Kreis Südwestpfalz Urologie feiert heute Geburtstag

Die Homburger Uni-Urologie teilt sich das Gebäude mit der Hals-Nasen-Ohrenklinik (HNO).
Die Homburger Uni-Urologie teilt sich das Gebäude mit der Hals-Nasen-Ohrenklinik (HNO).

Die Klinik für Urologie und Kinderurologie an den Homburger Unikliniken wird dieses Jahr 70 Jahre alt. Bei einem zweitägigen wissenschaftlichen Symposium, das heute und morgen im Homburger Saalbau veranstaltet wird, schauen die Spezialisten zurück und ein Stück vor in die Zukunft. Vor allem wird über Früherkennung und aktuelle Behandlungsmethoden gesprochen.

Lange Zeit galt Homburg als die einzige Universität, die die Urologie als eigenständige Fachrichtung lehrte, betont Michael Stöckle, der heutige Direktor der Homburger Uniklinik für Urologie und Kinderurologie. Erst 20 Jahre nach Gründung der Urologie-Abteilung in Homburg seien andere Universitätskliniken in Deutschland nachgezogen. Etliche Koryphäen auf dem Gebiet der Urologie haben nach Stöckles Worten „einen wissenschaftlichen Stammbaum, der auf die Anfänge in Homburg zurückgeht“. Dies gelte auch für Rudolf Hohenfellner, der 1967 von Homburg aus die Urologische Klinik der Universität Mainz gründete, und für Fritz Schröder, den späteren Direktor der Urologischen Universitätsklinik Rotterdam. Margit Fisch, die bislang erste und einzige Frau, die einen Lehrstuhl für Urologie innehat – sie unterrichtet heute in Hamburg – hat in Homburg studiert. Zusammen mit weiteren Spezialisten werden die drei Genannten heute und morgen Vorträge beim Symposium im Saalbau halten. In den 70 Jahren ihres Bestehens hat die Homburger Uni-Urologie einige neuartige Diagnostik- und Therapiemethoden entwickelt. Seit 2006 setzen die Mediziner eine minimal-invasive Operationstechnik ein. Bei dieser zur Schlüsselloch-Chirurgie gehörenden Methode kann mithilfe eines Operationsroboters, dem DaVinci-Roboter, die Prostata oder die Harnblase entfernt werden. Sie wird auch bei Nieren-Eingriffen genutzt. Als Meilenstein in Deutschland bezeichnet Stöckle die „erste roboter-assistierte minimal-invasive Nierentransplantation“, die voriges Jahr in Homburg vorgenommen wurde. 1947 war die urologische Fachabteilung aus der Taufe gehoben worden. Als Gründungsvater gilt Carl Erich Alken. Seine Ausbildung hatte er vor dem Krieg von dem bedeutenden Urologen Alexander von Lichtenberg in Berlin erhalten. Auch während der Nazizeit soll Alken seine engen Beziehungen zu jüdischen Kollegen beibehalten haben – von diesen galten einige als Pioniere auf ihrem Fachgebiet. Nach dem Zweiten Weltkrieg wagte Alken in Homburg den Neustart. Beim zuständigen französischen Militärgouverneur Gilbert Grandval erreichte er, dass die Kurse saarländischer Medizinstudenten anerkannt wurden. Bereits am 8. März 1947 wurde das Homburger „Institut de l’ Université Médecine“ gegründet, das als Außenstelle zur Universität Nancy gehörte. An diesem medizinischen Institut arbeitete und forschte der Urologe, der 1909 in Hönningen/Ahrtal geboren wurde. Seine offizielle Lehrberechtigung erhielt er 1948; im gleichen Jahr wurde Alken an der Sorbonne in Paris zum „außerordentlichen Professor“ ernannt.

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