Waldfischbach-Burgalben RHEINPFALZ Plus Artikel Tankstelle Fröhlich: Ende eines Familienbetriebs in Burgalben

Die Hunde Bruno (rechts), Frieda (links) und Paula gehören einfach zur Tankstelle dazu. Heidi (hinten links) und Wolfgang sowie
Die Hunde Bruno (rechts), Frieda (links) und Paula gehören einfach zur Tankstelle dazu. Heidi (hinten links) und Wolfgang sowie Tochter Uschi Fröhlich verabschieden sich jetzt von ihren Kunden.

Der Dezember kommt, ein Stück Dorfgeschichte geht zu Ende: Wolfgang und Heidi Fröhlich, beide 75 Jahre alt, schließen ihre Tankstelle in Burgalben.

In der Hauptstraße in Waldfischbach-Burgalben im Ortsteil Burgalben kann bald nicht mehr getankt werden. Wolfgang und Heidi Fröhlich schließen ihre Tankstelle, die sie 40 Jahre gemeinsam betrieben haben, zum 1. Dezember. Eröffnet hatte Wolfgang Fröhlichs Vater Erich die Tankstelle in den 1950er Jahren.

Wolfgang Fröhlich erinnert sich: Schon als Sechsjähriger war er als kleiner Tankwart tätig. Weil die Tankstelle von Anfang an das war, was sie bis zum Schluss geblieben ist, ein Familienbetrieb, musste auch der junge Wolfgang an die Zapfsäule, um die Kunden zu bedienen. Die Tankstelle befand sich damals ebenfalls in der Hauptstraße, war jedoch parallel zur Straße ausgerichtet. Gegenüber stand sein Elternhaus, in der auch die Werkstatt war. Vom Haus aus wurde stets geschaut, ob ein Kunde bei der Tankstelle vorfuhr. „Selbstbedienung gab es damals noch nicht“, sagt Fröhlich.

In den Anfangsjahren in den 1950er Jahren war die Tankstelle Fröhlich in Burgalben noch so gelegen, dass die Zapfsäulen parallel
In den Anfangsjahren in den 1950er Jahren war die Tankstelle Fröhlich in Burgalben noch so gelegen, dass die Zapfsäulen parallel zur Straße ausgerichtet waren.

Nachdem Wolfgang und Heidi Fröhlich den Betrieb übernommen hatten, arbeiteten im Laufe der Jahre auch ihre vier Töchter Christine, Sabine, Petra und Uschi regelmäßig mit. Auch die Schwiegersöhne und Enkelkinder halfen beim Tankstellenbetrieb, der sonntags bis 14 Uhr läuft, damit die Burgalber Fußballer, denen er verbunden ist, vor Auswärtsspielen noch tanken konnten, erzählt Wolfgang Fröhlich lachend.

Seit einigen Wochen wird bereits aufgeräumt und ausgeräumt. Manches aus der Firmengeschichte fand sich dabei wieder. Anfang 2026 werden die Tanks entleert und fachgerecht entsorgt. Danach erfolgt die Übergabe an den neuen Eigentümer, den Discounter Aldi, der seinen Markt aus dem Gewerbegebiet Schorbach in die Hauptstraße verlegen und auch die Tankstellenfläche nutzen wird.

„Gutsel-Glas“ wird an Kunde weitergegeben

Es habe die Überlegung gegeben, die Tankstelle mit Waschanlage weiter zu betreiben. Aber eine Betriebsübergabe hätte enorme Investitionen erforderlich gemacht. „Wir sind ja auch nicht mehr die Jüngsten“, sagt Wolfgang Fröhlich. Er und seine Frau sind 75 Jahre alt. Bis der Schlüssel zum letzten Mal umgedreht wird, werden sie in der Tankstelle tätig sein, ebenso ihre jüngste Tochter Uschi. Auch die Hunde Bruno, Frieda und Paula sind dabei. Die Vierbeiner werden von vielen Stammkunden mit Streicheleinheiten verwöhnt. „Die gehören zum Inventar“, sagt Heidi Fröhlich lachend.

Was in der Tankstelle auch dazu gehört: das berühmte Gutsel-Glas, das auf der Theke steht. Aus dem durften sich Kinder immer ein Bonbon holen. Dieses Glas habe sich bereits ein langjähriger Kunde reservieren lassen, weil es für ihn eine besondere Erinnerung sei, erzählen die Fröhlichs. Schon als Kind sei er zur Tankstelle gekommen und auch als Erwachsener tankte er dort. „Wir haben hier viele Menschen durch ihr Leben begleitet“, sagt Heidi Fröhlich. Zeit für ein kurzes Gespräch an der Theke war immer. „Wir haben ja die meisten Kunden schon erkannt, wenn sie angefahren sind, kannten die Autos, die Nummernschilder“, sagt Uschi Fröhlich.

Kuriose Erinnerungen bleiben erhalten

Das war wahrscheinlich noch leichter, als Erich Fröhlich die Tankstelle Mitte der 1950er Jahre in Burgalben eröffnete. Damals waren deutlich weniger Autos als heute unterwegs. Sein Opa Hermann habe in Ludwigshafen das Busunternehmen Fröhlich betrieben, erzählt Wolfgang Fröhlich. Der Großvater habe ihm angeboten, den Betrieb zu übernehmen. Doch Wolfgang Fröhlich entschied sich, in seiner Heimatgemeinde Burgalben zu bleiben. Am 1. Januar 1985 übernahmen Wolfgang und Heidi Fröhlich die Werkstatt und die Tankstelle. Bevor es eine freie Tankstelle wurde, lief aus den Zapfsäulen Sprit der Marke BP. Wolfgang Fröhlich begann den Verkauf von Ford-Fahrzeug und baute diesen kräftig aus.

Die Werkstatt haben die Fröhlichs bereits im Jahr 2015 an einen langjährigen Mitarbeiter übergeben. Er zog 2019 mit dem Betrieb ins Gewerbegebiet Schorbach. Tankstelle und Waschanlage blieben bei den Fröhlichs in der Hauptstraße.

Einige der Erinnerungen, die sie mitnehmen werden, wenn der Betrieb geschlossen und alles ausgeräumt ist: Kunden, die Rechnungen offen ließen, Einbrüche sowie Kunden, die wegfahren wollten und den Tankschlauch noch im Tank stecken hatten – was kurz vor der Wegfahrt vom aufmerksamen Tankstellenpersonal bemerkt wurde, sodass nichts Schlimmeres passierte.

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