Kreis Südwestpfalz Und der goldene Hahn grüßt vom Dach

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KNOPP-LABACH. Der elegante Spitzturm der Kirche in Knopp war ein Schmuckstück im Landschaftsbild der Sickinger Höhe. Deshalb verwundert es nicht, dass die Kirche schon häufig Fotomotiv für Jahreskalender und Kunstdrucke war. Kirchtürme sind seit Jahrhunderten die höchsten Bauwerke in unseren Dörfern, sie hatten eine besondere Funktion für das Landleben: Sie wurden zum Schutz für die Bevölkerung vor Feinden genutzt, wo es keine Burg oder Unterschlupfe in Felsen gab. Schließlich läuteten hoch oben in der Turmspitze die Glocken. Nicht nur zum Gottesdienst. Bei Feuer und Unwetter hat man mit dem Glockenschlag Helfer herbeigerufen. Vielen Stürmen und Unwettern hat die 1922 erbaute Kirche am Dorfeingang schon Stand halten. Mit ihrer dadurch marode gewordenen Fassade war sie nun wahrlich keine Zierde mehr für das Dorf. Bis hoch hinauf zur über 25 Meter hohen Turmspitze reicht zurzeit das Stahlgerüst (Firma Weizel, Winterbach), denn das undichte Dach muss erneuert werden. Und einige Sparren am Turm. Nicht mehr dicht war die alte Schiefereindeckung des Turmhelms gegen den Regen, erzählt Hermann Gries vom Kirchenrat. Nun bilden die Sparren zusammen mit der neuen Verschalung wieder eine kompakte Unterkonstruktion. Die wurde mit Schieferplatten eingedeckt, die zur Eindeckung des Kirchenschiffs passen. Zudem hat die Kirche einen freundlichen Außenanstrich (Firma Noll, Landstuhl) erhalten. „Die dem Baustil angepasste Sanierung gibt der Kirche eine Ausstrahlung, die es an seinem besonderen Platz am Dorfeingang verdient“, erläutert Architekt Hermann Held aus Contwig. Auch die Denkmalpfleger der bischöflichen Bauverwaltung in Speyer seien wie die Mitglieder der Kirchengemeinde vom Erfolg der Renovierung angetan, sagt Held. Weniger erfreulich sei nur, dass mit dem Fortgang der Renovierung immer mehr Mängel zutage kamen. „Es geht dann häufig um Mehrkosten, deren Finanzierung zu klären ist“, sagt Gries. Er lobt alle Beteiligten, die zusammen eine Lösung gefunden haben. „In Knopp steht man zu seinem ehrwürdigen denkmalgeschützten Gotteshaus“, meint Beigeordneter Emil Schneider. Auch die Kirchenfenster werden erneuert, da die ursprünglich geplante Teilsanierung nicht mehr möglich ist: Die Metallrahmen sind fast durchgerostet und die Glasscheiben trüb. Architekt Held vermutet, dass es eine Notverglasung aus der Kriegszeit sein könnte. Nun gibt es neue, bleiverglaste Fenster, die das Sonnenlicht in die Kirche lassen, was eine warme Atmosphäre bringen wird, so die Baufachleute. Mit der Neuverlegung der Elektrotechnik und dem Beseitigen der Risse im Putz bis tief ins Mauerwerk stellte sich auch die Frage: Was geschieht mit dem Innenraum? Ihn zu sanieren, war nicht vorgesehen. Manche Kirchgänger haben sich dahingehend geäußert, dass man doch die dunkle „Räucherkammer“ so nicht lassen könne. Durch die Putzarbeiten an den Elektroschlitze und den Fenstern ergeben sich noch mehr störende Farbkontraste. Mit Überstreichen lassen sie sich nicht beheben. Ein neuer Anstrich im Kirchenschiff und im Altarraum war nötig. Wieder gab es Diskussionsbedarf, wieder fand Speyer eine Lösung, so Gries. Bevor die Kirche einen neuen Anstrich bekommen kann, müssen die bisherigen drei Altanstriche entfernt werden, um auf die Ursprungsfarbe zu kommen. Die soll dann mit heutiger Farbtechnik aufgefrischt werden. Mehrkosten: 30 000 Euro. Speyer zahlt 80 Prozent. Im Altarraum gibt es auch noch ein Deckengemälde, das nur noch schwach zu erkennen ist. Diese Fresko, das sogar im Kunstführer des Landes wegen ihrer Besonderheit erwähnt wird, möchte man nun auch gerne wieder deutlich sichtbar machen, da sie ein Schmuckstück religiöser Symbolik für das Gotteshaus wären. Für eine neue Kirchturmuhr ist nach ländlicher Kirchentradition die Ortsgemeinde zuständig. Die Kosten haben Ortsbürgermeister und Rat einige schlaflose Nächte beschert. Künftig werden wieder drei Zifferblätter der Kirchturmuhr zu sehen sein. Das hat der Ortsrat entschieden getroffen. Aber die Kosten von rund 15 000 Euro sind nicht im Haushalt eingeplant, und Rücklagen besitzt die Ortsgemeinde auch nicht, so Ortsbürgermeister Ralf Schneider. Zusammen mit dem Rat hat er Spender gefunden, die sich verpflichtet haben, bei der Mitfinanzierung großzügig zu zeigen, erläutert Schneider. Bei einem Baugespräch vor Ort ist dem Denkmalfachmann aus Speyer ein neugotisches Taufbecken aus Sandstein auf dem Friedhof aufgefallen. Woher er stammt, ist unklar. Aber nun hat das für die Liturgie im kirchlichen Leben zuständige Gremium entschieden, dass er renoviert wird und in die Kirche kommt. Für die Renovierung der Außenansicht und des Daches gewährt Speyer einen Zuschuss von 60 Prozent. Die Kirchengemeinde muss den Rest aufbringen, was möglicherweise nicht vollständig durch die Rücklage abgedeckt werden kann. Deshalb hofft man auf die Spendenfreudigkeit der Dorfbewohner.

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