Kreis Südwestpfalz Unter dem Schlossberg

Freigelegte Mauerreste auf dem Blieskasteler Schlossberg.
Freigelegte Mauerreste auf dem Blieskasteler Schlossberg.

Manche Geheimnisse der Vergangenheit sind offensichtlich, andere wiederum liegen tief in der Erde versteckt. Blieskastel erhielt sein heutiges Gesicht in der Zeit des Adels. Wo einst das Schloss stand, suchen Archäologen nach Gegenständen aus dem Alltag jener Zeit. Eine bis 1. August geöffnete Ausstellung im Haus des Bürgers erzählt Geschichten aus der Geschichte von deren Erforschung.

Zu den leicht erkennbaren Spuren der Blieskasteler Stadtgeschichte gehört die barocke Stadtanlage. Deren verwinkelte Straßen und Gassen liegen am Fuß des Schlossbergs. Dort thront der moderne Bau des Von-der-Leyen-Gymnasiums, dessen Name an die früheren Schlossherren erinnert. Doch mit Gräfin Marianne von der Leyen war es mit der französischen Revolution vorbei. Das alte Europa der Adelsfamilien machte dem aufgeklärten Bürgertum Platz. Bei ihrer Flucht 1793 hinterließ die Gräfin ein noch intaktes Schloss. Doch die adelige Behausung zerfiel nach und nach. Die schweren Steine stürzten auf die unter dem Schloss gelegenen Häuser herab und bedrohten deren Bewohner. Anfang des 19. Jahrhunderts wurde das Schloss abgebrochen und als Baumaterial versteigert. Mit dem Bauschutt ließ die damalige bayerische Staatsregierung die Hohlräume füllen und ebnete das Gelände ein. In den 1940er Jahren wurde das Gebäude des heutigen Von-der-Leyen-Gymnasiums errichtet. Vom Schloss blieb die Mauer übrig. 2005 bewegten sich Steine dieser Befestigung in Richtung Innenstadt. Dadurch wurde die Wissenschaft auf die historische Stätte aufmerksam. Die Archäologin Christel Bernard begann mit einem Team der saar-pfälzischen Beschäftigungsgesellschaft Aquis mit den Grabungen. Bernard fand Zeugnisse des Alltagslebens der Schlossbewohner wie Küchengeschirr und Gebrauchskeramik. Im Lauf der Zeit legte die Forscherin Teile der Kellergewölbe des Schlosses frei und stieß auf die Grundmauern einer mittelalterlichen Burg. 2016 wurde der Untergrund des Schlossbergs mit einem Bodenradar untersucht, wie Olaf Vieweg, Vorsitzender des Historischen Vereins Blieskastel, sagte. Die neuesten Forschungsergebnisse vom Schlossberg zeigt der Verein in einer Ausstellung im Blieskasteler Haus des Bürgers am Luitpoldplatz. Neben dem Schlossberg informieren die Schautafeln über die Geschichte der ehemaligen Sebastiankirche in der Alten Pfarrgasse und über die Vergangenheit des Kirchheimer Hof bei Breitfurt. „Am Beispiel der drei historischen Orte und ihrer wechselvollen Geschichte soll die reichhaltige Historie und der archäologische Reichtum des Bliesgaus verdeutlicht werden“, so Vieweg. Info: Die Ausstellung ist noch bis 1. August im Haus des Bürgers am Luitpoldplatz 4 in Blieskastel zu sehen. Öffnungszeiten: montags bis mittwochs von 8.30 bis 12. Uhr und 14 bis 16 Uhr, donnerstags bis 18 Uhr. Eintritt frei.

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