Kreis Südwestpfalz Stichwort: Schlossberghöhlen

1932 fanden spielende Kinder einen Eingang: Europas größte Bundsand-steinhöhlen waren wiederentdeckt. Schon im Mittelalter hatten Arbeiter im Schlossberg nach Quarzsand für die Glasherstellung sowie als Putz- und Scheuermittel gegraben. Über die Jahrhunderte fraß sich ein Höhlenlabyrinth aus Menschenhand in den Berg. Bis ins 15. Jahrhundert diente es als Pulvermagazin für die Festung Hohenburg. 1708 erwähnte ein französischer Offizier die Höhlen in einer Urkunde. 1872 zugeschüttet und 1893 zuerst vermessen und dann wieder verschlossen, geriet die große Ausdehnung der Schlossberghöhlen mit ihren zwölf Stockwerken in Vergessenheit. Einige Höhlenteile, die bis in die Altstadt reichen, dienen bis heute als private Keller. In jenem Teil der Schlossberghöhlen, der in den nächsten Jahren neu geöffnet werden soll, lagerte die Karlsberg-Brauerei bis in die 1930er Jahre ihre Bierfässer ein. Im Zweiten Weltkrieg wurden die Schlossberghöhlen als Luftschutzbunker für die Bevölkerung genutzt. Nach dem Krieg wurden im sogenannten Thronsaal, einer großen Gewölbehalle, Feste mit der Wahl der „Höhlenkönigin“ gefeiert. Kurz vor dem Beitritt des Saarlandes zur Bundesrepublik begann die damalige Saar-Regierung unter Ministerpräsident Johannes Hoffmann, einen Regierungsbunker anzulegen. Dieses Projekt blieb unvollendet. (ghm)