Verwaltung im Krisenmodus
Thaleischweiler-Wallhalben: Spezielle Arbeitsplätze für persönliche Gespräche
Einer dieser beiden Arbeitsplätze ist fest dem Einwohnermeldeamt zugeordnet. Der zweite kann flexibel genutzt werden. Wenn es zum Beispiel bei einer Bauangelegenheit etwas im persönlichen Gespräch zu klären gibt, „dann wird der zuständige Mitarbeiter des Bauamtes für diesen Termin diesen Arbeitsplatz nutzen“, erklärt Verbandsbürgermeister Thomas Peifer. Die Arbeitsplätze werden mit Trennwänden versehen, eine Kombination aus Holz und Plexiglas, die verhindern soll, dass sich das Coronavirus bei diesem Gespräch überträgt. Unter der Regie des Beigeordneten Markus Bold (CDU) werden diese Trennwände gerade gebaut und installiert.
Persönlicher Kontakt nur nach Vereinbarung
Allerdings wird es den persönlichen Kontakt zwischen Mitarbeiter und Bürger nur nach vorheriger telefonischer Terminvereinbarung geben. Die Türen der Verwaltung sind und bleiben geschlossen. Die Einrichtung der beiden Arbeitsplätze im kleinen Sitzungssaal sorgt für zusätzliche Sicherheit. Wer einen Termin vereinbart hat, wird eingelassen und ist sofort in diesem Saal, ohne das Haus durchqueren zu müssen.
Home-Office für Risikogruppe
Rund 80 Mitarbeiter beschäftigt die Verwaltung inklusive der Werke. Sechs Home-Office-Arbeitsplätze wurden jetzt im Schnellverfahren eingerichtet, die notwendige Software auf Laptops gespielt. „Das funktioniert“, zieht Peifer eine erste, frühe Bilanz. Hier sei die Verwaltung als Arbeitgeber gefordert. „Wir haben Schwangere, Mitarbeiter mit Immunschwäche“, verweist er auf besondere Risikogruppen in der Verwaltung. Zwei Mitarbeiter seien nach Hause geschickt worden, weil sie jeweils Kontakt zu Kontaktpersonen von Verdachtsfällen gehabt hätten. Auch wenn es ein indirekter Kontakt war, „setzen wir die Sicherheit hier hoch an“, unterstreicht er. Von Seiten der Verwaltung besteht auch das Angebot – falls dienstlich machbar –, dass Mitarbeiter mal unbezahlt Urlaub nehmen.
Zweier-Teams bei den Werken
Bei den Werken, die für die Abwasserentsorgung- und Wasserversorgungssicherheit (in Kombination mit dem Wasserzweckverband Sickingerhöhe-Wallhalbtal) zuständig sind, „haben wir feste Zweier-Teams gebildet“, erläutert der Verbandsbürgermeister. Damit soll sichergestellt werden, dass immer mindestens ein Team arbeitsfähig ist.
Bei den Werken sind die Außentermine mit Kundenkontakt weitgehend eingestellt. Arbeiten wie Zählertausch sind komplett abgesagt, ergänzt Werkleiter Joachim Becker. Alle Termine mit Fremdfirmen in den Anlagen sind abgesagt. Nur in Notfällen wird diese Regelung außer Kraft gesetzt. Das gilt auch für Arbeiten in Häusern von Bürgern. Werden diese notwendig, werden die Bürger gebeten, in einem anderen Raum zu warten. Im Schutzanzug betreten die Mitarbeiter dann das Haus, um die Arbeiten vorzunehmen.
Automatisierung zahlt sich aus
Die Investitionen in die Fernwirktechnik, mittels derer die technischen Anlagen überwacht werden, „machen sich jetzt natürlich bezahlt“, sagt Peifer. „Die Automatisierung ist super“, bestätigt Becker. Die Mitarbeiter müssen zum Beispiel die Wasserhochbehälter aktuell nicht betreten. „Wir fahren sie regelmäßig an, kontrollieren von außen und haben dazu die entsprechenden Werte durch die Fernwirktechnik“, sagt Becker. Auch bei der Abwasserentsorgung gibt es zwei Teams. Allerdings unabhängig von Corona-Schutzmaßnahmen. Es gibt fünf Mitarbeiter auf der Kläranlage Wallhalbtal, fünf arbeiten in der Kläranlage Schwarzbachtal.
Geplante Bauarbeiten starten. Kommende Woche zum Beispiel in der Ortsdurchfahrt Reifenberg. Weitere aktuelle Baustellen – in Thaleischweiler-Fröschen zum Beispiel am Dorfgemeinschaftshaus – laufen. In der Verbandsgemeinde sind alle Sitzungen bis zum 19. April abgesagt. Notwendige Entscheidungen können mittels einer Eilentscheidung getroffen werden.
Große Veranstaltungen abgesagt
Auswirkungen hat die Corona-Pandemie auf den Tourismus. Die Tourismusstelle in Wallhalben ist – ebenso wie jene in Dahn und Hauenstein – für Publikumsverkehr gesperrt. Anfragen per Mail und Telefon werden wie gewohnt beantwortet.
Große Veranstaltungen sind bereits abgesagt: die für Anfang Mai vorgesehenen Mühlenerlebnistage, der am 21. Juni geplante Radelspaß „Autofreies Wallhalbtal“. Auch das Dorffest in Thaleischweiler-Fröschen, das vom 24. bis 26. Juli geplant war, wird gestrichen. „Wir wissen nicht, was kommt“, sagt Peifer. Bei diesem Fest, bei dem ein großes Festzelt und hochkarätige Musikgruppen gebucht werden, „müssten wir jetzt die Verträge machen. Das finanzielle Risiko ist viel zu groß“, erläutert Peifer. Bei kleineren Dorffesten kann eventuell noch ein bisschen abgewartet werden. Auch die Kulturwoche in der Gemeinde Thaleischweiler-Fröschen kurz vor Beginn der Sommerferien „haben wir bereits abgesagt“, berichtet er.
Die Spielscheune in Thaleischweiler-Fröschen, die fast jeden Tag gebucht gewesen sei, wurde geschlossen. In allen öffentlichen Gebäuden in der Verbandsgemeinde, die auch für private Feiern vermietet werden, sind vorerst alle Veranstaltungen abgesagt, dort sind auch keine privaten Feiern zulässig.
Peifer, der Vorsitzender des DRK-Ortsverbandes Thaleischweiler-Höhfröschen ist, weist darauf hin, dass Blutspendetermine – zum Beispiel am 6. April in Thaleischweiler-Fröschen in der Athletenhalle – stattfinden. Die Sicherheitsvorkehrungen seien noch mal erhöht worden, „aber das Blut wird gerade jetzt dringend gebraucht“, bittet Peifer um Spenden.
Neue Öffnungszeiten bei der VG Hauenstein
Die Verbandsgemeinde Hauenstein hat den Publikumsverkehr ebenfalls eingeschränkt, ihre Öffnungszeiten dabei beibehalten. Eine Ausnahme gilt für das Einwohnermeldeamt und das Standesamt. Deren Öffnungszeiten wurden eingeschränkt. Offen ist am Montag, Mittwoch, Donnerstag und Freitag von 8.30 bis 12.30 Uhr und am Dienstag von 14 bis 18 Uhr. Das Tourist-Info-Zentrum Pfälzerwald in der Schuhmeile Hauenstein ist telefonisch von Montag bis Freitag von 10 bis 12 Uhr oder per Mail an tourismus@hauenstein.rlp.de erreichbar.