Kreis Südwestpfalz Viel Spaß mit dem Pferd
„Den Kindern hat es riesen Spaß gemacht“, sagt Jutta Kehrer. Die Leiterin des Winterbacher Kindergartens ist begeistert vom Verlauf der Reit-Arbeitsgemeinschaft mit dem Gestüt Etzenbacher Mühle bei Käshofen. Seit dem Frühjahr erfuhren neun Kindergarten-Kinder Wissenswertes rund ums Pferd und konnten das in der Praxis umsetzen.
Anfang des Jahres sprach Christian Jochum von der Etzenbacher Mühle beim Winterbacher Kindergartenteam vor und ist dabei „sofort auf Interesse gestoßen“, erinnert sich Kehrer. Gemeinsam mit den Reitlehrerinnen Alisha Klein und Theresa Fragner wurde ein Konzept für eine Reit-Arbeitsgemeinschaft erarbeitet und den Eltern vorgestellt. Im Frühjahr wurde es in die Praxis umgesetzt. Jeden Dienstagnachmittag rückte das Thema Pferd in den Blickpunkt der Reit-AG-Kinder. Theorie im Kindergarten und Praxis im Stall und in der Reithalle der Etzenbacher Mühle wechselten sich ab. „Die Kinder haben gut mitgezogen, die Theorie war besser als gedacht“, berichtet Alisha Klein. „Sie waren total interessiert und haben richtig viel gelernt“, ergänzt Jutta Kehrer. Das zeigen die Kinder auch beim Abschlusstermin in der vergangenen Woche, als nach dem Putzen der beiden Ponys eine Fragerunde auf dem Weg zum Stall ansteht. „Wie nennt man ein schwarzes Pferd?“, fragt Klein. „Rappe“ lautet die vielstimmige Antwort. „Und was ist Raufutter?“ – „Heu“. Klein und Fragner hatten für die Theoriestunden Arbeitsblätter erstellt und Hausaufgaben verteilt. „Alle haben fleißig zuhause gelernt“, berichtet Klein zufrieden. Das Team der Etzenbacher Mühle legt Wert darauf, dass die Kinder das notwendige Drumherum kennen lernen. Da gehören der Stalldienst und die Pferdepflege unausweichlich dazu. „Bei vielen Reitschulen ist es mittlerweile so, dass die Reitschüler in die Halle kommen und dann steht ein gesatteltes Pferd da“, erzählt Alisha Klein. Bevor die Winterbacher Kindergartenkinder aufs Pferd dürfen, steht erst das Putzen an. Welches Pferdekörperteil mit welcher Bürste bearbeitet werden kann, hatten die Kinder in der Theorie gelernt. In der Praxis funktioniert das Putzen schon ganz gut, auch wenn manchmal der Hofhund interessanter ist und vom eigentlichen Tun ablenkt. Die Reit-AG ist ein freiwilliges, kostenpflichtiges Angebot. Die Eltern bezahlten fünf Euro je Kind und Stunde dafür. Den Transport der neun Kinder zur vier Kilometer entfernten Reitanlage übernahmen die Kindergartenleiterin und Eltern. „Von der Gemeinde-Unfallversicherung her war das kein Problem“, bemerkt Kehrer. Die Resonanz auf das Angebot sei sehr positiv gewesen, nach den Sommerferien soll die Reit-AG fortgesetzt werden, fügt sie an. Von den neun Kindern, die jetzt dabei waren, gehen fünf nach den Ferien in die Schule. „Wer von den anderen Lust hat weiterzumachen, darf das“, bemerkt Kehrer. Im Gestüt Etzenbacher Mühle könnten zwei Gruppen gebildet werden, eine mit den dann neuen AG-Kindern und eine mit den fortgeschrittenen. Mit seinem Reit-AG-Konzept wirbt das Mühlen-Team auch bei anderen Kindergärten. Kapazitäten gibt es, bis zu vier Kindergärten könnten betreut werden, betonen Fragner und Klein. Beide haben sich zu zertifizierten Reittherapeuten ausbilden lassen und bieten neben den Reit-AGs viele therapeutische Angebote mit dem Pferd an.