Südwestpfalz Statt Kita-Platz: Weshalb manche Eltern sich bewusst für die Tagespflege entscheiden
Für Lisa Lang aus Rodalben sind Tageseltern eine wichtige Stütze. Sie bringt ihren zweijährigen Sohn Lucien seit Anfang des Jahres nach Waldfischbach-Burgalben zu einer Tagesmutter. „Uns gefällt vor allem die familienähnliche Atmosphäre. Unser Sohn, aber auch wir haben eine feste Ansprechpartnerin und Bezugsperson – gerade so wie in einer Familie. Ob Essen oder Schlafen: Alles klappt super, und wir sind wirklich begeistert“, erzählt sie.
Die Familie entschied sich bewusst für die Kindertagespflege – nicht mangels Kita-Platz, sondern aus freien Stücken. Während andere Eltern von Schwierigkeiten bei der Eingewöhnung in der Kita berichten, stellt Lang fest: „Das gab’s bei uns nicht, mit der Tagesmutter hat alles auf Anhieb gut funktioniert.“ Doch auch ihr Sohn soll irgendwann in die Kita wechseln. „Wir sehen in der Zeit bei der Tagesmutter eine optimale Vorbereitung auf den Kindergarten“, berichtet sie zufrieden.
Zu vielen noch als Erwachsene Kontakt
Elisabeth Ramus-Schlachter aus Rodalben ist schon seit Jahrzehnten als Tagesmutter tätig. „1987 kam das erste Kind zu mir, das weiß ich noch wie heute“, erzählt sie. Seitdem hat sie nach eigenen Worten mehr als 100 Kinder betreut. Zu vielen – inzwischen sind etliche erwachsen – hält sie noch heute Kontakt, sogar bis nach Amerika. „Ich kann mir keine schönere Tätigkeit vorstellen“, sagt sie über ihre Arbeit, von der auch die eigenen Kinder und Enkel profitierten.
Derzeit betreut sie fünf Kinder zwischen einem und drei Jahren, bis diese in den Kindergarten wechseln. „Wir spielen, lesen, machen Puzzles, singen, tanzen, sind draußen im Garten.“ Auch sie schwärmt vom familiären Verhältnis, das die Kinder in der Tagespflege erleben. „Sie wachsen untereinander wie Geschwister auf.“ Genau das sei es, was auch die Eltern schätzten. Grundvoraussetzung: Deren Vertrauen müsse da sein, „und die Chemie muss stimmen. Über die Jahrzehnte gab es keinen Fall, in dem das nicht so war“, sagt Elisabeth Ramus-Schlachter. Ihr schönstes Kompliment: wenn Erwachsene, die sie schon als Kind betreute, zu ihr kommen und versichern: „Ich werde dich nie vergessen.“
