Wiesbach Theatergruppe kehrt mit „Geisterbraut“ auf die Sportheim-Bühne zurück

Alles nur Theater bei der Theatergruppe des SV Wiesbach. Bei den Proben im Sportheim sind Werner Wagner, Dieter Türr, Jörg Ohlma
Alles nur Theater bei der Theatergruppe des SV Wiesbach. Bei den Proben im Sportheim sind Werner Wagner, Dieter Türr, Jörg Ohlmann-Vollmar, Tobias Türr (vorne von links), Christa Türr, Stefanie Bastian und Sandra Gauter (hinten von links) dabei. Es fehlt Souffleuse Jana Gauter.

Nach längerer Pause tritt die Wiesbacher Theatergruppe am Samstag, 12. November, wieder im Sportheim auf. Mit dabei sind Rückkehrer, Neulinge und die Angst, dass Corona-Beschränkungen noch einen Strich durch die Premiere machen.

Man muss nicht mit Nachnamen Türr heißen, wenn man in Wiesbach Theaterstar werden will, aber es soll helfen, heißt es. Nach jahrelanger Abstinenz tritt in diesem Jahr Dieter Türr wieder bei der Wiesbacher Theatergruppe auf, was die Türr’sche „Dreier-Offensivkette“ wieder komplettiert. Dann schauspielern auch Christa und Tobias Türr. Und natürlich spielen auch Laiendarsteller mit anderen Nachnamen mit beim Stück „Die Geisterbraut“ von Hannes Bauer, das am Samstag, 12. November, um 20 Uhr im Wiesbacher Sportheim Premiere hat.

Die Geisterbraut ist die Frau, die durch Tischerücken als Haushälterin und spätere Bäuerin bestimmt wird. Da der alte Ottmar Macher (Werner Wagner) aber genau weiß, wen sein junger Bauer ins Herz geschlossen hat, lässt er den Geist bestimmen, dass die erste Frau, die sich vorstellt, am Hof bleibt. Hansi Pfeifer (Tobias Türr) fährt also weg, um seine heimliche Liebe bei Nacht auf den Hof zu bringen. Wie es aber das Schicksal will, ist sie nicht die erste, die sich vorstellt. Ein anderes Mädchen hat sich bereits am Vorabend in die Herzen der Hofbewohner geschwindelt. Wie so oft im Laientheater geht es auch bei der Geisterbraut wieder um Liebe und Verrat, Verwechslung und „Dabbischkeit“.

Einige Darsteller haben die Gruppe verlassen

Einige Hobbyschauspieler haben in den vergangenen beiden Jahren während der Coronazeit die Wiesbacher Theatergruppe verlassen. Deshalb braucht diese dringend Zuwachs. „Am liebsten junge Frauen“, sagt Sandra Gauter, denn „dann muss ich die nimmie spiele“. Ein wenig personelle Abwechslung und Auswahl tut offenbar wirklich Not in Wiesbach. „Ich muss jed’ Johr es Sandra heirate. Das werd’ langweilich“, beschwert sich Tobias Türr über die besondere Art der Wiesbacher Zwangsheirat bei der Probe.

Reaktiviert wurden der bereits erwähnte Dieter Türr, der eigentlich nie richtig weg war, nur eben seit rund 15 Jahren nicht mehr auf der Bühne stand, und Stefanie Bastian, die zehn Jahre lang pausiert hat. Stefanie Bastian spielt Barbara Altmeier, Tobias Türr mimt Hansi Pfeifer, den Hof-Junior auf Brautschau. Nicht zu verwechseln mit Hans Pfeifer, den Jörg Ohlmann-Vollmar verkörpert. Dieter Türr ist Simon Rößler, Christa Türr Veronika Vordermeier und Sandra Gauter spielt Spatz Hintermeier. Wie seit Jahrzehnten baut Klaus Buchmann das Bühnenbild, neu als Souffleuse ist Jana Gauter hinzugekommen.

Geringe Besetzung sorgt für höheren Lernaufwand

Eigentlich hatte sich die Theatergruppe ein anderes Stück mit größerer Besetzung ausgesucht, doch bevor es zu den ersten Proben kam, sind zwei Mitspielerinnen ausgefallen. Somit fiel die Wahl auf den Dreiakter von Hannes Bauer für drei Damen und vier Herren, den die Truppe mit den vorhandenen Mitstreitern besetzen konnte. „Dadurch, dass nur sieben Leute auf der Bühne stehen, musste jeder Einzelne mehr Text lernen“, sagt Werner Wagner. Aber: „Wir haben im April schon Stücke gesichtet, seit der Kerb haben wir dann geprobt“, erzählt Sandra Gauter.

Für die Generalprobe hat die Theatergruppe des SV Wiesbach traditionell Bewohner von Einrichtungen für Menschen mit Handicap wie beispielsweise die Lebenshilfe eingeladen. Laut Christa Türr steht dies jedoch in diesem Jahr auf der Kippe, weil die Einrichtungen nach Corona meist personell auf dem Zahnfleisch gingen und die sonntägliche Begleitung der Bewohner kaum leisten könnten. Und auch die Laiendarsteller haben Angst, dass noch einmal Corona-Einschränkungen verhängt werden könnten und die Geisterbraut auf den letzten Metern doch nicht verhindert wird. „Dann ist es halt so, aber im Moment sieht es ja gut aus“, ist Werner Wagner dennoch optimistisch.

Info

Die Aufführungen der Geisterbraut sind geplant für Samstag, 12. November, 20 Uhr und Sonntag, 13. November, um 19 Uhr sowie am darauffolgenden Wochenende, Samstag, 19. November, um 20 Uhr und Sonntag, 20. November, um 19 Uhr. Karten zu acht Euro für Erwachsene und sechs Euro für Kinder hat Ulrike Buchmann, die man telefonisch unter 06337 6596 erreicht. Anders als bislang werden die Karten jedoch nicht an der Abendkasse hinterlegt. Das bedeutet, Interessenten müssen ihre Karten vor den jeweiligen Vorstellungen abgeholt haben und diese abends dann mitbringen.

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