Contwig RHEINPFALZ Plus Artikel Stambacher Ortsdurchfahrt: Warum es kein gewöhnlicher Ausbau wird

Die Leitungen in der Ortsdurchfahrt sind sehr alt. Das Foto entstand Anfang 2021 als ein Trinkwasserrohr brach.
Die Leitungen in der Ortsdurchfahrt sind sehr alt. Das Foto entstand Anfang 2021 als ein Trinkwasserrohr brach.

Für die Stambacher ist es ein lang gehegter Wunsch: Die Ortsdurchfahrt soll ausgebaut werden. Die Bürgermeisterin hofft, dass die Straße im Ausbauprogramm ab 2025 steht.

„Das ist schon sehr lange ein Thema. Seitdem ich im Amt bin, habe ich Gespräche mit dem LBM dazu geführt“, sagt Contwigs Bürgermeisterin Nadine Brinette über die nun konkret werdenden Ausplänen für die Stambacher Ortsdurchfahrt. Der Bürgermeisterin ist klar: Der Ausbau der Strecke wird kein gewöhnlicher werden. Das liegt nicht nur daran, dass der Straßenbelag an sich eigentlich noch in Ordnung ist. „Da gibt es viel schlimmere Straßen“, sagt die Bürgermeisterin. Vielmehr seien es die Gehwege und das, was unter der Stambacher Ortsdurchfahrt liegt, die eine enorme Baustelle hervorrufen werden.

Die Gehwege in der Stambacher Ortsdurchfahrt sind laut Brinette in einem „desaströsen Zustand“. Teilweise ist das Pflaster mehr als nur marode, hier und da gibt es keinen wirklichen Trottoir, stattdessen nur Schotter, Erde und Gras. Dass die Glasfaser-Firma „Unsere Grüne Glasfaser“ (UGG) fürs Kabelverlegen den Gehweg aufgerissen und temporär nur notdürftig mit Schotter verschlossen hat, tue bei der Optik sein Übriges.

Brinette will sich mit dem LBM absprechen

Die neuen Gehwege in der Stambacher Ortsdurchfahrt muss die Gemeinde bezahlen – das passiert mit den wiederkehrenden Beiträgen. Den Straßenausbau finanziert der Landesbetrieb Mobilität (LBM), weil es eine Landstraße ist. In der Fahrbahn, so Brinette, könnten vom LBM Maßnahmen zur Geschwindigkeitsreduzierung eingebaut werden. Auch das ist ein Problem der Stambacher Ortsdurchfahrt: Raser. Die Situation sei zwar etwas besser, weil mittlerweile die Autos der Anwohner nur noch in den ausgezeichneten Parkbuchten abgestellt werden dürfen, dennoch lädt die kerzengerade Strecke zum Gasgeben ein. Brinette will aber beim Sanieren der Gehwege nicht vorschnell starten und möglicherweise gegen die Vorstellungen des LBM arbeiten. Entscheidet der beispielsweise, dass die Straße künftig schmaler wird, bringt es nichts, wenn die Gemeinde erst frisch die Gehwege saniert hat und dann wieder mit Bagger und Schaufel antreten darf. Für die Contwiger Bürgermeisterin ist wichtig, zusammen mit dem LBM die neue Ortsdurchfahrt zu planen.

Die maroden Gehwege sind aber nicht das einzige Problem, das die Stambacher Ortsdurchfahrt mit sich bringt. Das Problem liege im Untergrund, erklärt Brinette mit Blick auf das Wirrwarr alter Wasser- und Kanalleitungen unterhalb der Ortsdurchfahrt. „Der Kanal ist sehr alt. Es gibt wohl auch noch einen ganz alten Bürgermeisterkanal. Da gibt es aber keine Pläne zu“, sagt Brinette. „Bürgermeisterkanal“ ist ein umgangssprachlicher Ausdruck für einen alten Entwässerungskanal. Werkleiter Eckart Schwarz sagte der RHEINPFALZ, dass die Werke schon längere Zeit nicht mehr für Untersuchungen in der Stambacher Ortsdurchfahrt waren. „Ich weiß, dass dort ein Hauptsammler mit viel Wasserdurchlauf verläuft. Ob der marode ist, muss im Vorfeld eines Ausbaus untersucht werden“, sagt Schwarz.

Drei Straßen liegen übereinander

Wird die Ortsdurchfahrt ausgebaut, stellt sich der Werkleiter auf jede Menge Arbeit ein. „Viele Wasserleitungen dort, die ausgetauscht werden müssen, sind sehr alt und liegen tief“. In Stambach sei es so, dass quasi drei Straßen samt Leitungen übereinander liegen. Das wurde in der Vergangenheit so gemacht. Nun, so Schwarz, ist es die Aufgabe, diese drei übereinanderliegenden Straßen abzubauen. „Wir werden auf jeden Fall die Wasserleitung erneuern“, kündigt Schwarz an. Ebenso werden, wie bei fast jedem Straßenausbau üblich, die Hausanschlüsse erneuert. Ob auch ein komplett neuer Kanal gelegt werden muss, bleibe abzuwarten.

Nadine Brinette erwartet beim Ausbau der Stambacher Ortsdurchfahrt alles andere als ein Schnäppchen für die Gemeinde – und das, obwohl „nur“ der Gehweg aus dem Gemeindekässchen bezahlt wird. „Aber deswegen gehen wir jetzt in die Planung, damit wir was auf der Hand haben“, sagt sie. Die Bürgermeisterin weiß, dass der Straßenausbau auch in Zukunft nicht billiger wird. „Die Ortsdurchfahrt hat das aber durchaus nötig“.

Die Gehwege der Stambacher Ortsdurchfahrt sind in einem stark desaströsen Zustand. Dass die UGG Gräben für die Glasfaser-Kabel i
Die Gehwege der Stambacher Ortsdurchfahrt sind in einem stark desaströsen Zustand. Dass die UGG Gräben für die Glasfaser-Kabel ins Trottir gebuddelt hat, tut der Optik nicht besser.
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