Südwestpfalz Viele freie Impftermine nicht belegt
Viele Bürger sind verärgert: Rund 900 zusätzliche Impfdosen hat die Südwestpfalz vom Land erhalten, das Impfzentrum Pirmasens erweitert seine Öffnungszeiten, hat bereits am Wochenende zusätzliche Termine eingerichtet – und dennoch können sich Bürger nicht kurzfristig impfen lassen. Und das, obwohl insbesondere die 60- bis 69-Jährigen vermehrt dazu aufgerufen wurden, sich zu melden. Und dann berichtet Landrätin Susanne Ganster vor dem Wochenende, dass es am Sonntag noch einige freie Impftermine gebe. Darüber berichten dann mehrere Medien, die RHEINPFALZ inklusive. Mit der Folge, dass etliche Bürger versuchten, direkt im Impfzentrum einen der freien Termine zu bekommen, oder dies versuchten, nachdem sie bei der Hotline des Landes nicht weiterkamen. Bei letzterer waren die Auskünfte nach Berichten von laut Anrufern unterschiedlich: Einige wurden auf das übliche Vergabeprozedere verwiesen und dass Bürger auf Antwort vom Land warten müssten. Andere bekamen zur Antwort, dass man von zusätzlichen Kontingenten nichts wisse. Die Verwirrung ist groß.
Kritik aus Stadt und Kreis: Land hat viele freie Termine nicht vergeben
Fakt ist: Das Impfzentrum selbst kann auch für Sonderkontingente keine Termine vergeben. Denn die Terminvergabe für registrierte Personen läuft dafür weiterhin zentral über eine Hotline oder eine Internetseite des Landes, und zwar ausschließlich. Das betonte auch Landrätin Susanne Ganster gestern erneut: Im Landesimpfzentrum könnten nur jene Personen geimpft werden, die auch von dieser zentralen Stelle einen Termin zugewiesen bekommen. Genau hier liege jedoch das Problem, ist sie sich mit dem Pirmasenser Oberbürgermeister Markus Zwick einig: „Wir haben aktuell Impfstoff, den wir gerne zügig verimpfen wollen, das Land hat aber aus bisher nicht bekannten Gründen viele freie Termine einfach nicht an angemeldete Personen vergeben.“ Dies sei ärgerlich für die Impfwilligen, aber auch für alle Helfer, stellt Susanne Ganster fest. 26 bis 28 Fachkräfte stünden vor Ort bereit, und dann müsse man – wie am Freitag etwa geschehen – früher Schluss machen, weil keine Termine mehr belegt worden seien. Denn das Impfzentrum könne zwar zusätzliche Zeitfenster zum Impfen einrichten, deren Belegung erfolge aber eben nur zentral über das Land. An die 300 Termine waren mit Informationsstand Donnerstag für Sonntag noch offen gewesen, weshalb die Landrätin am Freitag auch auf die freien Kapazitäten hingewiesen hatte.
Änderung der Terminvergabe gefordert
Landrätin und Oberbürgermeister fordern daher „dringend eine Änderung der Terminvergabe“. Es könne nicht sein, dass sie von vielen Bürgern wüssten, die seit Wochen angemeldet seien und auf einen Termin vom Land warteten, und im Impfzentrum gleichzeitig durch das Land zu wenig Termine eingebucht würden. Bisher hätten sie über die kurzfristig anstehenden Termine hinaus keinen Zugriff auf Termine, die registrierten Personen für die Folgezeit bereits zugesagt seien. Das müsse sich dringend ändern, stellen Ganster und Zwick fest. Deshalb seien sie auch an das Land herangetreten, um eine Lösung zu finden. „Ziel ist es, dass das Landesimpfzentrum in Pirmasens flexibel und kurzfristig auch Termine vor Ort anbieten kann“, so Ganster.
Solange dies aber nicht möglich ist, sollten Impfwillige ohne einen zugeteilten Termin nicht ins Impfzentrum kommen, appellieren OB und Landrätin an die Bürger: „Unsere vielen Helfer im Impfzentrum leisten sieben Tage die Woche eine hervorragende Arbeit. Das kann aber weiter nur gelingen, wenn zur Impfung ausschließlich angemeldete Bürger mit Termin ins Impfzentrum kommen.“