Contwig RHEINPFALZ Plus Artikel Turbo-Internet ab Sommer 2022

In den kommenden sechs Wochen soll mit dem Verlegen der Glasfaser-Kabel in Contwig und Stambach begonnen werden. Das Foto entsta
In den kommenden sechs Wochen soll mit dem Verlegen der Glasfaser-Kabel in Contwig und Stambach begonnen werden. Das Foto entstand 2013 in Battweiler, wo Klaus Feick in Eigeninitiative Glasfaserkabel verlegen ließ, als die Lindenstraße ausgebaut wurde.

Die Internetfirma „Unsere Grüne Glasfaser“ (kurz UGG) will in ganz Contwig und Stambach binnen eines Dreivierteljahres Glasfaser-Internet verlegen. Bereits in den kommenden sechs Wochen sollen die Bauarbeiten beginnen. Wer einen neuen Internetvertrag abschließt, bekommt den Anschuss kostenlos. Damit sei man für die nächsten 50 Jahre auf dem neuesten Stand der Technik, verspricht das Münchner Unternehmen.

Schnell, zukunftssicher und vor allem umweltschonend. Das sind die Hauptvorteile von Glasfaser, die UGG-Referent Marc Pauly bei der Infoveranstaltung am Donnerstagabend in der Contwiger VT-Turnhalle umriss. In den kommenden sechs Wochen soll mit dem Verlegen der Glasfaser-Kabel in Contwig und Stambach begonnen werden. Dazu, so Pauly, sollen lediglich die Bürgersteige aufgemacht werden, unter dem Pflaster werden dann die Leitungen verlegt. „Wenn es gut läuft, schaffen wir 60 bis 70 Meter pro Tag“, sagt Pauly. Mit mehreren Einsatztruppen würden Contwig und Stambach ans schnelle Netz angeschlossen werden, binnen eines Dreivierteljahres soll das schnelle Netz in Betrieb gehen, also im Sommer 2022. „Wir sind keine zwei Jahre hier“, verspricht Pauly.

Damit das eigene Haus ans Glasfaser-Netz angeschlossen wird, muss laut Pauly ein Termin mit der UGG vereinbart werden. Dann erfolge eine Hausbegehung, um zu schauen, wie das Glasfaser-Kabel von der Straße ins Haus gelegt werden könnte. Der Hausanschluss kann kostenlos sein, sofern ein Internet-Vertrag mit der Telefonica abgeschlossen wird, zu der auch O2 gehört. Zum Hintergrund: Die UGG ist ein Firma, bei der sich die Telefonica und die Allianz zusammengeschlossen haben. Sollten die Hausbesitzer keinen neuen Internetvertrag, abschließen, kostet der Anschluss von der Straße ins Haus rund 640 Euro. Muss das Kabel über eine lange Strecke durch den Vorgarten ins Haus gelegt werden, wird es teurer. Soll der Anschluss erst gelegt werden, nachdem Contwig bereits ans Glasfaser-Netz angeschlossen ist, kostet das rund 900 Euro.

Der Internetverteiler braucht (fast) keinen Strom

Die neuen Glasfaser-Leitungen sind laut Pauly wesentlich schneller als die bestehenden Kupfer-Kabel. Rund 1000 Megabits pro Sekunde sollen im Download drinnen sein, ein Kupferkabel bietet nur bis zu 16 Megabits pro Sekunde. Auf die Praxis bezogen: Wo der Download eines hochauflösenden Spielfilmes aktuell über eine Stunde dauert, ist der beim Glasfaser-Netz binnen einer Minute erledigt. Kupferkabel haben ein weiteres Problem: Je weiter der Hausanschluss vom Verteilerkasten entfernt ist, desto langsamer wird das Internet. Das ist bei Glasfaser nicht so. Die neuen Leitungen, so Pauly, seien für die kommenden 50 Jahre auf dem neusten Stand der Technik.

Zudem seien die neuen Glasfaser-Leitungen umweltfreundlicher, brauchen rund 60 Prozent weniger Strom als Kupferkabel. Das liegt unter anderem daran, dass Glasfaser über Lichtsignale funktioniert. Der Internetverteiler Contwigs verbrauche kaum Strom. „Das Höchste wird die Beleuchtung sein, wenn der Monteur da ist“, witzelt Pauly. Über den Internetverteiler würden das Contwiger und Stambacher Glasfaser-Netz dann an die „Datenautobahn“ angeschlossen. Über diese werden laut Pauly auch die Funkmasten fürs mobile Internet betrieben.

Ab Montag kann man Verträge abschließen

Von Montag bis Samstag steht von 10 bis 18 Uhr ein Infostand auf dem Rathausplatz. Dort könnten auch Verträge abschlossen werden. Selbst wenn kein Contwiger Haushalt ans Glasfaser-Netz angeschlossen werden will, würde die UGG dennoch die Leitungen legen – wobei Pauly nicht davon ausgeht, dass niemand Glasfaser-Internet will. Zudem sei die UGG in Gesprächen mit anderen Internetanbietern, um auch diese auf das Glasfaser-Netz zu bringen – „diskriminierungsfreies Netz“ nennt das Pauly. Der Grund: Je mehr Daten über das UGG-Netz laufen, desto mehr Geld verdient die Firma. Zudem sei es für andere Internetanbieter unwirtschaftlich, für wenige Haushalte ein separates Glasfaser-Netz zu verlegen.

Rund 50 Leute lauschten am Donnerstagabend dem Vortrag in der VT-Halle, hinzu kamen die, die per Internet-Liveschaltung den Vortrag verfolgten.

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