Kreis Südwestpfalz Steil hoch nicht jedermanns Sache

Eine der neuen Strecken ist der „Panoramaweg“, der unter anderem zum Lanzenfahrter Felsen führt, von dem sich diese Aussicht auf
Eine der neuen Strecken ist der »Panoramaweg«, der unter anderem zum Lanzenfahrter Felsen führt, von dem sich diese Aussicht auf die Wasgaugemeinde bietet.

Die Ortsgemeinde Hauenstein will in Ergänzung zu den sieben Premiumwanderwegen, die in der Verbandsgemeinde angeboten werden, ein Netz von kürzeren Wanderwegen ausweisen. Im Tourismusausschuss stellte Walter Meyer eine Liste solcher Wege vor.

„Es gibt eine deutliche Nachfrage nach solchen Wegen“, stellte Ortsbürgermeister Bernhard Rödig fest und verwies auf das Beispiel Dahn, wo man in einer Broschüre eine Reihe von kürzeren und weniger anspruchsvollen Wegen zusammengestellt hat. Walter Meyer ergänzte: „Die Premiumwege sind oft sehr schwierig“, sagte er und nannte als Beispiel den Dimbacher Buntsandsteinweg: „Da geht’s dreimal steil hoch und dreimal steil runter. Das ist nicht jedermanns Sache.“ In seinen Gesprächen mit Wanderern sei immer wieder der Wunsch nach kürzeren und weniger fordernden Wegen geäußert worden. Walter Meyer legte dem Ausschuss eine Liste mit mehr als einem Dutzend solcher Wege vor, die in der Regel als Rundwanderweg angelegt sind, zwischen dreieinhalb und zehn Kilometer lang sind –ein Ausreißer ist der „Gutshofweg“ zum Bärenbrunnerhof mit 13 Kilometern- und auch vom Höhenprofil relativ einfach zu bewältigen sind. Alle Wege sollen, so Meyers Vorschlag, einen Namen erhalten und mit einem eigenen Logo markiert werden. Sie sollen in einer Broschüre mit Wegeskizze, Höhen- und Anforderungsprofil („leicht“, „mittel“ etwa) beschrieben werden. In Meyers Liste finden sich dann beispielweise der „Queichquellenweg“, der völlig eben und bequem über vier Kilometer durch das Tal der jungen Queich führt, neben dem durch das parallel verlaufenden und gleich langen „Dümpelweg“, es gibt den „Meditationsweg“, der sich als „stiller Weg“ über neun Kilometer in halber Höhe um Queich- und Dümpeltal zieht, den „Panoramaweg“, der über neun Kilometer rund um die Wasgaugemeinde führt und mit vielen Aussichten gespickt ist, und den „Rauschlochweg“, der am Rauschlochfelsen, am Maifels und am Steinbruch vorbeiführt. „Unsere Berge, unsere Täler und vor allem unsere Felsen sind unser Kapital“, stellte Meyer fest und forderte die Gemeinde auf, mehr zu unternehmen, damit Felsen und Aussichten freigeschnitten werden. Um das zu erreichen, seien „harte Bretter bei der unteren Naturschutzbehörde“ zu bohren, entgegnete der Ortschef, während Meyer darauf verwies, dass das in Dahn doch auch weitgehend gelinge. Sonja Spieß, die Leiterin des Tourist Info Zentrums (Tiz), hatte darauf hingewiesen, dass alle markierten Wege mit dem Besucherlenkungssystem des Pfälzerwaldes übereinstimmen sollten und hatte auch vor einer „Überschilderung“ gewarnt. Meyers Vorschläge fielen in dem Gremium indes auf fruchtbaren Boden, der Ausschuss stimmte der Umsetzung geschlossen zu. Inge Wieser (Grüne) hatte die Idee, die Wege mit Namen zu kennzeichnen, als „gut und einprägsam“ bezeichnet. Das ganze Konzept –mit Logos und Broschüre- sei mit „einfachen Mitteln“ zu gestalten. Der Beigeordnete Markus Pohl (CDU) regte an, zeitnah drei Angebote von Büros einzuholen, damit der Ausschuss bei seiner nächsten Sitzung Entscheidungen treffen könne. Die Broschüre sollte bereits Ende Januar/Anfang Februar in Druck gehen könne, sodass sie bei den Touristikmessen im nächsten Frühjahr bereits vorliegt. Zur Finanzierung sollten Werbeanzeigen aufgenommen werden. Mit der Liste der Rundwanderwege greift man in Hauenstein einen Trend auf, der innerhalb der vielen Spielarten des Wanderns als „Spazierwandern“ bezeichnet wird und als „das kleine Wandererlebnis zwischendurch“ und als „anspruchsvolle Alternative für Spaziergänger“ beschrieben wird. Das Deutsche Wanderinstitut bietet bereits eine Zertifizierung für „Premium-Spazierwanderwege“ an. Darauf allerdings wird man in Hauenstein wegen der mit der Zertifizierung verbundenen Kosten verzichten: „Diese Zertifizierung ist für das Wanderinstitut eine einzige Gelddruckmaschine“, stellte dazu Ortbürgermeister Rödig fest.

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