Lambsborn / CONTWIG
Thorsten Grasse ist ab März Pfarrer für Lambsborn und Bechhofen
Im Sommer war Pfarrer Martin Lenz nach mehr als 20 Jahren in Lambsborn verabschiedet worden. Er trat eine Stelle in Weisenheim am Sand an. Die Nachfolge ist jetzt geregelt: Zum 1. März tritt Thorsten Grasse die Nachfolge von Lenz an. Grasse ist zurzeit noch Pfarrer in Wilgartswiesen. „Die Stelle in Lambsborn hat von meinem familiären Rahmen her besser gepasst“, nennt Grasse den Grund für den Wechsel vom westlichsten Ende des politischen Kreises Südwestpfalz in den nordöstlichsten.
Der 36-jährige gebürtige Frankfurter, der in Mainz studiert hat, ist verheiratet und hat vier Kinder im Alter von drei bis zehn. Als seine Frau vor zweieinhalb Jahren erkrankte, habe der die Suche nach einer Stelle begonnen, die sich mit den familiären Anforderungen besser vereinbaren lasse, erzählt er im Gespräch mit der RHEINPFALZ.
In Wilgartswiesen ist Grasse für mehr als 2000 Gemeindeglieder in fünf Orten, mehrere Kirchengebäude, ein Mietobjekt und einen Kindergarten zuständig. „Das habe ich lange Zeit gut machen können“, sagt er. Seit der Erkrankung seiner Frau sei ihm das aber immer schwerer gefallen. „Ein Freund hat mir empfohlen, mir die Stellen in Lambsborn anzuschauen“, bemerkt Grasse.
Mit offenen Armen empfangen
Derzeit ist der Pfarrer schon mit den Vorbereitungen des Umzugs beschäftigt. Das Pfarrhaus in Lambsborn wird renoviert, für den 25. Januar ist der Einzug geplant. Die Kinder sind für Februar in ihren neuen Schulen und Kindergärten angemeldet. „Die Pfarrei in Lambsborn verfügt über ein alte, gewachsene Struktur“, sagt Grasse. Sein Vorgänger Lenz hatte befürchtet, dass die Stelle unbesetzt bleiben und dann ganz entfallen könnte. „Ich gehe davon aus, dass man die Pfarrstelle so belässt“, bemerkt Grasse, möglicherweise kämen ja neue Aufgaben hinzu.
Der künftige Pfarrer von Lambsborn ist positiv überrascht, mit welch offenen Armen er empfangen wurde. „Ich habe schon ganz tolle Sachen hier erlebt“, erzählt er und nennt beispielhaft das Engagement des Presbyteriums bei der Renovierung des Pfarrhauses. „Ich bin glücklich darüber, wie sich hier Leute einbringen und engagieren“, bemerkt er. Dem neuen Pfarrer liegt die Gemeindearbeit am Herzen. „Ich bin jemand, der an die Häuser geht und klingelt, ich warte nicht darauf, dass sich jemand bei mir meldet“, sagt er. Ab Februar – da hat Grasse noch Urlaub – wird er im Ort präsent sein, sich umschauen. Am 1. März wird er seinen Dienst aufnehmen.
Gundacker-Nachfolge offen
Die Protestanten in Contwig und Stambach warten auf ihren neuen geistlichen Beistand, seit Silke Gundacker als Pfarrerin nach Rieschweiler wechselte, wo sie auch für Maßweiler zuständig ist. „Auf die Ausschreibung der Stelle hat sich niemand beworben“, erklärte Butz auf Nachfrage der RHEINPFALZ. Über die Besetzung entscheide jetzt die Kirchenregierung, wenn sich nicht vorher ein Kandidat für die Stelle zur Verfügung stellt. „Wir müssen warten, bis die neuen Kandidaten fertig sind“, sagte Butz mit Blick auf die theologische Ausbildung. Im Februar werde es junge Pfarrerinnen und Pfarrer geben.
Butz nannte zwei Aspekte, die eine Besetzung der Stelle erschweren: „Wir haben weniger Kandidaten als wir Stellen haben. Und die Mehrheit der Kandidaten zieht es eher in die Vorderpfalz.“ Insbesondere Pfarrerinnen seien häufig ortsgebunden, das sei ein weiteres Problem. „Wir müssen die Leute erst mal motivieren, sich für die Stellen hier zu bewerben“, ergänzte er und betonte: „Das sind ja keine unattraktiven Stellen.“
Wer kommt, bleibt gerne
Butz, der aus Ludwigshafen stammt, hatte zu Beginn seiner Laufbahn den Schritt in den Westen gewagt und nicht bereut. Dass die Pfarrerinnen und Pfarrer, wenn sie erst einmal hier sind, gerne hier bleiben, macht Butz daran fest, „dass viele dann innerhalb des Bezirks wechseln“. Bis die Pfarrstelle Contwig und Stambach wieder besetzt ist, führt der Niederauerbacher Pfarrer Matthias Strickler die Pfarrei in nebenamtlicher Verwaltung, informierte Butz.