Kreis Südwestpfalz Stiwitz verspricht: „Wir halten durch“

Heute Abend um 19 Uhr endet der Weltrekordversuch. Unverzichtbar bei der Hitze sind kalte Duschen, ...
Heute Abend um 19 Uhr endet der Weltrekordversuch. Unverzichtbar bei der Hitze sind kalte Duschen, ...

«WALLHALBEN/ST. WENDEL.» Durchhalteparolen sind ja sonst eher was für von Abstiegsängsten gepeinigte Amateur-Clubs oder von Finanznöten gebeutelte Profi-Vereine. Wenn allerdings die Beine wie Blei am Rumpf lasten, die Schritte immer schwerer fallen, die Blasen Ballongröße erreichen, dann dürfen sich auch die Dauerbrenner mal selbst Mut zusprechen. Zumal ja eigentlich keinerlei Pfeifen im Walde mehr nötig ist: Die Rekordjagd-Fußballer vom „Thank God it’s Friday - Event Club“ (TGIF-EC) Wallhalben und von den Sportfreunden (SF) Winterbach/Saar haben es ja schon gepackt. Seit Montagmorgen, 7.01 Uhr, haben sie den Rekord fürs längste Fußballspiel der Weltgeschichte in der Tasche. Na ja, eine kleine Unwägbarkeit ist noch mit im Spiel: Der Rekord steht erst, wenn denn die penibel auf jede Kleinigkeit schielenden Augen der Guinness-Rekordbuch-Hüter bei ihrer Prüfung auch wirklich keine Krümel mehr finden. Wie mehrfach berichtet, hatten die Wallhalber bereits zwei Rekordballons fliegen lassen. Beide waren abgestürzt – einmal, weil just zwei andere Teams fast zeitgleich noch länger auf dem Platz umher geirrt waren, einmal, weil die Juroren das Spielgeschehen als nicht schlüssig genug dokumentiert angesehen hatten. Das soll sich nun keinesfalls wiederholen. Viel Aufwand haben die Organisatoren in den Kamera-Beweis gesteckt. Der wird nun nicht schon während der Partie zu Rate gezogen – Elfmeter oder nicht, das ist den Jungs so was von schnuppe –, sondern danach. Es gilt, zu beweisen, dass auch ja kein Spieler das Gelände verlassen hat, mal eben ausgebüxt und dann wieder aufgelaufen ist. Indes hat es leichten Schwund gegeben. Wie Chef-Organisator Dirk Stiwitz gestern wissen ließ, sind inzwischen drei Spieler verletzungsbedingt ausgeschieden. Einer hatte echte Kreislaufprobleme – und die Gesundheit geht natürlich vor, auch bei den Fußball-Wahnsinnigen aus Wallhalben und Winterbach sowie aus weiteren Orten in Pfalz und Saarland. „Wir sind jetzt irgendwo bei 1400 pro Team. Ich glaub’, wir liegen so etwa mit 30 Toren im Hintertreffen“, stöhnte gestern Dirk Stiwitz. „Ich hab’ ja angeregt: Wir stellen uns jetzt hinten rein und machen dicht“, witzelte der Initiator des Fußball-Wahnwitzes. Der Appell des spielenden Teammanagers fand bei den Mannschaftskameraden indes wenig Anklang. Was Stiwitz zur scherzhaften Plauderei über recht fragwürdige taktische Schachzüge bewogen hat: Noch am Montagabend, Stand 19.01 Uhr, lagen seine Farben in Führung, stand es 1270:1266 für die in Blau gewandeten „Wällwer“. In der Nacht aber scheinen die Winterbacher die berühmte zweite Luft bekommen zu haben. Das täuscht allerdings nicht darüber hinweg, dass das Spiel inzwischen plätschert wie die kleine Dusche am Spielfeldrand, der es etwas an Druck mangelt. Nach wie vor sind Liegeplätze – vor allem auf Massagebänken – heiß begehrt bei frühsommerlicher Hitze. Es brütet gewaltig überm künstlichen Grün auf dem Winterbacher Kunstrasen. Mollige 65 Grad sind über der Kunstgrasnarbe gemessen worden. Wasser, Wasser und noch mal Wasser. Dazu die Knetkünste von Betreuern – wie Stiwitz’ Frau Nadine, die sogar gelernte Ergotherapeutin ist. Ohne ihre helfenden Hände wäre der Göttergatte wohl schon ein fußballerisches Wrack. Den 48-Jährigen aber stachelt eben ein unglaublicher Ehrgeiz an. Jener Ehrgeiz sollte aus allen verbliebenen 33 Akteuren über Nacht noch mal das Vorletzte herauskitzeln. Heute droht eine weitere Hitzeschlacht. Und was droht beim Abpfiff? „Ehrlich, ich weiß es nicht. Wir haben jedenfalls nichts vorbereitet“, sagt Stiwitz. Viele Tore, wenig Fouls, keine Karten: Die Schiris haben sich darauf verständigt, dass es keine Verwarnung, gleich gar keinen Feldverweis geben soll. Denn das hieße ja einen Spielausschluss – bis zum Ende also. Und die folgende Sperre von mindestens einem Spiel würde sich ja bis zum St. Nimmerleinstag hinziehen. „Aber wir kommen ohne Karten aus“, sagte Schiri Leon Simbgen vom VfL Wallhalben. Das bestätigte sein Kollege Christian Kiefer. „Ich find’ super, was hier läuft“, sagte Kiefer, der aus einem Dorf bei Losheim am See kommt. Vor allem eines hat Kiefer gerührt: der karitative Zweck. „Von diesem ganzen Zirkus profitiert ja auch die Stefan-Morsch-Stiftung, die sich dem Kampf gegen Leukämie widmet.“ Kiefer persönlich findet das besonders wichtig: „Meine Mutter ist an Leukämie gestorben.

... und Nickerchen.
... und Nickerchen.
... Trikot-Turbane, ...
... Trikot-Turbane, ...
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