Wirtschaftsleben
Valentinstag: Wer profitiert davon in der Südwestpfalz?
Zumindest im Schmuckhandel vor Ort scheint der Tag kein besonderer zu sein. Für Jana Haas von Uhren, Optik und Schmuck Straub in Dahn, der Urenkelin des Firmengründers, spielt der Valentinstag keine besondere Rolle. Das sei noch nie ein besonderer Verkaufstag gewesen, sagt sie. Nicht der „Brüller“ ist dieser Tag ebenfalls für Juwelier Michael Lehmann in Waldfischbach-Burgalben. Wobei, stellt er fest, dies vor drei, vier Jahren durchaus besser gewesen sei.
Valentinstag hat sich etabliert
Anders sieht es bei Gastronomen aus. Viele Lokale bieten zum Valentinstag Menüs für Paare an, für die man rechtzeitig reservieren muss. Der Valentinstag habe sich etabliert, stellt etwa Andreas Bold vom Grünen Kranz in Rodalben fest. Anders als an Feiertagen wie Ostern oder Weihnachten, an denen Familien zum Essen ausgehen, reserviert er für den 14. Februar hauptsächlich für Paare. Mit dem weniger erfreulichen Nebeneffekt, dass Kapazitäten nicht ausgeschöpft werden, weil auch große Tische nur mit zwei Personen besetzt werden. Geöffnet ist an diesem Abend dennoch ebenfalls für andere Gäste. Auf der anderen Seite sei es ein Tag unter der Woche und zu Jahresbeginn meistens ruhiger, sagt Bold, der unterm Strich sehr zufrieden ist mit der Resonanz am 14. Februar.
Erst seit zwei Jahren gibt es ein Romantik-Menü zum Valentinstag im Hotel-Restaurant Zum Schwan in Waldfischbach-Burgalben. Das hing auch damit zusammen, dass Fasnacht oft zur gleichen Zeit ist und es dann ein „beschwipstes Menü“ gibt. Doch das Valentinsmenü werde gut angenommen, stellt Chefin Gabi Ullrich-Stöbener fest. Deswegen wollten sie erst mal daran festhalten. Der Stammtisch werde aber auf jeden Fall freigehalten, versichert sie.
„Ständenhof“ ist ausgestiegen
Keine große Bedeutung mehr hat der Valentinstag im Hotel-Landgasthaus Ständenhof bei Ruppertsweiler, sagt dort Chefin Bettina Ehrgott. Früher ja, aber mittlerweile hätten sie andere Aktionen eingeführt, die länger liefen und gut ankämen. In diesem Jahr falle der 14. Februar ohnehin auf einen Ruhetag. Gehen sie und ihr Mann dann selbst essen? Gezielt nicht, sagt Bettina Ehrgott. Sie lege keinen Wert auf diesen Tag. „Ich habe schon zu meinen Mann gesagt, dass er mir keine Rosen kaufen muss“, erzählt sie. Sie schätzt es mehr, wenn man sich unabhängig von solchen Tagen aufmerksam begegnet.
Pralinen und Schokolade verkaufen sich gut
Nichtsdestotrotz gibt es noch genug Verbraucher, die für diesen Tag eine Kleinigkeit besorgen – oder beim Einkaufen dazu animiert werden. In den Lebensmittelmärkten der Wasgau AG zum Beispiel ist der Valentinstag neben Weihnachten, Ostern und Muttertag für Pralinen und Schokowaren einer der Absatz-Höhepunkte im Jahr, stellt Marketingleiterin Isolde Woll fest. Gefragt seien zudem Sekt, Prosecco oder Cremant, beliebt sei Rosé. Ein Mini-Trend sei der Verkauf von Erd,- Him- und Heidelbeeren. Auch Geschenkpflanzen, Schnittblumen und Floristensträußen seien mehr gefragt.
