Kreis Südwestpfalz Unterricht für Kinder aus der ganzen Welt

Der Countdown für die geplante Internationale Schule in Kaiserslautern läuft: Noch im März muss eine Entscheidung über den Standort fallen, sonst wird es schwierig, die Schule bereits im September zu öffnen, mahnen Hans-Günther Clev und Ludger Müller vom Verein Zukunftsregion Westpfalz (ZRW).
40 feste Anmeldungen und über 120 Anfragen für einen Platz an der Internationalen Schule gibt es bereits, sagt Hans-Günther Clev, Geschäftsführer der ZRW. Was fehlt, ist ein Gebäude. Lange war die Villa Ritter, in der das ehemalige Kreiswehrersatzamt untergebracht war, als Standort im Gespräch. Seit Januar ist klar, dass daraus nichts wird, da die Stadt das Gebäude als Unterkunft für Flüchtlinge benötigt. Seither werde über ein neues Gebäude verhandelt, erklärt Clev. Zuerst sei an die Bännjerrückschule gedacht worden, diese Idee habe sich aber zerschlagen. Nun gehe es um die Schule am Beilstein. Das Gebäude sei marode, es gebe Überlegungen, die Schule mit den Förderschwerpunkten ganzheitliche Entwicklung und Sprache in die Bännjerrückschule umzuziehen, so der Vorsitzende. Für die Internationale Schule wäre der Standort geeignet. Wichtig sei, dass die Gebäudestruktur stimme, also Klassensäle, Turnhalle, Sanitäranlagen vorhanden seien. Bevor die Internationale Schule den Betrieb aufnehmen könne, müsste das Gebäude zwar renoviert werden, das wäre zeitlich aber noch machbar, bevor das Schuljahr im September anfange, schätzt Clev. Zumindest, wenn die Entscheidung über den Standort zügig getroffen wird, hofft Ludger Müller, Vorstandsvorsitzender des Vereins. „Die Schule ist ein wichtiger Standortfaktor für die Stadt Kaiserslautern, es geht um Arbeitsplätze“, betont Müller. Viele Firmen in Kaiserslautern und Umgebung seien international tätig, ihre Belegschaft komme aus der ganzen Welt: Amerika, Australien, Japan, Pakistan, Indien und China, zählt Müller auf. Gehe es darum, den künftigen Arbeitsplatz auszuwählen, spiele immer auch die Familie eine Rolle. Wer mit Kindern quer um die Welt reist, um in der Region zu arbeiten, frage als erstes danach, ob es eine Internationale Schule gebe. „Eine deutsche Schule können diese Kinder nicht besuchen, sie sind ja nur vorübergehend in der Stadt und ihre Sprachkenntnisse reichen in der Regel nicht aus, dem Unterricht auf Deutsch zu folgen“, schildern Clev und Müller. Beide waren selbst auf einer Internationalen Schule und sind von deren Vorteilen überzeugt: „Der Unterricht erfolgt auf Englisch und sieht weltweit gleich aus. Die Schüler nehmen zur gleichen Zeit den gleichen Stoff durch, egal, ob in Deutschland, Asien oder Amerika. Weltweit legen sie am selben Tag die Prüfungen ab und arbeiten alle auf das Internationale Bakkalaureat hin“, erklärt Clev. Kurz: Wessen Kinder die Internationale Schule besuchen, der sei flexibel, könne den Wohnort wechseln, ohne schulische Nachteile für die Kinder. Für internationale Firmen, die sich in Kaiserslautern ansiedeln wollen, spiele das Thema ebenfalls eine Rolle, betont Müller. Er selbst hat längere Zeit in Indien gearbeitet, seine Familie war dabei. Seine drei Kinder haben die Internationale Schule besucht, alles andere wäre aufgrund der Sprachbarriere unmöglich gewesen. „Wir wollen doch dem Fachkräftemangel etwas entgegensetzen, mit der Internationalen Schule können wir das“, sind Clev und Müller überzeugt. Firmen, die international aufgestellt sind, gebe es in der Region genug: John Deere, die Forschungsinstitute an der Wissenschaftsmeile, Opel, Johnson Controls zählen sie als Beispiele auf, dazu kommen die Nato-Angehörigen. Das Interesse an der Internationalen Schule aus der Umgebung Kaiserslauterns sei groß. Darin, dass Kaiserslautern die Schule braucht, sind sich die beiden einig. Damit daraus etwas werden könne, müsse jetzt gehandelt werden . (jtt)