Waldfischbach-Burgalben
Verträge in trockenen Tüchern: Die Brandruine kommt weg
Das ehemalige Hotel Martin und das Nebengebäude weichen, wie geplant, einer Wohnanlage für betreutes Wohnen, die verknüpft ist mit dem Bau des Seniorenheims am Alten Rathaus. Beim Projekt gibt es noch einen Betreiberwechsel. Die Alloheim, der zweitgrößte private Betreiber von Seniorenheimen in Deutschland, hat die Verträge für die geplante Einrichtung am 1. September unterschrieben. Laufzeit: 25 Jahre.
Marienhaus GmbH steigt aus
Bürgermeister Michael Oestreicher (BWB) informierte am Mittwoch den Gemeinderat über die aktuellen Entwicklungen bei diesem Großprojekt, das in den vergangenen Monaten einige Veränderungen erfuhr. So war zunächst geplant, dass die Marienhaus GmbH aus Waldbreitbach, die noch das Rodalber Krankenhaus betreibt, das Seniorenheim und das Angebot an betreutem Wohnen in Waldfischbach-Burgalben verantwortet. Eine entsprechende Absichtserklärung gab es, die endgültige Vertragsunterzeichnung erfolgte aber nicht.
Nun ist ein neuer Betreiber gefunden, der Vertrag ist bereits unterschrieben. Die Alloheim Senioren Residenzen SE mit Sitz in Düsseldorf tritt jetzt an die Stelle der Marienhaus GmbH. Das Unternehmen gehört dem schwedischen Finanzinvestor Nordic Capital und betreibt bundesweit 238 stationäre Pflegeeinrichtungen mit 22.900 Pflegeplätzen. Dazu kommen 87 Einrichtungen für betreutes Wohnen und 25 ambulante Pflegedienste. Über 22.000 Mitarbeiter sind bei Alloheim beschäftigt. Die Zahlen sind aktuell, denn laut Börsenzeitung steht das Unternehmen seit 1. September zum Verkauf. Als möglicher Käufer wird der größte private Betreiber von Seniorenheimen in Deutschland, die Korian-Gruppe, gehandelt. Der Käufer würde dann auch die Verträge über die geplante Einrichtung in Waldfischbach-Burgalben übernehmen.
Baugenehmigung steht aus
Für den Neubau des Seniorenheimes hatte die Ortsgemeinde die Grundlagen geschaffen, einen Bebauungsplan aufgestellt und mit dem Investor einen städtebaulichen Vertrag geschlossen. Was jetzt noch fehlt, ist die Baugenehmigung. Laut der Schenk-Gruppe, so Oestreicher, sollte der Antrag noch im September eingereicht werden.
Die Schenk-Gruppe hat von ihrer Option Gebrauch gemacht und das Gelände des ehemaligen Hotels inklusive des nebenstehenden Gebäudes, das seit dem Brand ebenfalls nicht mehr bewohnbar ist, gekauft. Das habe ihm Unternehmenschef Manfred Schenk in einem Telefonat mitgeteilt. Den Kauf hatte sie davon abhängig gemacht, dass das Gesamtprojekt Seniorenheim und betreutes Wohnen realisiert werden kann. Mit der Vertragsunterzeichnung von Alloheim ist dafür ein wichtiger Grundstein gelegt worden.
Schwierigkeiten bereiteten aber auch die Brandfolgen, die Versicherungsfragen und Entsorgungskosten, da nach dem Brand Asbest entsorgt werden mussten. Schenk habe signalisiert, dass man den Zeitplan einhalten wolle. Der Abriss des Schandflecks rückt also näher.