CONTWIG / SCHMITSHAUSEN / BATTWEILER
Und es war Sommer
Die diesjährige Getreideernte hat weniger Erträge gebracht als im vergangenen Jahr, wo es auch schon keine über dem Durchschnitt liegende Ernte gab. Oberhalb des Heidelbingerhofes, in der Senke hinter dem ehemaligen Zweibrücker Militärflughafen, steht und liegt noch nicht geerntetes Getreide. Auch auf dem Stockbornerhof, auf Feldern um Contwig und weiteren Gemarkungen des Zweibrücker Landes ist die Getreideernte noch nicht abgeschlossen.
Die mit regelmäßiger Beständigkeit einsetzenden Regentage sorgen für den Ernteverzug. Die wenigen Sonnenstunden dazwischen reichen häufig nicht aus, dass das Getreide wieder so austrocknet, damit es abgeerntet werden kann. Dies bringt eine enorme Qualitätsminderung, sodass eigentlich selbst wertvolles Brotgetreide nur noch gerade für Futtergetreide taugt. Jetzt befürchten die Bauern sogar, dass das noch nicht geerntete und zum Teil zum Boden niedergedrückte Getreide bereits auf dem Halm auswachsen könnte, sodass es endgültig wertlos ist. Es braucht dringend viel Sonne, damit die Ernte abgeschlossen werden kann.
Schon vor zwei Wochen hat Norbert Storck aus Schmitshausen gegenüber der RHEINPFALZ erläutert, dass sonnige und oft zu trockene Sommer bessere Bedingungen sind für eine gute Getreideernte. Für die Heuernte sei das diesjährige Wetter mit dieser stets zu hohen Luftfeuchtigkeit auch völlig ungeeignet. „Soll Heu seine richtige Dürre für ein schmackhaftes Viehfutter haben, dann braucht es einige Sonnentage, wo die Luft von der Hitze flimmert“, sagt der erfahrene Landwirt. Es habe aber in diesem Jahr kaum eine Woche durchgehend wärmende Sonne gegeben, sodass der Missmut der Bauern zu verstehen sei.
Glücksfall: Sonnige und goldene Herbsttage
Es gibt auch noch viele Wiesen, die die Bauern mähen würden für Rauhfutter, falls es wirklich goldene Herbsttage gibt mit strahlendem Sonnenhimmel. Klar ist für die Bauern, dass es noch einen guten vierten Grünschnitt geben wird. Dazu bräuchte es nur einige Tage gutes Erntewetter. Dies gelte auch für den Futtermais, der sich im besten Vorerntezustand präsentieren würde. Bei ihm dürften Menge und Qualität kaum zu beanstanden sein, glaubt Landwirt Andreas Veith aus Battweiler.
Überall werden abgeerntete Getreidefelder aufgegrubbt, gelockert oder umgepflügt und eingesät, weil sie an Feuchtigkeit und leichter Bearbeitbarkeit des Ackerbodens ideal für eine Neueinsaat sind. Bauer Veith hat Raps gesät, wo er jetzt schon beim ersten grünen Austrieb auf dem Feld darauf achten muss, dass er nicht von den Schnecken gefressen wird. In diesem Jahr sei dies durch die anhaltende Feuchtigkeit eine Plage, was schnell zu einem nicht mehr auszugleichenden Schaden für das gesamte Feld führen kann. Außerdem wird Zwischenfrucht für die Grünfütterung im Spätherbst oder die wertvolle natürliche Gründüngung der Felder gesät.
Erfolgreiche Erntezeit in den Hausgärten
In den Gärten können jetzt Bohnen, Gelbrüben, Tomaten, Paprika, Gurken, Salat und schon Grumbeere geerntet werden. Die Auswahl ist für die Gartenfreunde groß, obwohl die viel zu kühlen Nächte mit lang anhaltendem Morgentau das Wachstum zum Stillstand bringen. Außerdem mögen Tomaten, Gurken, Paprika und selbst die Grumbeere diese dauerfeuchte nicht, denn die führt zu Blattkrankheiten, die der weiteren erfolgreichen Herbsternte schaden. Nun ist auch der Zeitpunkt für die Aussaat von Feldsalat, Spinat und das Setzen für den Herbstsalat gekommen, raten die Gartenfreunde. Hier sollte man jedoch keine Zeit mehr verstreichen lassen, damit die schönen Herbstage alles noch wachsen lassen, so die erfahrenen Hobbygärtner.