen. Groß war die Nachfrage von Seiten autarker Camper für einen Platz an diesem langen Wochenende, das mit sommerlichen Temperaturen eingeläutet wurde. „Wir haben versucht, beim Platzangebot möglich zu machen, was aktuell möglich ist“, sagt Fremgen.
Vorbereitungen für Sanitäranlagen laufen
„Wir haben ja sehr, sehr viele Stammgäste“, sagt Jürgen Léjeune vom Campingplatz Büttelwoog in Dahn. Die warteten schon sehnsüchtig darauf, dass sie zurückkehren konnten. Seit Wochenbeginn ist es soweit. „Und just, kurz bevor wir wieder öffnen konnten, hatten wir Probleme mit unserer Telefonanlage“, erzählt Léjeune von Tücken zum besonderen Saisonstart. „Wir haben alles so eingerichtet, dass die Entsorgung problemlos funktioniert und Wasser nachgetankt werden kann“, sagt Léjeune. Auch die Gastronomie auf dem Campingplatz ist geöffnet. Es gelten hier die Regeln wie in den übrigen gastronomischen Bereichen. Die werden auch in der Gastronomie am Clausensee umgesetzt, die seit Mittwoch geöffnet ist.
Die Vorbereitung für weitere Öffnungen laufen. Sie betreffen zum Beispiel die sanitären Einrichtungen (Duschen), die nach aktuellem Stand am 10. Juni in Betrieb genommen werden dürfen. Unter verschärften Hygienebedingungen, mit Abstand zwischen den einzelnen Waschplätzen.
Unverständnis über Regelung: Schrebergarten ja, Dauercampen nein?
Da viele Campingfreunde mittlerweile autark unterwegs sind, waren die Plätze stark gefragt. Anmeldungen waren deshalb mehr als sinnvoll oder wie zum Beispiel am Campingplatz Am Neudahner Weiher zwingend erforderlich. Auch dort gilt: Ausgebucht. „Ich bin froh, dass wir wieder auf den Platz dürfen“, sagt Michael Wissenbach aus Mannheim, Dauer-Camper am Neudahner Weiher und Wohnmobilfahrer. „Für mich war es unverständlich, dass es zum Beispiel erlaubt war, in den Schrebergarten zu gehen, aber nicht als Dauercamper, der autark ist, auf den Campingplatz“, zeigt Wissenbach auf, was viele Camper in den vergangenen Wochen sehr störte. Auf dem Campingplatz mit vorgegebenen Parzellen den Abstand einzuhalten „ist doch einfacher, als zum Beispiel in einer großen Wohnanlage in Mannheim“.
Dauercamper auch am Königsweiher
Eine Frage, die viele Dauercamper und Betreiber von Campingplätzen in der Region beschäftigte. Auch Torsten Burkhart vom Campingplatz am Königsweiher in Schönau, dessen Familie in dritter Generation den Campingplatz betreibt und auf Dauer-Camper setzt. „Es war fast schon gespenstisch auf dem Platz“, beschreibt Burkhart sein Gefühl, wenn er an den verwaisten Platz denkt. Das ist vorbei, die Dauercamper durften an den Königsweiher zurückkehren. Und auch auf den Moosalbtaler Campingplatz bei Steinalben, den die Moosalbtaler Blasmusik betreibt, durften die Camper – auch hier sind die Dauer-Camper die klare Mehrheit – wieder zu ihren Freizeiteinheiten an der Moosalb zurückkehren.
Abstand und Maske bleiben
Abstand halten, in öffentlichen Bereichen, zum Beispiel an der Rezeption, Maske tragen, das gehört nun zum Bild auf den Campingplätzen. „Aber wir freuen uns auch unter diesen Umständen, dass unsere Gäste zurückkommen können“, sagt Monika Becker, Platzwartin des Campingplatzes Moosbachtal, unweit des Neudahner Weihers gelegen. „Die Toiletten bleiben zu“, sagt sie, was aktuell zu beachten ist. Es gelte abzuwarten, was sich in naher Zukunft wie ändern wird. „Wir müssen aber auch immer schauen, wie sich etwas bei uns auf dem Platz umsetzen lässt“, sagt sie.
„Sicherheit geht vor“
Was Klaus Fink, der Vorsitzende des Camping-Club Pirmasens, sagt – der Club betreibt den Campingplatz in Ludwigswinkel –, unterstreichen alle Campingplatzbetreiber: „Sicherheit geht vor.“ In Ludwigswinkel ist deshalb die Gaststätte noch geschlossen. „Wir betreiben die ehrenamtlich. Das lässt sich unter den gegebenen Anforderungen nicht realisieren“, sagt Fink. Aber „wir freuen uns, dass wir wieder auf den Platz zurück können“. Der steht auch Nicht-Mitgliedern, sofern eben autark unterwegs, offen.
Zeltplatz-Wiese muss noch warten
Auf dem Campingplatz „Hundsweiher Sägmühle“ im Schwarzbachtal zwischen Waldfischbach-Burgalben und der Gemarkung Heltersberg gelegen, ist die Gaststätte geöffnet. „Unter den Bedingungen, wie Gastronomie betrieben werden darf“, sagt Inhaberin Heidi Dechert. Auch auf diesem Platz sind die Dauercamper, die 70 Plätze belegen, klar in der Mehrheit. Mit ihnen ist das Leben auf den Platz zurückgekehrt. „Es war schon schwierig, zumal viele gerne an Ostern oder am 1. Mai kommen“, sagt sie. Was die Öffnung der Zeltplatzwiese anbelangt, „warten wir die weitere Entwicklung mal ab“, sagt Decher. Ebenso, was das Thema Grenzöffnungen betrifft und damit die Frage, ob Stammgäste aus Frankreich oder den Niederlanden in der Südwestpfalz campen können.