Kreis Südwestpfalz „Viel Tierliebe, aber auch viel Disziplin“

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«Contwig.» Hundehalter aus ganz Südwestdeutschland und darüber hinaus kommen zu den Hundeprüfungen des Schäferhundevereins RSV 2000 Contwig aufs Vereinsgelände in der Maßweilerstraße. Der Vorsitzende Achim Schuff aus Blieskastel trat Ende Oktober mit dem zweieinhalbjährigen Deutschen Schäferhund „X-Man von der Maineiche“ zur Schutzhundeprüfung an. Dabei quittierte er die guten Noten seines Tiers mit einem trockenen: „Geiler Köter!“. Unser Mitarbeiter Mario Moschel sprach mit ihm über Führung, Zucht und Röntgenbilder.

Was verschlägt Sie nach Contwig? Im Saarland gibt es doch auch Hundevereine.

Mich hat schon immer der moderne Hundesport fasziniert, der hier betrieben wird. Hier konnte ich mich zusammen mit meinem Hund weiterentwickeln, und das passt einfach. Moderner Hundesport? Gibt es veralteten Hundesport? Ja. Moderner Hundesport arbeitet beispielsweise mit einem Clicker, und es wird so bestätigt, dass der Hund versteht, um was es geht. Und erst, wenn der Hund verstanden hat, worum es geht, wird es von ihm eingefordert. Das ist artgerecht und funktioniert auch sehr gut in der Ausbildung. Wie viele Hunde haben Sie? Ich habe zusammen mit meiner Frau drei Hunde. Einer davon ist ein „geiler Köter“ … (lacht) Ja, das stimmt. Er ist zweieinhalb Jahre alt und hat am vorletzten Wochenende die erste große Prüfung bestanden. Und er hat in allen drei Disziplinen Fährtenarbeit, Unterordnung und Schutzdienst die Note vorzüglich bekommen, und das ist für mich schon eine tolle Reproduktion der geleisteten Arbeit. Wie lange braucht man, bis ein Hund das kann? Der ist jetzt zweieinhalb Jahre alt, ich habe ihn mit acht Wochen bekommen. Man kann also schon sagen, gute zwei Jahre. Bei täglichem Training. Täglich? Ja. Es kommt aber nicht darauf an, wie viele Stunden man trainiert, sondern es kommt auf die Qualität an. Manchmal liegt in der Kürze die Würze. Wenn eine Übung funktioniert hat, höre ich auf. Am Wochenende hat der Verein schon wieder eine Veranstaltung organisiert. Wieder ein Turnier? Nein, da ging es um Sichtung und Körung, also um die Zucht. Züchten Sie selbst? Ich habe ja einen Rüden. Der bringt alles mit. Und wenn jemand eine Hündin mit den entsprechenden Voraussetzungen hat, kann die mit meinem Hund einen Deck-Akt machen. Aber die Voraussetzungen muss er erfüllen. Welche sind das? Er muss geröntgt sein an Ellenbogen und Hüfte sowie Rücken, muss DNA-bestätigt sein und eine Talentsichtung haben. Außerdem muss der Hund in einer Ausdauerprüfung 20 Kilometer am Rad mitgelaufen sein, um zu sehen, dass das Herz gesund ist. Dann kann man einen Deck-Akt machen. Will man mehr Deck-Akte machen, gibt es weitere Voraussetzungen. Das ist ja alles sehr stark reglementiert. Das ist wichtig, weil man in der Zucht Hunde vererben will, die in Sachen Leistung und Anatomie das mitbringen, was sich zu züchten lohnt. Gerade beim Schäferhund gibt es ja die bekannten Probleme mit der Hüfte. Ist das der Grund für die Röntgenbilder? Genau. Das gibt es nicht nur beim Schäferhund, auch andere große Rassen sind davon betroffen. Aber beim Schäferhund guckt man seit langen Jahren ganz genau, was sich vererbt. Das ist sehr wichtig, sonst hat man schnell einen großen Schritt nach hinten gemacht. Hatten Sie selbst mal einen Hund mit Hüftproblemen? Ja, leider. Ich musste ihn mit eineinhalb Jahren erlösen, weil der Hüftkopf nicht angelegt war. Das ist wirklich übel, wenn man einen jungen Hund erlösen muss, weil er anatomisch so große Defizite hat, der die Schmerzen so groß sind. Apropos Schmerzen. Bei der Prüfung vorletztes Wochenende hat man gesehen, dass bei der Schutzhundeprüfung ein gepolsterter Helfer mit einem Gummiknüppel auf den Hund einschlägt. Für Außenstehende sieht das brutal aus. Das ist ein Softstock. Diese Prüfung ist zuchtrelevant. Das heißt, man selektiert in der Zucht auch über diese Prüfung. Und der Schäferhund muss ein gewisses mentales Leistungsniveau mitbringen, das er weitergeben kann. Daher sind die Softstock-Schläge immer noch wichtig. Aber der Hund ist so hoch im Trieb, dass er das gar nicht mitbekommt. Die Belastung kommt eher vom Helfer als vom Stock. Warum macht man das dann noch? Die Zuchtselektion ist einfach wichtig. Der Stock ist nicht so hoch zu hängen. Er ist ein Faktor, aber der Helfer ist wichtiger. Gibt es einen bestimmten Menschenschlag, der sich als Hundehalter eignet, oder anders gefragt: Gibt es Menschen, die nicht geeignet sind zur Hundehaltung? Bei uns im Verein fragen wir jedes Mitglied nach seinen Zielen. Es gibt Mitglieder, denen reicht es, wenn ihr Hund die Begleithundeprüfung schafft. Andere wollen Leistungssport machen mit dem Hund, da sind die Ziele ganz anders gesetzt. Zur Hundeausbildung gehört sehr viel Tierliebe. Aber auch viel Disziplin. Und ein Gerechtes mit dem Hund. Das bedeutet, das gesprochene Wort muss immer Wahrheit sein. Das ist nicht immer einfach. Die Bindung des Tieres an seinen Hundeführer ist so eng, dass das Wort des Hundeführers immer zählt. Das muss man können und leben wollen.

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