Münchweiler RHEINPFALZ Plus Artikel Uganda-Projekt: Hostelbau schreitet gut voran

So sieht das erste von zwei Hostel-Gebäuden in Uganda aus.
So sieht das erste von zwei Hostel-Gebäuden in Uganda aus.

Der Rohbau des Hostels, das aus zwei Gebäuden besteht, ist fertig und überdacht. Es ist eine von vielen Hilfsmaßnahmen, die seit über zehn Jahren unter dem Thema „Kinderhospital, Schwester Maria in Uganda“ angegangen wurden. Initiiert, geführt und überwacht wird das mittlerweile beachtliche Hilfsprojekt von Ludwig Heim aus Münchweiler.

Heim steht mit der vor Ort agierenden Schwester Maria Goretti Natake zweimal wöchentlich in telefonischem Kontakt. Sie dokumentiert die Fortschritte der neuen Baumaßnahmen, die vom Verein LuMa-Ugandahilfe finanziert werden.

Im Frühjahr sorgten die 25.000 Euro eines anonymen Spenders dafür, dass ein in der Schublade dahinschlummerndes Bauprojekt jetzt endlich begonnen werden konnte. Eingerichtet werden soll ein Gewerbegebäude mit bis zu vier kleinen, zwischen sechs und acht Quadratmeter großen Läden.

Rohbau fertig und überdacht

Ein noch größeres Projekt, der Bau eines Hostels mit acht bis zehn Räumen, mache beachtliche Fortschritte, berichtete Heim. Der Rohbau steht und ist überdacht. Momentan werden die Fenster und Türen eingebaut. Danach beginnen die Elektroinstallationen. „Das gesamte Gebäude wird von einer Baufirma errichtet“, sagt Heim. Durch das Hostel sollen „mindestens drei oder vier“ Arbeitsplätze entstehen, bemerkt Heim. Diese Mitarbeiter sollen das Hostel führen und es unterhalten. „Natürlich wissen wir, dass wir nicht die Probleme des Arbeitsmarktes in Uganda lösen können, aber wir können in einem Ort einen kleinen Teil dazu beitragen, dass einige wenige Leute etwas Arbeit haben“, erklärt Heim.

Die Entscheidung, ein Hostel zu bauen, fiel kurz nach der Entdeckung eines Ölvorkommens im nahen Lake Albert. Die bei der Ölförderung beschäftigten Arbeiter könnten in dem Hostel unterkommen. Für das Land und seine Menschen sei die Ölförderung ein Segen, meint Heim.

Corona verstärkt Armut

Corona ist auch in Uganda ein Thema. Von Schwester Maria erfuhr der Münchweilerer, dass aufgrund des Lockdowns viele Menschen ihre Arbeit verloren hätten. Staatliche Unterstützung gebe es dort aber nicht. Lebensmittel, Baumaterialien und andere Dinge seien knapp und verteuerten sich enorm. Die ländliche Bevölkerung könne ihr angebautes Obst und Gemüse nicht mehr in den Städten verkaufen, weil die Verkehrsmittel stillstanden und die Märkte zum Teil geschlossen waren. Dies sei auch der Grund gewesen, weshalb der Verein LuMA-Ugandahilfe in diesem Sommer eine Tonne Reis gekauft habe und an die Menschen von Mugoija verteilte. „Die Leute sind arm und hatten für ihr Grundnahrungsmittel Reis kein Geld“, erklärt Heim.

Einen kleinen Rückschlag bei seinen Bemühungen, den Menschen vor Ort zu helfen, erlitt der Verein bei der eigentlich erfolgreichen Schweinezucht. Sie war von der Schweinegrippe betroffen, mehrere Tiere mussten notgeschlachtet werden. Die Anlage sei desinfiziert worden, Heim hofft, dass die Zucht wieder aufgenommen werden kann.

Hilfe zur Selbsthilfe

Im kommenden Jahr will Ludwig Heim wieder nach Uganda fliegen, wenn das möglich ist. Mit dem Anreiz, kleine Lädchen anzubieten, diese zu verpachten oder zu vermieten, wolle man den Menschen helfen, ein wenig weg von Spendengeldern zu kommen. Außerdem soll mit dem erzielten Erlös die Kinderkrankenstation unterstützt werden. „Die 25.000 Euro für das Gesamtprojekt werden wahrscheinlich nicht reichen. Aber Kredite werden keine aufgenommen. Wir sind aber bereits ein gehöriges Stück weitergekommen“, sagt Heim zufrieden.

Spendenkonto

VR-Bank Südwestpfalz, IBAN DE 50 5426 1700 0005 114608.

Mütter kommen mit ihren Kindern zur Krankenstation, die der Verein LuMa-Ugandahilfe aufgebaut hat.
Mütter kommen mit ihren Kindern zur Krankenstation, die der Verein LuMa-Ugandahilfe aufgebaut hat.
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