Zweibrücken
Verbandsgemeinde macht ihren Strom künftig selbst
Die neue Gesellschaft wird vor allem auf Gebäuden der Verbandsgemeinde Photovoltaik-Anlagen bauen und damit Solarstrom erzeugen, den sie selbst verbraucht. Die Verbandsgemeinde stellt die Gebäude zur Verfügung, die WVE baut die Anlagen, und die Energiegesellschaft wird der Betreiber sein. Die Verbandsgemeinde kauft dann den Strom nicht mehr von den Pfalzwerken, sondern von ihrer Tochtergesellschaft.
Laut Verbandsbürgermeister Björn Bernhard will die Verbandsgemeinde so ihre Stromkosten senken. Derzeit bezieht sie ihren Strom von den Pfalzwerken und zahle beispielsweise für die Grundschule in Hornbach durchschnittlich 18.000 Euro im Jahr. Dort könne man eine 650 Quadratmeter große PV-Anlage auf dem Dach installieren und den Strom selbst produzieren, was eine deutliche Ersparnis bringe – wobei Bernhard noch keinen Euro-Betrag nennen wollte.
PV-Anlagen sollen auch aufs Dach des Verwaltungsgebäudes in Zweibrücken, auf die Grundschule in Bechhofen, aufs Contwiger Feuerwehrhaus und – aber erst nächstes Jahr – aufs Dach des Freibadgebäudes in Contwig. Dort lohne sich das besonders, da das Schwimmbad hohe Stromkosten verursache. Außerdem müsse das Dach gemacht werden, was die Energiegesellschaft beim Bau der Anlage übernehmen würde.
Die Verbandsgemeinde will den Ortsgemeinden anbieten, auf die neue Gesellschaft zurückzugreifen. Contwig beispielsweise habe Interesse. Dellfeld plant eine PV-Anlage auf dem Bürgerhaus, will das aber selbst umsetzen. Auch das neue Bechhofer Kindergartengebäude werde sich eignen, blickt Bernhard voraus. Dort werde man eine große Fläche haben und viele Abnehmer im Umfeld, so dass sich dort sogar ein Stromspeicher rentieren dürfte. Ins Netz einspeisen wolle man dagegen nicht, da es dafür kaum noch Geld gebe.
Die Energiegesellschaft wird eine Sparte der Verbandsgemeindewerke, die sich bisher um Wasser und Abwasser kümmern. Geschäftsführer soll deshalb Werkleiter Eckart Schwarz werden. Gegründet und notariell beurkundet ist die Gesellschaft bereits, am 19. Mai soll sich die Gesellschafterversammlung das erste Mal treffen. Darin sitzen neben Werkleiter Schwarz von der Verbandsgemeinde Bürgermeister Björn Bernhard (CDU) und seine Beigeordneten David Betz (SPD), Thomas Hohn (FDP) und Bernd Hofer (Grüne). Die Verbandsgemeinde hält 51 Prozent an der Gesellschaft, die WVE 49 Prozent. Dementsprechend werden die Gewinne aufgeteilt.